Brettin l In der Asylbewerberunterkunft gibt es einen „Hausherrenwechsel“: Schon seit dem 2. Mai zeichnet das DRK für die Betreuung der Asylbewerber in dieser Einrichtung verantwortlich und folgt damit auf die Malteser. „Im Moment sind wir mit dieser Aufgabe beauftragt, eine vertragliche Regelung mit dem Landkreis steht unmittelbar bevor“, sagte gestern Nachmittag Andy Martius, Vorstand des DRK-Regionalverbandes Magdeburg-Jerichower Land, bei einer ersten Kennlernrunde unmittelbar vor Ort.

Neben Udo Brünner und Judith Perlberg, beide sind in der Betreuung von Asylbewerbern durch das DRK in Genthin tätig, nahmen der Bürgermeister der Einheitsgemeinde Jerichow, Harald Bothe, und Werner Pamperin, Brettins Ortsbürgermeister, an diesem Gespräch teil. Der Wechsel auf das DRK ist lautlos vonstatten gegangen: Es wird in Brettin weiterhin die dort untergebrachten Flüchtlinge ohne Aufenthaltsstatus betreuen. Deren Zahl wird allerdings rückläufig sein.

Betreuung nur für kurze Zeit

„Da dem Landkreis nur noch Flüchtlinge mit Aufenthaltsberechtigung zugewiesen werden, ist zukünftig die ARGE für die Unterbringung zuständig. Eine Betreuung wie bisher wird es dann nicht mehr geben. Auch für das DRK werden sich in dieser Hinsicht Veränderungen ergeben“, erklärte Kreissprecherin Claudia Hopf-Koßmann den Hintergrund des Wechsels. Hopf-Koßmann geht davon aus, dass die Betreuung nur für kurze Zeit durch das DRK von Genthin aus übernommen werde. Sie ende mit der Anerkennung des Bleiberechts für die dort Untergebrachten. In der Brettiner Unterkunft werden gegenwärtig 50 Personen betreut, darunter Syrer und Afghanen.

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Mittlerweile besuchen zwei Kinder eine Kindertagesstätte, drei Kinder lernen in der Grundschule und weitere fünf in der Sekundarschule. Das Brettiner Objekt am Hohenbelliner Weg verfügt über eine maximale Kapazität von 250 Personen, die in 60 Wohnungen untergebracht werden können. Die gestrige Runde diente zunächst der Erfassung von vorhandenen Strukturen oder der Beantwortung einfacher Fragen, beispielsweise der Erreichbarkeit.

Es sei bedauerlich, sagte Andy Martius, dass das DRK mit nur einer halben Stelle keine Rund-um-Betreuung wie zuvor gewährleisten könne. Das entspreche jedoch einem Betreuungsschlüssel. Ein Ansprechpartner, etwa für die ehrenamtlich tätigen Deutschlehrer, sei, trotzdem telefonisch erreichbar.

Hilfe auf dem kurzen Weg

Jerichows Bürgermeister Harald Bothe sprach sich dafür aus, dass ein Sozialarbeiter für die ständige Betreuung zuständig sein müsse. Gleichzeitig bot er dem DRK-Team Hilfe und Unterstützung der Einheitsgemeinde auf einem kurzen Dienstweg an. Martius favorisierte in diesem Zusammenhang eine „bedarfsgerechte Hilfe“. Das DRK betreut in Genthin in den Objekten an der Einsteinstraße und am Heinigtenweg insgesamt 380 Personen. Kreisweit übernehmen zehn Mitarbeitern des DRK-Regionalverbandes Magdeburg-Jerichower Land die Betreuung von knapp 900 Personen.