Stadt

Fieneroder Ortsbürgermeister mit besonders langer Amtszeit

Genthiner Stadtrat würdigt Ludger Schattmann für 40 Jahre Dienstzeit in seinem Heimatdorf.

Von Mike Fleske
Ludger Schattmann wurde für seine langjährige Arbeit als Ortsvorsteher in Fienerode geehrt.
Ludger Schattmann wurde für seine langjährige Arbeit als Ortsvorsteher in Fienerode geehrt. Foto: Susanne Christmann

Genthin/Fienerode - Ludger Schattmann und Fienerode wurden über Jahrzehnte in einem Atemzug genannt, war der heute 78-Jährige doch rund 40 Jahre Ortschef des Fienerdorfes und hat den Wandel des Ortes nicht nur miterlebt, sondern oft auch mitgestaltet. Der Stadtrat würdigte in seiner jüngsten Sitzung Schattmanns Arbeit. Beifall brandete auf, als der Stadtratsvorsitzende Gerd Mangelsdorf (CDU) erläuterte: „Sie waren sehr lange Ortsbürgermeister und Ortsvorsteher, das ist heute nicht mehr die Regel.“

Schattmann trat bei der letzten Kommunalwahl nicht mehr an. „Ich wollte mich ins Private zurückziehen“, hatte er seinerzeit erklärt und gewusst, dass seine Nachfolger viel Zeit und und Beharrlichkeit für die Aufgaben eines Ortsvorstehers auch in einem kleinen Dorf von 80 Einwohnern benötigen. „Das ist ohne Unterstützung gar nicht möglich.“

Einwohner gestalten den Ort mit

In Schattmanns Amtszeit lag die Gestaltung der Ortschaft oft in den Händen der Einwohner. „Sämtliche Straßenplatten haben die Ortsbewohner in den 80er Jahren selbst verlegt.“ Nicht nur die Hauptstraße, sondern auch der Weg zum Friedhof sei so entstanden. Doch das Dorf verändert sich auch unter Schattmanns Nachfolger Ottmar Rostkovius.

So gibt es seit Kurzem eine neue knallrote Bushaltestelle und auch Teile der Ortsdurchfahrt mit einem modernen Straßenbelag saniert. Das war auch aufgrund des vermehrten Schwerlastverkehrs durch das Dorf notwendig geworden. Auf solche Probleme hatte Schattmann hingewiesen und war gerade auch als Kontaktmann zur Genthiner Verwaltung beständig Ansprechpartner für die Bevölkerung.

Am Ende der Amtszeit wurde Traditionshaus verkauft

Einen glücklichen Abschluss fand seine Amtszeit mit dem Verkauf des Hauses Fienerland, dem ehemaligen Dorfgemeinschaftshaus, das seit längerem nicht mehr als solches genutzt wurde und leer stand. Damit konnte ein Stück Dorfgeschichte vor dem Verfall gerettet werden. Haus Fienerland, erbaut im Jahr 1912, diente bis 1954 als Schule. Acht Klassen wurden hier von einem Lehrer unterrichtet. „Ich bin hier seinerzeit auch zur Schule gegangen“, berichtete Schattmann einmal im Gespräch mit der Volksstimme.

Zu DDR-Zeiten wurde das Gebäude als Konsum-Verkaufsstelle genutzt. Nach der Wende war es Dorfgemeinschaftshaus, bis die Nachfrage immer weiter zurückging. 2014 wurde die kommunale Immobilie erstmals zum Verkauf angeboten. Dieser scheiterte. Erst nach einer erneuten Ausschreibung 2018/19 konnte das Haus an eine Familie veräußert werden, die das Haus zum Wohnen herrichtete.