Parchen l Vor den Lohn haben die Götter den Schweiß gesetzt. Und vor die Ernte die Arbeit. Bevor in Parchen also Erntedank gefeiert wurde, gab es viel zu tun. Zuerst für die Landwirte, dann für die Organisatoren des Festes. Klapperhalle auf Vordermann bringen, schmücken, Gestecke basteln, Erntekrone anfertigen, Strohpuppen anziehen... Die Liste des Heimatvereins war lang. Davon dass die Mitglieder Punkt für Punkt akribisch abgearbeitet haben, konnten sich die Besucher des Erntedankfestes am Sonnabend überzeugen.

Am frühen Nachmittag übernahm Pfarrerin Beate Eisert die Segnung der Erntekrone am alten Entenpfuhl an der Steinstraße. Ursprünglich danken die Christen mit dem Fest im Herbst Gott für die Ernte. Eisert nutzte dafür ein Gedicht von Theodor Fontane, der ganz in der Nähe, nämlich im brandenburgischen Neuruppin, seine Kindheit verlebte. „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ erzählt von einem Birnenbaum und mahnt, was die Natur dem Menschen schenkt, zu schätzen.

Dass sie die Ernte schätzen, zeigten die Parchener mit einem Umzug, an dem sich das ganze Dorf beteiligte. Vorne weg liefen die Vorsitzenden von Heimatverein (Elke Lendner) und Feuerwehr (Gerd Keppler) sowie die Bürgermeister von Parchen (Dr. Hubert Schwandt) und Genthin (Thomas Barz). Gleich dahinter wurde die Erntekrone von Eric Haar im Traktor kutschiert. Die Parchener Vereine liefen natürlich ebenfalls mit, allen voran der Heimatverein.

Das Team um Vorsitzende Elke Lendner ist Ausrichter des Festes und sorgte auch in diesem Jahr für zufriedene Gesichter. Unter anderem bei den Mitgliedern von Feuerwehr, Angel- und Motorsportverein sowie den Sportlern der TSG Parchen. Die Fülle der teilnehmenden Vereinsmitglieder zeigte, dass das Parchener Dorfleben Abwechslung zu bieten hat und sorgte nebenbei für ein imposantes Bild.

Ein besonderer Platz gebührte den Ernteergebnissen. Kürbisse, Maiskolben, Äpfel, und Möhren fuhren auf Traktoren und Anhängern mit. Besonders hübsch anzusehen war die Erntekrone. Sie wurde von den Mitgliedern des Heimatvereins angefertigt. „Das Korn, zum Beispiel von Gerste oder Hafer, wird erst geschnitten und dann in viele kleine Sträußchen gebunden“, erzählt Marika Schröder. „Die werden schließlich zusammengefügt.“

Das Ergebnis konnte sich sehen lassen, erstmalig wurde die Erntekrone nicht aufgehangen, sondern in der Klapperhalle zum Bestaunen ausgestellt.

Hier fanden sich nach dem Umzug auch die Parchener ein, die dorfeigenen Line-Dancer sorgten mit Musik und Tanz für Stimmung, bevor das üppige Kuchenbuffet gestürmt wurde. „Dafür ein ganz großes Dankeschön an die vielen fleißigen Bäckerinnen“, sagte Elke Lendner. Für die musikalische Umrahmung sorgte wie schon beim Umzug der Genthiner Musikexpress. Die Türen zum angrenzenden Spielplatz wurden geöffnet und so verlebten Klein und Groß einen gemütlichen Nachmittag.

Einen Höhepunkt hatte man sich bis zum Schluss aufgehoben, nämlich die Preisverleihung des traditionellen „Herbstschlösschen-Wettbewerbs“. Hierbei gilt es, das Haus mit Ernteprodukten zu schmücken. In diesem Jahr war die Beteiligung so rege, dass der dritte Platz gleich drei Mal vergeben wurde. Über eine Flasche Sekt freuten sich Jürgen Schröder, Olaf Thiemer und Vorjahressieger Siegfried Weinholz. Auf den zweiten Platz kam Torsten Kotzam, dessen „vorzügliche Hofeinfahrt“ von Elke Lendner besonders gelobt wurde. Der Sieg ging in diesem Jahr in die Steinstraße zu Günther Kampe, wo der Pokal sicher einen würdigen Platz finden wird.