Steinitz l Die Männer um Ralf Braunschweig machten aus der Not eine Tugend und im Handumdrehen standen übermannsgroße Sonnenschirme, als Regenschutz umfunktioniert, als auch Pavillons über den Tischreihen. So konnten die Gäste geschützt vor dem eigentlich lang ersehnten Nass feiern und plaudern. „Das macht uns als Ort aus“, weiß Organisatorin Claudia Braunschweig zu berichten. Wenn Hilfe Not tue, „dann fassen alle mit an.“ Sei es, um dem Wetter zu trotzen, sei es, um die Kirche instand zusetzen oder die Steinitzer Glocke wieder zum Klingen zu bringen.

Gäste auch aus Tangermünde

Trotz Regen kamen zahlreiche Gäste, zum Teil aus Genthin, Tangermünde oder den benachbarten Havel-Orten. „Hier gibt es leckere Backofen-Gerichte“, so ein Gast und lässt sich das mit Quark und Kräutern belegte, frisch gebackene Fladenbrot schmecken. Herr über den gemauerten Backofen ist Christian Braunschweig. Mit Kennerblick und dem Gefühl für den richtigen Augenblick kümmert er sich darum, dass die Brotfladen gut durchbacken, in ansehnlicher Bräune den Ofen verlassen und so immer reichlich für die Wartenden Leckermäuler zu Verfügung stehen. Zeitgleich kneten, formen und fügen mehrere Frauen Teig auf Bleche und so entsteht Laib um Laib.

Sabine Stimming schneidet Kräuter und rührt Zutaten für den Belag: „Das machen wir immer und so bekommen wir Routine.“ Am Zapfhahn füllten Ralf Braunschweig und Kristin Bauer die Gläser: „Bei dem Wetter wird gern Radler genommen.“ Auch an die Wassertrinker wurde gedacht. Hier hatten die Organisatoren mehrere Behälter mit klein geschnittenen Früchten, die ihr Aroma an Wasser „mit und ohne Musik“ abgaben, bereitgestellt.

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Von Ostrock über Folk

Apropos Musik: Anna & Lars aus Bad Wilsnack ließen Saiten und Stimmbänder vibrieren. Von Ostrock über Rock, Folk bis hin zu Trinkliedern verfügen die zwei Künstler über ein erstaunlich breit gefächertes Repertoire und das, obwohl die beiden „Musik nur so zum Spaß machen“, wie sie sagen. Es gebe weder Tourneen noch Spielpläne, da, wohin man eingeladen werde, sagt Sängerin Anna, trete man dann auf. In Steinitz spielten sie schon im vergangenen Jahr. Hier gefiel es ihnen so gut, dass sie, ohne zu zögern, wieder zusagten. Dem Publikum gefiel es.

Einerseits wollen die Organisatoren mit Veranstaltungen wie dem Hoffest die dörfliche Gemeinschaft festigen, andererseits wolle man auch Spenden sammeln, um immer wieder anfallende Arbeiten an der Steinitzer Kirche möglich zu machen.

Spenden für Kirche

So sei es ebenfalls Tradition, dass die Einnahmen durch Spenden wieder der Kirche zu Verfügung gestellt werden. Wie auch die Spenden der vergangenen Hoffeste, wird das Geld zur Reparatur der Glocke verwendet. Diese befindet sich derzeit in einer Glockengießerei in Kölleda und nach erster Inaugenscheinnahme sei sie schwerer beschädigt ist als zunächst gedacht.

„Das erhöht dann auch die Kosten für die Instandsetzung, doch durch das Hoffest und die Lesung auf dem Landhof Liebsch konnten wir bisher 800 Euro Spendengeld sammeln“, so Claudia Braunschweig.