Schlagenthin l Die Vereine des Stremmedorfes haben auch in diesem Jahr wieder ein Dorf- und Reiterfest mit Anspruch auf die Beine gestellt: Das Areal rund um die Reithalle sollte den ländlichen Charakter und auch die Freizeitmöglichkeiten in der Region abbilden. Einer der Höhepunkte musste allerdings abgesagt werden: Eine Brandlöschübung der Freiwilligen Feuerwehr mit nachfolgender Geräteschau war zwar vorgesehen, doch ein plötzlicher Trauerfall im Kreis der Feuerwehrkameraden ließ sie von diesem Vorhaben absehen. „Wir haben unseren Mannschaftstransportwagen hier und diesen in Trauerflor gehüllt“, so Ortswehrleiter Dirk Bothur, „als Zeichen der Anteilnahme.“ Ganz absagen wollten die Organisatoren das traditionelle Fest jedoch nicht und passten den Ablauf deshalb den traurigen Umständen an.

Hähne krähen um die Wette

Der Kleintierzuchtverein Klitsche/Stremme eröffnete die Veranstaltung mit einem Hähnekrähen-Wettbewerb. Vereinsvorsitzender Armin Lippelt dazu: „Beim Hähnekrähen wird gezählt, wie oft die einzelnen Hähne innerhalb von 45 Minuten anschlagen, also krähen.“ Als Gewinner krähte sich der Hahn von Silvio Sünder auf den ersten Platz. „170-mal in einer dreiviertel Stunde – das ist ein bemerkenswerter Rekord.“ Der Sohn von Silvio Sünder, Max, sei im Jerichower Land für seine kräh-freudigen Hähne bekannt, so Lippelt, jetzt auch der Vater - „es muss in der Familie liegen.“

Auf dem Sportplatz schenkten sich die Sportler verschiedener Vereine beim Volleyball-Rasenplatzturnier nichts. „Neun Mannschaften waren auf drei Feldern im Einsatz“, berichteten die Vereinsmitglieder. Der Schlagenthiner Volleyballverein richtet jedes Jahr zum Dorffest das beliebte Turnier aus. Mittlerweile kommen Mannschaften aus Rathenow, Havelberg und Burg nach Schlagenthin, um sich in Abschlägen und Blocken zu messen. Gespielt wurde auch für einen guten Zweck: Das Startgeld fließt als Spende an den Schlagenthiner Kindergarten.

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Spinatkuchen war der Renner

Spinatkuchen, Käsetorte und Himbeer-Sahne-Stücke - als kulinarischer Renner lockte das Kuchenbuffet des Heimatvereins zahlreiche Gäste an den Stand. Daneben die gespendeten Bücher der Schlagenthiner. Im Vorfeld der Feierlichkeiten konnten die Anwohner Bücher abgeben, die dann für einen Euro pro Buch von lesefreudigen Gästen erworben wurden. Auch hier wird der Erlös dem Kindergarten zugutekommen. Doch es gab nicht nur Bücher. Die Frauen vom Handarbeitsclub zeigten, was geschickte Hände aus richtiger Strumpfwolle stricken können und boten diese Stücke zum Verkauf an.

Als besondere Attraktion ließ der Heimatverein Luftballons gen Himmel steigen, die mit einer Postkarte und Adressen zur Rücksendung versehen waren. Der Luftballon mit der weitesten Reise soll auf dem Glühweinfest mit einem kleinen Präsent prämiert werden.

Auf den beiden Reitplätzen veranstaltete der Reitverein einen Führzügel-Wettbewerb, Dressurreiten und Kutschenfahren und bekräftigte damit den Ruf Schlagenthins als Reiter- und Pferdedorf. Tier und Mensch hatten mit dem trockenen, sandigen Boden zu kämpfen. Staubwolken waberten über den Platz und gaben dem Gelände einen ungewohnten Steppencharakter, der den Reitern zusehends in den Gesichtern stand.

Dennoch war das Fazit positiv: „Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf“, sagte Ortsbürgermeisterin Birgit Weber. Insgesamt ist es ein Fest, das durch die Vereine organisiert, durch zahlreiche Sponsoren getragen und auch von den Menschen der Region gewollt und gemocht werde, so Weber.