Gegen Verkauf

Ferchländer Ortschaftsrat stimmt geschlossen gegen den Verkauf der Grundstücke am Steilhang

Brisanz lag schon vor Beginn der Sitzung des Ortschaftsrates in der Luft. Denn die Gerüchteküche um den Antrag eines Ferchländers zum Kauf von Grundstücken am Steilufer brodelte. Dabei hatte die Gemeindebürgermeisterin Nicole Golz in der Sitzung des Gemeinderates deutlich klargestellt, dass die Verwaltung keinen Verkauf der Grundstücke beabsichtige.

Von Bettina Schütze
Vom Steilufer aus haben die Ferchländer und Touristen einen malerischen Blick auf die Elbe.
Vom Steilufer aus haben die Ferchländer und Touristen einen malerischen Blick auf die Elbe. Foto: Bettina Schütze

Ferchland - Der Ortschaftsrat Ferchland hat in seiner jüngsten Sitzung dem Verkauf von Flächen am Steilufer einstimmig eine Absage erteilt. Damit konnten die Ortschaftsräte Daniel Richter, Henry Stielau und Lothar Witte sowie Ortsbürgermeister Otto Schmidt die Gemüter der rund 20 anwesenden Einwohner erst einmal besänftigen. Es gab eine Grundsatzdiskussion zu Grundstückskaufanträgen in der Ortschaft Ferchland, in der auch die anwesenden Bürger zu Wort kamen.

Ortsbürgermeister Otto Schmidt erklärte den Einwohnern, dass es bei dem Antrag um ein bewaldetes Grundstück direkt am Steilufer gehe. Nach Bekanntwerden des Kaufantrages hatten einige Ferchländer ebenfalls Kaufanträge für die besagten Grundstücke gestellt. Die Verwaltung hatte erklärt, dass sie kein Vorkaufsrecht gewähren kann.

Für Ortschaftsrat Daniel Richter steht ein Verkauf der Grundstücke überhaupt nicht zur Debatte. Er erinnerte daran, dass es solch eine Situation vor 20 Jahren schon einmal gab. Michael Rindert, Fachbereichsleiter Haupt- und Ordnungsamt, erklärte den Bürgern, dass grundsätzlich jeder einen solchen Antrag stellen kann. Die Entscheidung darüber, ob der Antrag genehmigt wird, liege letztendlich beim Gemeinderat. „Die Verwaltung“, so Michael Rindert, „hat keinen Anlass gegeben, dieses Grundstück zu verkaufen, auch nicht angeboten“. Bei einem negativen Bescheid werden die Anträge ad acta gelegt.

Bürger wehren sich gegen Verkauf

Die Gegner eines Verkaufs argumentierten, dass der betroffene Bereich ein Naherholungsgebiet für die Ferchländer sei. Auch viele Touristen nutzten den Weg am Steilufer und verweilten mit einem herrlichen Blick auf die Elbe auf den aufgestellten Bänken. Für Ortschaftsrat Henry Stielau „wäre es ein Verbrechen, das Stück am Steilufer zu verkaufen“.

Der Ferchländer Gemeinderat Walter Henning machte in der Diskussion deutlich, dass „für uns Siedlungsbewohner ein Stück Seele verloren gehen würde. Ein Verkauf geht gar nicht.“ An die Gemeinde Elbe-Parey gerichtet, meinte er, dass in das Steilufer weniger investiert werden muss als zum Beispiel in das Zerbener Schloss. Insofern bestehe keine finanzielle Notwendigkeit, das Grundstück zu verkaufen. Ortsbürgermeister Otto Schmidt wies darauf hin, dass nun der Gemeinderat eine Entscheidung über die Kaufanträge fällen wird.

Nicole Golz Bürgermeisterin Elbe-Parey.
Nicole Golz Bürgermeisterin Elbe-Parey.
Foto: Nadin Hänsch