Genthin l Bange Blicke gab es im 21-köpfigen Festkomitee für die 850-Jahr-Feier Genthins im Jahr 2021 beim Blick auf die Kassenlage der Stadt Genthin. Nicht nur, dass die Stadtverwaltung ein langfristiges Defizit im Haushalt eingeplant hat, der im März beschlossene Haushalt wurde seitens der Kommunalaufsicht beanstandet und muss überarbeitet werden.

Bürgermeister bekräftigt Pläne

„Wir haben nach den Meldungen über die Haushaltsprobleme nicht mehr gewusst, ob wir noch weiter machen sollen“, räumte Komiteemitglied Manfred Göbel am Rande der Kulturausschusssitzung ein, an der er und zwei seiner Kollegen als Zuschauer teilnahmen.

„Wir haben uns im vergangenen Jahr als Stadtrat für die Veranstaltung positioniert und die Planung in Auftrag gegeben, das Jubiläumsfest findet statt“, erwiderte der Ausschussvorsitzende Gordon Heringshausen (CDU) übereinstimmend mit Ausschussvertreter Andy Martius (CDU-Fraktion) und sorgte damit für ein erstes deutliches Signal, das Bürgermeister Matthias Günther (parteilos) noch verstärkte: „Die finanziellen Aufwendungen für die Feier müssen im Haushalt abgebildet werden, wir wollen aber die Festwoche stattfinden lassen“, machte er unmissverständlich klar.

Das dürfte Wasser auf die Mühlen der Festkomiteemitglieder sein. Die Veranstaltungsplanerin der Stadt Genthin, Marina Conradi, stellte im Namen des Festkomitees den aktuellen Stand der Planung vor. Aktiv seien bereits die vier Arbeitsgruppen „Finanzen“, „Programm“, „Ordnung/Sicherheit“ und „Marketing“.

Veranstaltung im Spätsommer

Gesetzt sei die Veranstaltungswoche zwischen dem 10. und 19. September 2021. Verbunden werde das Jubiläum mit dem Kartoffelfestwochenende. „Eröffnet wird die Woche mit einem Empfang für die Akteure, die das Programm ermöglicht haben.“ Während der Festwoche sollen sämtliche Bereiche, die die Stadt zu bieten hat, in Aktionen präsentiert werden, also Sport, Lesungen, Theater, Vorträge.

„Wir planen auch öffentliche Touren durch den Volkspark, um über Natur und Tiere zu informieren“, nannte Conradi ein weiteres Beispiel. Auch seien ein Open-Air-Konzert und ein großer Festumzug geplant. Gerechnet wird mit Gesamtkosten von etwa 220.000 Euro oder in einer abgespeckten Version mit Kosten von mehr als 180.000 Euro.

Personalaufwand notwendig

„Bei der kleineren Variante können wir etwa keine Zuschauertribüne für Besucher des Festumzuges aufbauen.“ Auch würden die Blasorchester, Spielmannszüge und Schalmeienorchester nicht so umfänglich eingeladen und würden sich auf die nähere Umgebung beschränken. So oder so schlagen mehr als 150.000 Euro Personalkosten zu Buche. „Wir können das Fest nicht ohne einen bestimmten Personalaufwand vorbereiten und durchführen“, erläuterte Marina Conradi.

TV-Sender begleitet Fest

Gegenfinanziert werden soll die Veranstaltung durch Anzeigen, etwa in Festbroschüren und Flyern. Wieder im Gespräch sei eine Jubiläumsblume, auch der Verkauf eines Genthiner Jubiläumsbieres und eine Tombola zur Finanzierung seien angedacht. „Wir denken zudem über einen Aufruf an Bürger und Unternehmer nach.“ Demnach sollen mit 850-Cent-Spenden aus der Bevölkerung Einnahmen generiert werden.

Auch im Nachhinein könnte sich mit einer Festpublikation und einer Dokumentation auf DVD Geld einnehmen lassen. Die Festwoche wird voraussichtlich vom Stendaler Stadtfernsehen begleitet. „Danach soll es auch eine Zusammenfassung geben.“ In die weitere Planung des Festes wird der Bildungs-, Kultur- und Sozialausschuss stärker als bisher eingebunden, im Ausschuss wird zudem regelmäßig über den Planungsstand der Feierlichkeiten durch das Festkomitee informiert.