Genthin l So viele Teilnehmer hatte der Silvesterlauf noch nie. Lange Schlangen, gab es bei der Anmeldung. Siegfried Hünecke, Vereinschef vom veranstaltenden Lauf- und Triathlonverein Genthin, musste immer wieder neue Listen nachlegen, damit sich alle Starter eintragen konnten.

Am Ende gingen mehr als 250 Läufer an den Start im Altenplathower Volkspark. Darunter viele Kinder und Mitglieder aus Genthiner Vereinen – etwa die Parchener Laufsocken, Sportfreunde des TSV Brettin/Roßdorf, Borussen, Sportler des SV Chemie, des Genthiner Judovereins, natürlich die Läufer des Veranstalters und vor allem viele laufbegeisterte Genthiner mit ihren Familien.

Daneben waren Gäste aus Berlin, Brandenburg und auch Tangermünde unter den Läufern. „Wir haben eine Vereinskollegin aus Jerichow, die uns vor einigen Jahren auf die Idee zur Teilnahme gebracht hat“, berichtet Janett Theele vom Verein Tangermünder Elbdeichmarathon. So sei man seit drei bis vier Jahren mit einigen Teilnehmern am Start. „In diesem Jahr war das Wetter gut, und das Laufen hat Spaß gemacht“, fügt Theeles Vereinskollege Fritz Krämer hinzu. Beim letzten Lauf des Jahres geht es nicht um Bestzeiten, sondern um den Spaß an der Bewegung. Sieben Kilometer werden maximal absolviert.

Bilder

Lockeres Regelwerk

Anfänger, Kinder oder Wiedereinsteiger können aber nach jeder Runde aufhören. Das lockere Regelwerk ist es wohl, das dem Silvesterlauf alljährlich das bunt gemischte Publikum beschert. „Es ist kein Wettbewerb, sondern ein lockerer sportlicher Jahresausklang“, hatte Siegfried Hünecke zu Beginn der Veranstaltung erinnert. So wurden die Läufer auch eifrig angefeuert, und es herrschte eine ausgelassene familiäre Atmosphäre.

Locker lief in diesem Jahr der 17-jährige Erik Graper dem Feld vorweg, eine Ehre, die sonst eigentlich einem der schnellsten Genthiner, Paul Weinmann, zuteil wird. „Er ist in diesem Jahr im Dienst und kann leider nicht dabei sein“, erläuterte sein Vater René Weinmann, der gemeinsam mit seiner Frau die Fahne der Lauffamilie hochhielt. „Von Anfang an sind wir zwar nicht dabei, aber seit 2001 bin ich mit meiner Frau jedes Jahr gestartet“, sagte René Weinmann.

Fußballer am Start

Dass die 22. Auflage des Laufs auch für Premieren gut war, bewies Sebastian Kroll, Mitglied bei Borussia Genthin. Die Fußballer gehen jedes Jahr mit einem eigenen Team beim Silvesterlauf an den Start. Kroll war zum ersten Mal dabei und schenkte sich nichts. „Zwischendurch habe ich gedacht, ich muss 112 anrufen“, bekannte er die Strapazen und doch wurde er auch vom Publikum immer wieder angetrieben, ging noch eine Runde und noch eine Runde auf die Piste, bis die sieben Kilometer voll waren.

Eher locker gingen es die Mitglieder der Walking-Gruppe des SV Chemie an. „Stöcker haben wir nicht, das wäre Nordic Walking, wir gehen ohne“, berichteten sie. Sie fügten hinzu, dass es ein Riesenspaß gewesen sei, da Strecke und Witterung perfekt waren. Zum Abschluss stärkte sich die Truppe mit frischen Pfannkuchen und heißem Tee. Auch das eine Tradition beim Silvesterlauf. „Wir freuen uns, dass in diesem Jahr so viele Läufer dabei waren, besonders dass auch so viele junge Leute teilgenommen haben“, sagt Siegfried Hünecke. Die Kinder wurden wie immer mit extra angefertigten Medaillen geehrt.