„Elegante“ Lösung

Ersatzloser Rückbau des Bürgersteiges in der Genthiner Bebelstraße beschlossen

Erst war er durch Pflanzenausläufer vom angrenzenden Bahngrundstück vollkommen zugewachsen. Nachdem diese entfernt waren, kamen zerborstene und angehobene Gehwegplatten zum Vorschein. Jetzt kommt der Gehweg ganz weg.

Von Susanne Christmann 21.07.2021, 15:42
Diesen Gehweg an der Bebelstraße gibt es bald nicht mehr. Er wird ersatzlos zurückgebaut. An seine Stelle tritt Rasen.
Diesen Gehweg an der Bebelstraße gibt es bald nicht mehr. Er wird ersatzlos zurückgebaut. An seine Stelle tritt Rasen. Foto: Susanne Christmann

Genthin - Nun ist es beschlossene Sache. Der Gehweg in der Bebelstraße, der entlang der Flächen der Deutschen Bahn verläuft, kommt endgültig weg. Der Bau- und Vergabeausschuss hat jetzt einstimmig den ersatzlosen Rückbau des Bürgersteiges beschlossen. An seine Stelle soll nun Rasenfläche treten.

„Warum sind wir darauf nicht eher gekommen?“ stellt Gerd Mangelsdorf (CDU) in der Ausschusssitzung die eher rhetorische Frage, so „elegant“ und „einfach“ erscheint allen diese Lösung. Ohne großartige Investitionen könne die Stadt damit möglichen Schaden für die Bürger abwenden und komme gleichzeitig ihrer Verkehrssicherungspflicht nach.

Pappeln wuchern wie wild

Dabei sind weder die Stadt noch Genthiner Bürger die Verursacher des desolaten Zustands des Bürgersteiges. Anwohner Peter Kösling hatte die Volksstimme im September vorigen Jahres auf das Problem aufmerksam gemacht, nachdem seine Kommunikation mit dem Ordnungsamt nicht so richtig zu fruchten schien. Vom angrenzenden Gelände der Deutschen Bahn hätten Ausläufer der dort wachsenden Pappeln den Weg auf einem Abschnitt nicht zum ersten Mal vollkommen überwuchert. Eine „ordnungsbehördliche Verfügung der Stadt“ sorgte dann dafür, dass der Weg freigeräumt wurde.

Trotzdem kann und darf ihn seither keiner benutzen. Denn nach dem Freiräumen kamen arge Stolperfallen zum Vorschein. Wurzelwerk der Pflanzenausläufer hatten dafür gesorgt, dass Gehwegplatten hochgehoben, an einigen Stellen zerborsten und verschoben worden sind. Aufgestellte Warnbaken fordern seitdem auf, an dieser Stelle die Seite zu wechseln und den Gehweg auf der anderen Straßenseite zu nutzen.

Gehweg wird an dieser Stelle nicht mehr gebraucht

Die Stadt stellte fest, dass die auf dem Bahngrundstück üppig wachsenden Pappeln zwar gefällt, aber deren Stubben nicht entfernt worden waren. Dadurch hätten die Wurzeln weiter ausgetrieben und den Gehweg beschädigt. Gleichzeitig kommt sie nach Überprüfungen zu den Ergebnissen, dass der Gehweg auf dieser Straßenseite nicht durchgängig entlang läuft und der „Ziel- und Quellverkehr“ ohnehin auf dem Gehweg auf der anderen Seite stattfinde. Deshalb müsste in diesem Bereich nicht mehr zwingend ein Gehweg „vorgehalten“ werden.

Peter Kösling sieht den Beschluss zum Rückbau „pragmatisch“. Es sei das Beste, was die Stadt machen könne. Ein Schandfleck und eine Gefahrenquelle verschwänden dadurch endlich, sagt er der Volksstimme am Telefon. Seiner Meinung nach sei dieser Gehweg ohnehin zu schmal und würde heutigen Anforderungen deshalb nicht mehr genügen.