Redekin l Blue Hubbard, Butternut oder Hokkaido, so heißen einige der Kürbis-Sorten, die auf dem Grundstück von Guido Neumann in Redekin wachsen. Dieses Jahr sei ein „gutes Kürbisjahr“ gewesen und die voll und bunt gefüllten Regale geben ihm recht. Die muten wie ein Gang durch die variantenreiche Vielfalt der Kürbiszucht, einem Museum an.

Verschiedene Kürbissorten

Hier bestaunen die Gäste jedes Jahr aufs Neue rund zwei Dutzend verschiedene Kürbissorten – vom kleinen Zierkürbis bis hin zum Riesenzentner – und wenn sie Gefallen daran finden, dürfen sie sich den einen oder anderen ins Auto laden und mitnehmen. Besonders ins Auge fallen Kalebassen, wie die Flaschenkürbisse genannt werden oder die wie gewaltige Gurken aussehenden Zucchini.

Alles fing mit einem Urlaub in der Türkei an, so Guido Neumann. „Dort fiel uns eine Frucht auf, die wie eine riesige Zucchini aussah“, berichtet Guido Neumanns Sohn Felix. Das habe ihm gefallen und er besorgte sich ein paar Samen zum Ausprobieren. Der Versuch war erfolgreich, schon die erste Ernte begeisterte die Neumanns und so stellte sich für die Familie die Frage: „Wollen wir damit weitermachen?“

Bilder

Das Grundstück, eine ehemalige Baumschule, war da, außerdem bestärkten sie Freunde. „Der eine oder andere Zierkürbis wuchs ja so schon nebenbei am Komposthaufen“, so Felix und warum nicht mit neuen Sorten die Palette erweitern. Vater und Sohn lasen sich in Fachliteratur ein, später kam noch Felix Freundin Tina Grauenhorst dazu. Schließlich wollten sie nicht „ins Blaue“ pflanzen, sondern mit Bedacht und dabei immer mit den Ansprüchen der Gewächse im Blick.

Viel Wasser ist der Schlüssel zum Ernteerfolg

Felix zieht die Kürbisse im Gewächshaus vor, haben sie drei bis vier Blätter entwickelt und es drohen keine Fröste mehr, geht es ab nach draußen. „Wir pflanzen sie im Abstand von 1,50 Metern, so kommen wir noch mit unserem Gartentraktor durch und können damit das Unkraut entfernen.“ Wasser sei, neben etwas Düngung der Schlüssel zum Erfolg, so Felix Neumann weiter.

Je nach Witterung bekommen die Pflanzen während der gesamten Wachstumsphase über Dosierschläuche die Menge Wasser, die sie brauchen, um zu gedeihen. „Natürlich ist die Sonne wichtig“, sagt Felix Neumann zum Schluss und betont, „davon hatten wir ja in der letzten Zeit reichlich.“

Ufo-Kürbis im Garten

Mittlerweile haben sich die Kürbisernten der Neumanns als Hingucker entwickelt, denn von der Bundesstraße 107 sind sie gut zu sehen. Manch Reisender hält an und lässt sich erklären, was es mit der Cucurbita, so der Gattungsbegriff der Kürbisgewächse, auf sich hat. „Ins Auge fällt immer wieder das Ufo“, weiß Tina Grauenhorst. Das sind linsenförmig abgeplattete Gartenkürbisse, die jung geerntet werden. Dadurch entwickeln sich immer wieder neue Blüten und, laut Felix Neumann, wird die Ernte dann um so reichhaltiger.

Denn der Kürbis, ob roh, geschmorrt oder gekocht, ist ein wahres Kraftpaket. Er steckt voller Vitamine wie auch Mineralien und ist reich an wertvollen Ballaststoffen. Damit gehört der Kürbis zu den gesündesten Lebensmitteln, die im Herbst frisch geerntet werden.