Paplitz/Tucheim l Fröhlich klingelten und winkten die Radler bei der ersten Tour auf frisch asphaltierter Strecke. Denn, es ist vollbracht. Der kombinierte Rad- und Wirtschaftsweg zwischen Paplitz und Tucheim ist für die Nutzung freigegeben. In einer großen Sternfahrt wurde der Weg von den Radfahrern eröffnet.

Weg wird gut angenommen

„Wir freuen uns, dass die Strecke so gut angenommen wird“, hieß es seitens der Agrargenossenschaften Paplitz und Tucheim. Die beiden Ortsansässigen Unternehmen hatten zu der Einweihungsfeier eingeladen. Denn schließlich sei die Eröffnung eines Weges, durchaus ein Ereignis. Dass sahen die Bewohner der angrenzenden Ortschaften genau so.

„100 Teilnehmer waren aus Richtung Tucheim dabei und 60 aus unserer Richtung“, berichtet der Paplitzer Stadtrat Franz Schuster. „Wir haben lange auf den Weg parallel zur B 107 gewartet“, erinnerte Schuster. Jetzt sei dieser vorhanden und es fahre sich wunderbar.

Strecke zu Fuß gegangen

Die Radler trafen sich an der Polterbrücke, wo eine Rast mit Würstchen, kühlen Getränken und Kaffee eingelegt wurde. Es gab ein paar Reden und einige Fachsimpeleien über den neuen Weg. Dieser ist 5656 Meter lang und hat etwas mehr als eine Millionen Euro gekostet. Zum großen Teil finanziert von Bund und EU, einen kleineren Teil steuerten die Ortschaften bei.

Dass der Weg nicht nur Radlern nutzt, sondern auch Fußgängern, bewies der Mützeler Ortschef Rüdiger Feuerherdt. Er war von Paplitz zu Fuß zur Polterbrücke gekommen. „Ein Radweg kann auch ein Wanderweg sein, auch Laufen funktioniert hier ganz gut“, stellte er fest.

Mehrwert für Tourismus

An der symbolischen Einweihung nahm auch der stellvertretende Landrat Thomas Barz teil. Er hatte als Genthiner Bürgermeister die Entwicklung des ländlichen Weges von der Planung bis zur Umsetzung in den vergangenen drei Jahren aktiv begleitet. Er nannte den Weg ein fantastisches Projekt. Es zeige, was entstehen könne, wenn die Beteiligten an einem Strang ziehen würden.

Barz hatte bereits in der vergangeneheit betont, dass der neue Weg ein echter Mehrwert für die Region sei, auch weil damit der im Frühjahr neu eröffnete Rast- und Spielplatz in Paplitz von Radtouristen angesteuert und genutzt werden könne. Allerdings müssen sich die Nutzer den Weg teilen. Denn, auch das wurde während der Einweihung betont, ist es ganz klar ein kombinierter Wirtschaftsweg, der auch der Landwirtschaft zur Verfügung stehen soll.

Gemeinsame Nutzung

Das werde der Sache keinen Abbruch tun, waren sich die Agrarbetriebe und die Teilnehmer der Eröffnung einig. „Der vor zwei Jahren eingeweihte Weg zwischen Tucheim und Karow hat gezeigt, dass sich die Interessen durchaus unter einen Hut bringen lassen“, fanden Monika und Joachim Böhl vom Heimatverein Tucheim.

Der neue Weg sei ebenfalls sehr gut angelegt. „Das ist ein ganz glatter Asphalt, da muss man die Macher loben“, befand Joachim Böhl nach der ersten Radtour. Stadtrat Peter Bodamer war nach der Fahrt ebenfalls voll des Lobes. Es ist eine gute Sache, gerade auch für Familien mit Kindern. Rad an der B 107 zu fahren sei viel zu gefährlich, es sei gut, dass es nun eine sichere Alternative gäbe.

Viele Wege in Region

Interessant ist für Radler, dass von Tucheim kommend nun eine ganze Reihe von Strecken zur Verfügung stehen. Etwa nach Schopsdorf oder über Paplitz, nach Ziesar bis nach Belzig in den Fläming.

Auch lässt sich über den erwähnten vor zwei Jahren eröffneten Weg nach Königsrode und Kade fahren. Von dort ist man relativ schnell (wenn auch nicht mit einem direkten Radweg verbunden) am Elbe-Havel-Kanal-Radweg, auf dem Radweg nach Jerichow, am Havel-Radweg oder auch am Altmark-Rundkurs.