Schlagenthin l 77 Schüler und fünf Lehrkräfte stehen auf dem Schulhof in Schlagenthin. Das Wetter ist nicht gerade einladend. Es ist nass, es ist kühl. Aber es muss sein. Gabriele Tusch ist Leiterin der Grundschule und bespricht sich mit Matthias Wienbeck, stellvertretender Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Schlagenthin, ab. Es wird gemeldet: Alle Schüler, alle Lehrer sind nicht mehr im Schulgebäude. Die geübte Evakuierung ist abgeschlossen.

Das Bildungsministerium in Sachsen-Anhalt hat den Brandschutzerziehungstag initiiert. Es gehört zur Image- und Personalgewinnungskampagne des Landes, da es nach Aussage des Ministeriums an Kräften und Nachwuchs für die freiwilligen Feuerwehren fehlt. Die Schüler sollen nicht nur theoretisch mit der Thematik konfrontiert werden, sondern die Inhalte sollen zu einem großen Teil praktisch und spielerisch vermittelt werden. Eine Handreichung des Ministeriums hat das Ziel, der Schule bei der Ausgestaltung zu helfen.

Mit der Freiwilligen Feuerwehr Schlagenthin unter Leitung von Dirk Bothur hat Gabriele Tusch einen verlässlichen Partner gefunden, der auch gut aufgestellt ist. Die Schlagenthiner Wehr baut auf 24 aktive Mitglieder. 40 Mitglieder bilden die Alters- und Ehrenabteilung. Dazu kann die Wehr auf zwölf Mädchen und Jungs in der Jugendfeuerwehr bauen. Das erläutert vor dem Wehrgebäude der stellvertretende Wehrleiter Matthias Wienbeck.

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Besuch im Gerätehaus

Mit zu dem Programm an diesem Tag gehörte auch ein Besuch des Feuerwehrgebäudes. Mit sehr viel Verständnis für die Kleinen erklärt Christian Sünder, was alles ein Feuerwehrmann an Kleidung und Ausrüstung braucht, wenn die Sirene heult und ausgerückt werden muss. An anderer Stelle steht Feuerwehrmann Robert Merten für Fragen zur Verfügung. Auch das Deutsche Rote Kreuz ist mit Martin Winkler vor Ort und informiert die Schüler. Wie wird ein Notruf getätigt? Wie leiste ich erste Hilfe? Wie gehe ich mit Verband und Rettungsdecke um? Viele Fragen werden beantwortet.

In den Klassen selbst wird dann weiter mit den Klassenlehrerinnen Projektarbeit geleistet. So bastelt die neunjährige Sky aus Brettin an einem Feuerwehrauto aus Pappe.

Aus Brettin kommt auch ihr Klassenkamerad Oscar. „Mein Opa ist Feuerwehrmann“, verkündet er stolz. So hat Oscar bereits erste Einblicke in das Wirken der Wehrleute erhalten. Auch der Onkel von Alex engagiert sich in der Feuerwehr. Alex kommt aus Neuenklitsche und lauscht immer gern den Erzählungen des Onkels, wenn dieser wieder einen Feuerwehreinsatz oder eine interessante Ausbildung hinter sich hat.