Bürgermeister Barz: "Fifty-Fifty"-Modell ist eine charmante Idee"

Energiedetektive spüren Einsparungen auf

Von Simone Pötschke

Genthin l Wie können Kinder zum Energiesparen erzogen werden. Welche Anreize können dafür geschaffen werden? Genthin will es mit einem so genannten "Fifty-Fifty"-Modell versuchen. Der wohlgemeinte Ratschlag allein macht es oft nicht. Jeder, der täglich mit Kindern zu tun hat, weiß das nur zu gut. "Regulier die Heizung runter, der Raum ist überheizt", "Das Licht muss nicht so langen leuchten, schon gar nicht, wenn niemand im Raum ist". "Offene Türen, offene Fenster und, und, und ..."

Mit einem "Fifty-Fifty"-Projekt wollen die Genthiner Stadtväter, vorausgesetzt es wird von den Stadträten im Dezember abgesegnet, den berühmten pädagogischen Hebel ansetzen. Dieses Modell sei eine Anregung von Andy Martius, Vorstand des DRK-Regionalverbandes Magdeburg - Jerichower Land, gewesen, die er mit ihm auf dem "Marktplatz Kultur, Schule und Wirtschaft" erörtert habe, sagt Genthins Bürgermeister Thomas Barz. Andy Martius sei diese Idee aus anderen Bundesländern bekannt, wo sie sehr erfolgreich praktiziert werde.

Demnach würden in den kommunalen Kindereinrichtungen der Stadt, in den Kitas und Grundschulen pro Gruppe zwei, drei kleine Steppkes eine Ausbildung zum "Energiedetektiv" erhalten. Sie werden kindgerecht damit vertraut gemacht, wie Energie gespart werden kann und "spüren" Einsparmöglichkeiten auf.

Wenn die einzelnen Verbräuche der Jahre dann verglichen werden, kann die eine Hälfte auf das symbolische Konto der Stadtkasse vereinnahmt werden, die andere Hälfte aber geht direkt an die Einrichtung in Cent und Euro.

In anderen Kommunen konnten, so Barz, im ersten Jahr des "Fifty-Fifty"-Projektes bis zu 20 Prozent des Energieverbrauchs gesenkt werden.

Für Genthins Bürgermeister ist der Ansatz des "Fifty-Fifty"-Projektes eine "charmante Idee". Dabei könne wirklich nichts schiefgehen, so dass man dieses Modell durchaus in Angriff nehmen sollte, sagt er.

Er sieht deren Vorteile darin, dass die Kinder einerseits lernen, mit Energie bewusster umzugehen. Andererseits erfahren sie, dass sich Sparen auch lohnen kann.

Wenn das "Fifty-Fifty"-Projekt gut anläuft, kann sich Barz auch vorstellen, dass die Einsparungen, die im wahrsten Sinne des Wortes auf das Konto der Kinder gehen, einen kleinen Beitrag zu jenen 50 000 Euro Energie-Einsparkosten beisteuern, die sich die Stadt im Haushaushaltskonsolidierungskonzept jährlich auferlegt hat.