Mützel l „Im Jahr 2017 war an Einsätzen wirklich alles dabei“, fasst Ortswehrleiter Henryk Lampert auf der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Mützel zusammen. Ob Türöffnungen, Ölspur oder das Freischneiden und Räumen von umgestürzten Bäumen und letztendlich die Brandbekämpfung - die Kameraden der Mützeler Feuerwehr stellten sich mit Bravour jeder Herausforderung.

Ein Tag „brannte“ sich in die Erinnerung der Mützeler Kameraden ein: der 29. April. Warum? Das Logbuch sagt nichts über Brände, schwere Unfälle oder irgendwelche Einsätze aus. Es gab andere, weniger bedrohliche und doch für den Verein wichtige Gründe. An diesem Tag „tanzten“ die Kameraden auf mehr als einer Hochzeit - und das gelang sogar. So waren sie geladen als Gäste der Jubiläumsfeier in Parchen, die Jugend nahm an den Stadtmeisterschaften der Jugendfeuerwehren in Genthin teil, Kamerad Jürgen Kant heiratete an dem Tag und dann war auch noch das Maikranzflechten angesetzt. Dazu kam, dass zwischendurch etliche Kameraden zur Atemschutzgeräteträger-Untersuchung mussten. „Dank der guten Truppe und eines perfekten Zeitmanagements gelang es uns, die Termine allesamt zu meistern“, sagte Henryk Lampert sichtlich stolz.

Auch falscher Alarm

Er weiß auch zu berichten, dass sich so mancher Einsatz als falscher Alarm erwies. So qualmte es im letzten Jahr zweimal ohne Flammen, die Feuerwehr rückte aus und stellte fest, dass das erste Mal angebranntes Essen die Ursache war. Der zweite Alarm betraf einen Pizzaofen. Hier hatte es der Besitzer eilig und löschte den heißen Ofen einfach mit Wasser. Also viel Rauch um nichts.

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Und doch zeigten auch diese Einsätze, dass die Kameraden auf Zack sind und ihre Aufgabe als Berufung sehen. Ein Alarm ist immer erst einmal „scharf“ und wird ernst genommen. Gibt die Einsatzleitung Entwarnung, klopft man sich den Schmutz von den Kombis, tankt den Einsatzlöschwagen voll und wartet auf den nächsten Alarm. Und der kommt bestimmt.

Ehrenamt mehr fördern

Die Einstellung zum Sinn und Zweck einer Ortsfeuerwehr kommt nicht von ungefähr. Sie ist, so kann man von Mützel sagen, historisch gewachsen. „Das Ehrenamt muss an Wertschätzung erfahren. Das ist hier in Mützel der Fall“, so Bürgermeister Thomas Barz. „Mützel mag sich, Mützel lebt eine tolle Dorfgemeinschaft und das schlägt sich in der Feuerwehr nieder.“ Das sehen und spüren auch die Kinder und Jugendlichen des Ortes. Ob Ortsbürgermeister Rüdiger Feuerherdt, die Stadtwehrleitung von Genthin oder die Freiwillige Feuerwehr vor Ort - alle sind sich einig: Das Fundament einer Feuerwehr ist die Kinder- und Jugendarbeit. Hier sind die Mützeler ganz vorn. Ein Indiz von vielen ist das Verhältnis zwischen einer Einsatzabteilung zur Kinder- und Jugendabteilung. Und die liegt in Mützel bei zwei zu eins. Auf die 26 Kameraden kommen zwölf im Nachwuchs. Auch das spricht für das Verständnis des Ortes untereinander.

Für die Einsatzabteilung ist der Ausbildungsstand von lebenswichtiger Bedeutung. Hier spricht Henryk Lampert einen Parameter an, der auch in die Einsätze im Verbund mit dem Genthiner Ortsfeuerwehren strahlt: „Von unseren Einsatzkräften sind allein 15 Atemschutzgeräteträger (ATG) Darauf bin ich stolz.“

Kritik an Landkreis

Auch Kritik kam auf den Tisch: „Für uns ist es wichtig, diese Zahl an Atemschutzgeräteträger zu halten“, so Henryk Lampert. Da verstehe er es nicht, weshalb der Landkreis erst zum Ende des Jahres den Lehrgangs-Katalog herausgibt – „mit Lehrgangsbeginn Anfang Januar und dem fettgedruckten Hinweis ,Bitte Anmeldefrist beachten‘ – und die Frist beträgt vier Wochen.“ Das erzeuge Unmut: „Wir wollen uns ausbilden – doch es muss auch planbar sein.“ Denn - kein Löscheinsatz ohne diese Selbstschutzgeräte.

„Unsere Ortsfeuerwehr, unser Feuerwehrförderverein sind die Institutionen, auf die sich unser Dorf abstützt“, so Ortbürgermeister Feuerherdt und an die Kinder und Jugendlichen appelliert er: „Strengt euch an, seid bei den Wettkämpen immer vorn mit dabei, damit ihr in unsere Fußstapfen treten könnt – denn ihr müsst uns einmal ablösen.“