Parchen l Viel zu tun hatten die Parchener in den vergangenen Wochen. Da wurden die Erntekrone gebunden, die Klapperhalle geschmückt, Wagen für den Umzug hergerichtet. Eifrig waren viele fleißige Hände mit der Vorbereitung des großen Erntefestes beschäftigt.

Keine Live-Musik

Ein wenig bangen mussten die Mitglieder des Parchener Heimatvereins in diesem Jahr dennoch um ihr Erntefest. „Die Schulferien haben begonnen, viele, die sonst mitmachen, sind gar nicht da“, sagte der Vorsitzende des Heimatvereins, Michael Karbe. Auch die musikalische Live-Musik-Begleitung musste kurzfristig entfallen.

Aber, so der Vereinschef: „Wenn die Parchener etwas machen, dann klappt das schon.“ Am Nachmittag begann der Ernteumzug mit einer Andacht von Pfarrerin Beate Eisert. Sie rief zum Erbsenzählen auf. Das gehe ganz einfach: „Eine Hand voll Erbsen wird in die rechte Jackentasche gesteckt.“ Immer, wenn man etwas Erfreuliches erlebe, etwa nette Gesten von Mitmenschen, schönes Wetter oder ein gutes Essen werde eine Erbse in die linke Tasche gesteckt. „Bei der Bilanz am Abend wird deutlich, wie viel Glück man an einem Tag doch hat.“

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Umzug startet an der Kirche

Zum Ausprobieren verteilte Eisert auch gleich ein paar Erbsen. Eine glückliche Hand hatten so auch die Macher des Umzuges. Heimatverein, die Abteilungen von Feuerwehr und Sportverein, Unternehmer und Privatpersonen schlossen sich zu einem bunten Zug zusammen, der von der Kirche rund um das Schloss zur Klapperhalle führte.

Auch in diesem Jahr gab es einige pfiffige Ideen. Familie Schröder etwa, blickte auf 150 Jahre Gaststätte Herget zurück. „Ich bin die letzte Wirtin der Familie“, sagte sie, während ihr Sohn Alexander Schröder als Hermann Jordan verkleidet im Zug mitlief. Jordan war der Stammvater der Kneipe im Ort, die Ende des Jahres geschlossen wird.

Premiere für neuen Bürgermeister

Der Umzug hatte auch eine Premiere. Zum ersten Mal lief Genthins Bürgermeister Matthias Günther gemeinsam mit Ortsbürgermeister Hubert Schwandt, Ortswehrleiter Gerd Keppler sowie den Vereinsvorsitzenden Andrè Siebert (Angler) und Ulrich Schmidt (TSG Parchen). Schmidts Vereinskollegen stellten den wohl mitgliederstärksten Bereich im Zug. „So 30 bis 40 Personen sind wir schon“, schätzte TSG-Mitglied Oliver Gendrich. Als Ersatz für die ausgefallen Musikbegleitung sorgte die Feuerwehr über Lautsprecher für volkstümliche Unterhaltung.

Am Ende des Zuges machten die Mitglieder des Angelvereins Rabatz. Mit waschechten Wiesn-Hits sorgten sie für lautstarke Oktoberfeststimmung. Für Matthias Günther war es eine gelungene Premiere. „Bei so schönem Wetter durch Parchen zu laufen ist doch angenehm“, meinte er nach der Ankunft an der Klapperhalle.

Immer schönes Wetter

„In Parchen haben wir zum Erntefest immer schönes Wetter“, bekräftigte Hubert Schwandt, der die Ortsbewohner lobte: „Es ist ein sehr gelungenes Fest geworden, obwohl es aufgrund der geringerren Ernte weniger Herbstschmuck in der Klapperhalle gibt.“ Dennoch hatten zahlreiche Helfer ein anspruchsvolles Ambiente geschaffen.

Teile der Dekoration kamen von Öko-Landwirt Ernst-Adolf Kampe. Er hatte für die Erntekrone rund zehn Sorten verschiedener Getreidehalme zusammengetragen. Unter der Regie von Anne Schünecke waren acht Frauen der Ortschaft rund 70 Stunden mit dem binden beschäftigt. Selbst die kleinen Schleifchen wurden von Sigrun Simon und Kerstin Hellwig von Hand bestickt. Der Pokal für das schönste geschmückte Haus der Ortschaft „Das Herbstschlösschen“ ging an Beate Miloschewski.