Landesprogramm „Stadt und Land“

Endlich: Aussicht auf Fördermittel lässt Stadt Genthin mit Planungen für Radweg nach Mützel beginnen

Seit etwa fünf Jahren ist ein Radweg zwischen Genthin und Mützel Thema im Ortschaftsrat. Jetzt packt die Genthiner Stadtverwaltung das Vorhaben an, weil es dafür Fördergeld in beträchtlicher Größenordnung gibt.

Von Susanne Christmann 23.07.2021, 16:03 • Aktualisiert: 23.07.2021, 17:25
Wer hier Rad fährt, fährt nicht auf dem schmalen Weg links, sondern auf der Straße rechts. Autofahrer  dürfen auf der schmalen Straße 70 km/h fahren. Rechts auf der Feldseite soll deshalb ein separater Geh- und Radweg neu angelegt werden.
Wer hier Rad fährt, fährt nicht auf dem schmalen Weg links, sondern auf der Straße rechts. Autofahrer dürfen auf der schmalen Straße 70 km/h fahren. Rechts auf der Feldseite soll deshalb ein separater Geh- und Radweg neu angelegt werden. Foto: Susanne Christmann

Genthin/Mützel - Wer mit dem Fahrrad von Genthin nach Mützel (oder umgekehrt) will, der hat derzeit zwei Möglichkeiten: Entweder er fährt auf der Straße oder er nutzt den Weg unter den Baumkronen. Aber: Die Verbindungsstraße in das Örtchen am Zernausee ist sehr schmal. Und ziemlich kurvig. Der Weg unter den Kronen der vielen alten Bäume ist ebenfalls sehr schmal, streckenweise holprig und an einigen Stellen auch zugewachsen. Bleibt also die Straße. Autos dürfen hier immerhin 70 Kilometer in der Stunde fahren. Das kann für Radler gefährlich werden, wenn sie aufgrund der Kurven einen heransausenden Pkw erst spät wahrnehmen können.

Seit etwa fünf Jahren verging gefühlt keine Ortschaftsratssitzung, ohne dass über einen neuen Radweg debattiert wurde. Jetzt packt die Genthiner Stadtverwaltung das Projekt an. Im Bau- und Vergabeausschuss wurde ein erster Beschluss dazu gefasst. „Dem Regelwerk folgend“, so steht es im Planungspapier für den neu anzulegenden gemeinsamen Geh- und Radweg zwischen Genthin und Mützel brauchen Geh- und Radweg nicht separat angelegt werden - dafür sei das Verkehrsaufkommen nicht hoch genug.

Und: Für Planung und Bau von Radwegen gibt es in den nächsten Jahren vom Land viel Geld. „Stadt und Land 2021 bis 2023“ heißt das Programm und bietet die Möglichkeit, Fördermittel für Radwegbaumaßnahmen im Umfang von bis zu 90 Prozent zu beantragen.

Mit 67 Flächeneigentümern muss verhandelt werden

Das will die Stadt nutzen, indem sie den gemeinsamen Geh- und Radweg, der bisher in Genthin auf der Höhe des Garagenkomplexes in der Mützelstraße endet, bis nach Mützel fortführt. Einfach den vorhandenen schmalen Weg (von Genthin aus links gesehen) verbreitern geht nicht, da auf dieser Seite entlang des Mützeler Weges der Mühlgraben fließt und viele Bäume stehen. Auf der anderen Seite stehen weder Bäume, noch Bach dem Vorhaben entgegen.

Dafür muss die Stadt hier mit insgesamt 67 Flächeneigentümern verhandeln, um deren Erlaubnis für den Bau auf deren schmalen Flächen zu bekommen. Damit habe die Stadt, so Fachbereichsleiterin Dagmar Turian bei der entscheidenden Beschlussfassung im jüngsten Bau- und Vergabeausschuss, bereits begonnen.

Das Ministerium habe geraten, so schnell wie möglich noch in diesem Jahr mit den Planungen zu beginnen und den Förderantrag zu stellen. Denn selbst wenn der Bau mit Blick auf den nötigen Grunderwerb nicht bis zum 31. Dezember 2023 beendet werden könnte - es werde nach 2023 bis 2027 weitere Förderprogramme für solche Projekte geben.

Zunächst braucht die Stadt für die Planungen 48.540 Euro. Im kommenden Jahr muss das Gesamtprojekt dann im Haushalt berücksichtigt werden.

Hier (rechts) ist der gemeinsame Geh- und Radweg in Genthin zu Ende. Er soll nun den Planungen nach bis Mützel weitergeführt werden.
Hier (rechts) ist der gemeinsame Geh- und Radweg in Genthin zu Ende. Er soll nun den Planungen nach bis Mützel weitergeführt werden.
Foto: Susanne Christmann