Ringelsdorf l Lohnkürzungen, Arbeitslosigkeit, höhere Unkosten als Folgen der Corona-Pandemie. Tierhalter, die ohnehin schon nicht so viel Geld zur Verfügung hatten, stellten die Überlegung an, ob sie ihren Hund oder ihre Katze abgeben sollten. Mithilfe der Unterstützung der mobilen Tiertafel Notnasen-Hilfe soll genau das verhindert werden.

Besonders gefragte Helfer

„Es gibt viele Menschen, die sich um ein Tier kümmern, etwa um nicht einsam zu sein oder um einem Tier das Tierheim zu ersparen, die aber finanziell nicht so gut dran sind. Da greifen wir ein“, erklärt Stefanie Jaksch, Vorsitzende der Notnasen-Hilfe. Geringverdiener, Auszubildende, Sozialhilfeempfänger oder Senioren mit wenig Rente werden vom Verein gefördert, nachdem diese ihre Bedürftigkeit entsprechend nachgewiesen haben.

Und die Arbeit der Notnasen-Hilfe war in diesem Jahr besonders gefragt. Schon in der ersten Lockdownphase im März haben die Vereinsmitglieder eine höhere Nachfrage gespürt. Mittlerweile habe sich die Zahl der unterstützten Menschen von 24 auf 48 verdoppelt. Damit einher ging auch ein höherer Aufwand für die Vereinsmitglieder. „Da wir aber die Kontaktbeschränkungen einhalten, fehlt bei unserer Tätigkeit das soziale Miteinander.“

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Persönliche Kontakte nicht möglich

Denn die Hilfe durch den Verein beschränke sich üblicherweise nicht auf die materielle Ausgabe. Eigentlich verweile man bei Tierbesitzern, die Futter für ihre Tiere bekommen, noch ein wenig, und man plaudere ein wenig. „Wir haben ein offenes Ohr für die Menschen, die uns anfragen, und versuchen auch mal ein wenig zur Seite zu stehen, im Moment geht uns das ein bisschen verloren“, sagt Stefanie Jaksch.

Die Futterausgabe verlaufe derzeit so, dass die zusammengestellten Pakete nach Absprache bei den Tierbesitzern abgestellt werden. Auf diese Weise wird der direkte Kon- takt vermieden. „Gespräche gibt es im Moment nur am Telefon, so versuchen wir die soziale Komponente unserer Tätigkeit auch weiterhin aufrechtzuerhalten.“

Auszeichnungen für Verein

Denn manchmal sind die Mitglieder des Vereins auch Seelentröster oder Ratgeber bei Fragen rund um die Tiere. Und das wird honoriert. Im vergangenen Jahr landete der Verein beim RTL Com.mit-Award 2019 unter dem Motto „Local Heroes Landleben läuft durch dich!“ den 2. Platz in der Kategorie Einzelpreis. Stefanie Jaksch nahm die Auszeichnung aus den Händen der Moderatorinnen Katja Burkhardt und Inka Bause entgegen.

Kurz danach erhielten die Ringelsdorfer den Sonderpreis des Deutschen Tierschutzpreises 2019. In diesem Jahr ist die Brauerei Krombacher auf den Verein aufmerksam geworden. 2500 Euro bekam der Ringelsdorfer Verein aus der jährlichen Spendenaktion des Unternehmens. Die Notnasen-Hilfe trage durch ihr Engagement dazu bei, dass Tiere nicht ins Tierheim gegeben oder sogar ausgesetzt werden, heißt es von Krombacher. Man habe das Auswahlgremium genau durch die umfangreiche Unterstützung von Tierbesitzern überzeugen können.

Willkommener Geldsegen

Mit der Spende will der Verein Tierbesitzer bei anfallenden Tierarztkosten unterstützen, damit dringend notwendige Behandlungen durchgeführt werden können. Zudem solle das Geld für weitere Futterspenden verwendet werden. „Wir geben es komplett für unsere Unterstützung der Tierhalter aus“, verspricht die Vereinsvorsitzende, für die der Geldsegen fast ein kleines Weihnachtswunder war. „Wir haben uns sehr darüber gefreut.“

Bewegt waren die Vereinsmitglieder auch durch die Unterstützung aus der Bevölkerung. „Wir geben in diesem Jahr kein Geld für die Weihnachtsfeier aus und lassen es lieber den Notnasen zukommen“, hätten viele Menschen gesagt. Auch Futterspenden seien in den entsprechenden Boxen in Einkaufsmärkten in und um Genthin gelandet. So geht der Verein solide aufgestellt in das neue Jahr. Denn auch weiterhin werde die Arbeit der Ringelsdorfer benötigt, die Nachfrage bleibe voraussichtlich hoch, schätzt Stefanie Jaksch.