Genthin/Magdeburg l Sie redet von Dingen wie Pitch, Konkurrenzanalyse und Kostenkalkulation. Man könnte denken, man habe es mit einer studierten Betriebswirtschaftlerin zu tun. Dabei ist Stefanie Könitzer gerade einmal 16 Jahre alt und besucht das Genthiner Bismarck-Gymnasium. Dort belegt sie jedoch das Fach Wirtschaft und hat in dessen Rahmen am landesweiten Schülerwettbewerb „futurego“ teilgenommen.

Dabei geht es darum, „eine Geschäftsidee vom Konzept bis hin zum Prototypen zu entwickeln, wobei schulpädagogische und betriebswirtschaftliche Themen verbunden werden“, wie es auf der Internetseite von futurego heißt.

Bekannter lieferte die Idee

„Dazu haben wir uns im Wirtschaftsunterricht ausführlich mit Unternehmensgründung beschäftigt“, sagt Stefanie Könitzer. Die Geschäftsidee zu dem „iSee“ (englisch für „ich sehe“) sei ihr dann recht schnell gekommen: „Ich habe einen Bekannten, der ist sehr schludrig und hat sein Portemonnaie mitsamt Geld und Ausweisen verloren.“

Damit das nicht passiert beziehungsweise man die verlorenenen Sachen schnell wiederfindet, hat sie sich kleine Sender ausgedacht, die man an den jeweiligen Objekten befestigen kann. Über eine Handy-App kann man diese anschließend über das Global Positioning System (GPS) lokalisieren. Auch eine Umsetzung als Kette, Armband oder Schlüsselanhänger kann sich Stefanie Könitzer vorstellen.

Hilfe für gestürzte Senioren

Denn die Genthinerin hat noch weiter gedacht: „Das könnte auch älteren Leuten helfen, die gestürzt sind und sich etwas gebrochen haben. Wenn sie das Gerät bei sich haben, können sie damit einen Alarm an den Notdienst weiterleiten“, erklärt sie den Notfallschalter, der jedoch länger gedrückt werden muss, „damit der Notfallruf nicht versehentlich gesendet wird“, wie sie weiter erklärt.

Ein fertiges Produkt kann die Schülerin – zumindest derzeit – natürlich nicht auf den Markt bringen. Aber bereits mit der Idee, dem dazu entwickelten Konzept und Modellen aus Pappe konnte sie bei den Veranstaltern des Wettbewerbs punkten.

Konzept allein entwickelt

Und im Gegensatz zu den anderen Schülern aus ganz Sachsen-Anhalt, die jeweils in Dreier-Gruppen angetreten sind, haben die Genthiner Gymnasiasten die Konzepte allein entwickelt. „Wir wollten uns beweisen, dass wir es auch alleine schaffen“, sagt Stefanie Könitzer.

Das betont auch Elisa Preiß: „Besonders die Tatsache, dass sich Stefanie Könitzer als Einzelkämpferin gegen so viele Schülerteams durchgesetzt hat, lässt sich hervorheben.“ Die Projektmanagerin von futurego Sachsen-Anhalt lobt weiter: „Während sich andere Schülerteams bei der Recherche und Geschäftsideenentwicklung die Aufgaben entsprechend ihrer Interessen aufteilen konnten, hat Stefanie dies alles allein gemeistert und wurde dafür mit dem dritten Platz belohnt.“

Siebenköpfige Jury

Dieser wurde ihr vorige Woche in Magdeburg verliehen. „Meine Wirtschaftslehrerin und Schulkameraden waren dabei, um mich anzufeuern“, zeigt sich Stefanie Könitzer erfreut. Sie habe zunächst „ziemlich Bammel“ gehabt, ihre Konzept vor den rund 350 Gästen und der Siebenköpfige Jurysiebenköpfigen Jury, bestehend aus Vertretern verschiedener Unternehmen, vorzustellen. „Aber es lief gut und war eine schöne Erfahrung“, resümiert sie.

„Das Spannende war, die anderen Teams und ihre Ideen kennenzulernen. Es wäre schön, wenn sich einige davon in die Realität umsetzen lassen“, sagt sie weiter. Beispielsweise die „Energy-Smoothies“ der Quedlinburger Schüler, die den ersten Platz gewonnen haben. Oder die Idee von Schülern der Hallischen Südstadt. Mit deren „Green Stripes“, also grüne Streifen, soll die Haltbarkeit von Lebensmitteln einfach überprüft werden können.

Preise für Bestplatzierte

Für ihre Konzepte bekamen die bestplatzierten Schüler auch Preise. Bereits für ihr Ideenpapier hat Stefanie Könitzer einen 100-Euro-Gutschein für eine Handelsplattform gewonnen. Diesen möchte sie in erster Linie in Büroartikel investieren. „Blöcke, Stifte und Ähnliches kann man immer gebrauchen“, sagt sie.

Für den dritten Platz in der Finalrunde hat die Genthinerin neben einem Blumenstrauß und einem Pokal sogar 500 Euro gewonnen. Was sie sich davon kaufen möchte, weiß sie indes noch nicht, aber es soll „eine Belohnung für die harte Arbeit“ sein, wie sie sagt.