Hohenseeden l In den zurückliegenden Tagen beschäftigten sich die Verwaltung, der Ortschaftsrat sowie der Bau- und Vergabeausschuss mit dem bereits beschlossenen Kita-Bau in Hohenseeden. Wie der Hohenseedener Ortsbürgermeister Gerald Buhl mitteilte, gab es bei der Entscheidung des Ortschaftsrats Geschlossenheit. Einstimmig votierte der Ortschaftsrat für eine der Varianten. Dabei handelt es sich um die teuerste der vier Varianten. Aber, so die einstimmige Meinung der Ortschaftsräte, hier wurden die Vorgaben der Gemeinde umgesetzt und die Planung sei realistisch.

Geplant ist bei dieser Variante ein eingeschossiges, barrierefreies Gebäude, mit teilweise ausgebautem Dachgeschoss. Das Gebäude gliedert sich in vier Bereiche. Dem Eingangsbereich sind alle zentral notwendigen Räume angegliedert, daran schließt im Norden der Krippenbereich für 15 Kinder und im Süden der Kindergartenbereich für 25 Kinder an. Im ausgebauten Dachgeschoss befindet sich ein Personalaufenthaltsraum und zudem ein Büro. Die Sanitärbereiche liegen zentral in unmittelbarer Nähe zu den Gruppenräumen. Jeder Gruppenraum verfügt über einen direkten Ausgang zum Außengelände.

Robust

Wie Bürgermeisterin Nicole Golz, welche die vier Varianten sowohl im Ortsbeirat als auch im Bau- und Vergabeausschuss vorstellte, anmerkte, sei vor allem die Verwendung von Kunststoff beim Bau ein wichtiger Faktor. „Der Bau ist nach Fertigstellung sehr robust.“ Bereits ein Thema beim Beschluss zum Standort und zum Bau der Kita, spielen die 33 Lindenbäume eine wichtige Rolle. „Wir haben als Vorgabe mit auf den Weg gegeben, dass so wenig Bäume wie möglich gefällt werden“, erklärte die Bürgermeisterin in diesem Zusammenhang. Das favorisierte Planungsbüro machte hierzu auch konkrete Angaben. Laut Planungsvorschlag sind sechs Bäume zu fällen.

Ein weiterer wichtigerer Aspekt sei ein 105 Quadratmeter großer Bewegungsraum, der bei Bedarf auch geteilt werden kann. „Der Planer hat sich die meisten Gedanken gemacht“, so Golz

Zum Bedarf einer Kita hat sich auch der Landkreis geäußert. „Zum jetzigen Zeitpunkt arbeiten die Kindertageseinrichtungen in Trägerschaft der Gemeinde Elbe-Parey mit Ausnahmegenehmigungen. Die Kindertageseinrichtung in Hohenseeden ist voll ausgelastet“, antwortet der Landkreis auf Anfrage. Aufgrund der Ergebnisse der Jugendhilfeplanung erscheine eine Förderung eines Kita-Neubaus in Hohenseeden mit Mitteln des Investitionsprogrammes Kinderbetreuungsfinanzierung allerdings nicht gerechtfertigt, da andere Maßnahmen in Burg und Möser essentiell für eine bedarfsgerechte Versorgung mit Kitaplätzen sind und die Mittel damit ausgeschöpft. Gleichwohl würde ein Neubau insgesamt zu einer Entspannung der Versorgungssituation im Bereich der Kita-Betreuung im Landkreis beitragen und die Wunsch- und Wahlmöglichkeiten der Eltern verbessern.

Autonom

„Der eventuelle Neubau einer Kita ist eine autonome Entscheidung der Gemeinde in deren eigenem Wirkungskreis, das heißt, ob ein Neubau ohne Aussicht auf Förderung zweckmäßig ist, muss die Gemeinde für sich entscheiden“, so der Landkreis.

So muss die Gemeinde Elbe-Parey ohne Fördermittel agieren. Die Kosten für den Kindergarten-Neubau belaufen sich nach derzeitigem Stand auf rund 1,3 Millionen Euro. In enger Abstimmung mit der Kämmerin Christina Müller ist für die Gemeinde klar: Der Bau ist zu finanzieren. Die Hälfte kommt vom Konto, die andere Hälfte sei bei den Haushaltsplanungen für das Jahr 2019 zu berücksichtigen. Diese sollen im Oktober diskutiert werden.

In der Ortschaftsratssitzung in Hohenseeden wurde emotional von einer Familie Kritik an dem gesamten Verfahren geübt, die jedoch auf den weiteren Prozess derzeit keinen Einfluss hat.

Es gab Anfragen, jedoch keine Beanstandungen hinsichtlich des Gemeinderatsbeschlusses der Gemeinde zum Kita-Neubau“, teilte die Kommunalaufsicht des Landkreises auf Anfrage mit.