Genthin l Es war kein Pool, den die Feuerwehr Elbe-Parey gestern vor ihrem Gerätehaus aufgestellt hatte, sondern ein brandneuer faltbarer Löschwasserbehälter mit 10 000 Litern Fassungsvermögen. Künftig soll der mobile Behälter überall dort im Landkreis zum Einsatz kommen, wo Wasseranschlüsse nicht ohne weiteres verfügbar sind. Wald- und Vegetationsbrände seien während der heißen Sommer der vergangenen Jahre immer mehr zur Herausforderung geworden. Problematisch ist, dass es oft keine nutzbaren Wasserentnahmemöglichkeiten gibt.

Mit der mobilen Ausstattung könne nun ein Wasserreservoir vorgehalten werden, in dem Löschwasser in größerer Menge zur Verfügung steht. Kaum 40 Kilo schwer, kann der Behälter zusammengeklappt im Feuerwehrfahrzeug mitgenommen und im Einsatz unproblematisch aufgebaut werden. „Der Behälter ist in gut 20 Minuten komplett aufgestellt und steht zur Verfügung“, erklärt Gemeindewehrleiter Steve Flügge. Mit dem Wasser, das die Wehr an Bord hat, kann ein erstes Löschen begonnen werden, mit dem Wasser aus dem Behälter wird es fortgesetzt. In dieser Zeit kann bereits mit einem Fahrzeug neues Wasser besorgt werden.

Wasser aus Tankanhängern

Das Wasser kommt aus zwei 10 000 Litern Tankanhängern, von Feuerwehrmann und Landwirt Andreas Schmidt. „Wir werden im Notfall ebenfalls alarmiert und entweder fahre ich oder einer meiner Mitarbeiter an die Einsatzstelle.“ Damit die Wehr die Tanks leer pumpen und den Behälter befüllen kann, sind diese mit entsprechenden Anschlüssen nachgerüstet worden. Es sei ein gewisser Quantensprung in der Einsatzbereitschaft der Wehr, meint Steven Flügge. „Man fragt sich, was hat die Ausstattung einer Feuerwehr mit mir zu tun, aber denken Sie etwa an den Waldbrand in Potsdam-Mittelmark im Sommer 2018, wo mehr als 500 Einwohner evakuiert werden mussten.“

Bilder

Jeder, der im ländlichen Gebiet wohne, könne schnell von einen sommerlichen Feuer betroffen sein, wenn etwa Straßen abgeschnitten seien oder Zuwege nicht mehr befahren werden dürfen. Da sei eine gute Ausstattung der Feuerwehr unbedingt notwendig. Davon profitiere der gesamte Landkreis. „Wir kommen überall dort dazu, wo die Einsatzleitung bei einem Brandgeschehen unseren Einsatz vorsieht“, erklärt Wehrleiter Flügge. Das könne auch Burg, Genthin oder Gommern sein. Vorteil sei, dass sämtliche Pareyer Kameraden im Umgang mit der Ausstattung geschult wurden und vor Ort die Nutzung der Ausrüstung betreuen.

Der Behälter sei zudem auch für das Auffangen von kontaminierten Flüssigkeiten geeignet, könnte damit auch spezielle Einsätze entlasten. Die Pareyer haben sich bereits seit langem mit dem Thema Wald- und Vegetationsbränden beschäftigt und haben Technik und Werkzeuge für solche Einsätze an Bord. Eine Top-Ausstattung bescheinigte Kreisbrandmeister Walter Metscher der Wehr und lobte die Zusammenarbeit zwischen Forst und Feuerwehr. Denn angeschafft wurde der Löschwasserbehälter vom Betreuungsforstamt Elb-Havel-Winkel, das den Behälter übergab. Hintergrund der Beschaffung ist eine Großübung, die die Pareyer Wehr und das Forstamt im vergangenen Jahr gemeinsam durchführten. „Wir haben dabei eine sehr schwierige Lage bei den Wasserentnahmestellen festgestellt und uns zur Anschaffung eines entsprechenden Behälters entschlossen“, sagt Peter Sültmann vom Betreuungsforstamt. Ein gutes Sig- nal für die Einsatzbereit- schaft der Feuerwehr sieht auch Bürgermeisterin Nicole Golz (parteilos) durch die Ausstattung. Sie sagte in Richtung der anwesenden Feuerwehrleute: „Ich wünsche Ihnen, dass Sie die Ausrüstung nicht so oft brauchen werden und wenn dann nur kurze Einsätze anstehen.“