Genthin l Träger aller drei Anträge, die grünes Licht vom Begleitausschuss bekamen, ist der Awo-Landesverband Sachsen-Anhalt. In Summe werden so weitere Fördermittel in Höhe von rund 12 244 Euro für den Bereich der Einheitsgemeinden Genthin, Jerichow und Elbe/Parey freigegeben.

Rallye zum Thema DDR

Mit insgesamt 9 403,50 Euro war die diesjährige Demokratie-Rallye als Angebot im Rahmen der Jerichower Jugendarbeit der teuerste Antrag der Sitzung. Darin enthalten sind rund 625 Euro Eigenanteil. Victoria Gronka, zuständig für die Jugenarbeit im Raum Jerichow, stellte die aktuelle Planung vor. „Der Wunsch der Jugendlichen und auch unserer war es, sich auch einmal der DDR-Geschichte zu widmen“, begann sie ihre Ausführungen. Für 25 Jugendliche und fünf Betreuer soll es deshalb in den Oktoberferien ins damalige Zentrum der Friedlichen Revolution nach Leipzig gehen. Vor Ort erwartet die Jugendlichen volles Programm von Stadtrundfahrt über den Besuch des Museums „Runde Ecke“ bis hin zur Arbeit mit zeitgenössischen Texten im Bürgerarchiv.

Gute Nachrichten konnte zuvor Elke Förste von der Planung in puncto Interkulturelle Woche an die Ausschussmitglieder weitergeben. „Die Planungen sind abgeschlossen und wir haben ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt.“ Unter dem Motto „Von Kulturen umarmt“ finden zwischen dem 18. September und 3. Oktober Ausstellungen, Filmvorführungen, Bildungsangebote und gemeinsame Projekte mit Flüchtlingen statt. Dafür werden inklusive der Mittel für die Öffentlichkeitsarbeit rund 3 266 Euro benötigt.

Yoga gegen Kita-Stress

Förste betonte auch noch einmal die Bedeutung eines solchen Projektes. „Wir haben über 700 Migranten in Genthin. Darunter russische Spätaussiedler, Türken, Iraner, Syrer und Afghanen. Deshalb gehört ein Projekt wie die Interkulturelle Woche nach Genthin.“

Stellvertretend für Petra Schmoz, Leiterin der Kita „Parkspatzen“ in Parchen, stellte Begleitausschussmitglied Gordon Heringshausen einen weiteren Antrag vor. Unter dem Titel „Training zur Stress- und Agressionsprävention in Kita und Hort“ sollen den Kindern und Erziehern im September zum Beispiel mithilfe von Yoga spielerisch Strategien zur Stressbewältigung und den Abbau von Agressionen nahegebracht werden. Auch die Eltern werden im Rahmen eines Treffens in das Projekt einbezogen. Die Kosten für das Projekt, welches von den Ausschussmitgliedern auch als nachhaltig eingestuft wurde, belaufen sich auf 642 Euro mit einem Eigenanteil von 71,40 Euro. Alle drei Projekte werden über den Initiativfond gefördert. Rund 50 000 Euro stehen 2018 insgesamt im Genthiner Raum an Bundesmitteln aus dem Programm zur Verfügung.

Trotz vieler spannender Projekte stellten die Mitglieder fest, dass einige soziale Klientel oft schwer zu erreichen sind. „Was Aufklärungsprojekte zum Thema Rechtsextremismus angeht, ist ein Argumentationstraining einfach zu flach gedacht, um das Problem anzupacken“, sagte Ingo Doßmann, Schulleiter der Grundschule Stadtmitte in Genthin. Hier klinkte sich Marina Wöhling, Leiterin des Jugendclubs Tucheim, in die Diskussion ein.

Musik als Schlüssel

„Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man die Jugendlichen vor allem über die musikalische Schiene erreicht. Und wir müssen die neuen Medien mehr einbeziehen, um zu wissen, was junge Menschen wirklich bewegt“, so Wöhling.

Doßmann wünscht sich zudem, dass das Bundesprogramm „Demokratie leben“ in den Schulen mehr bewegt. „Wir müssen die Schulen in die Ideenfindung einbeziehen und das Ohr an der Basis haben“, so der Schulleiter. Allerdings scheuen viele allein schon die Antragsstellung.

Hilfe gibt es in der Genthiner Bibliothek bei der Koordinatorin des Awo-Landesverbandes Elke Förste. Sie bietet Hilfe bei der Antragsstellung und Auskünfte rund um das Bundesprogramm „Demokratie leben“ an.

Telefonisch ist sie unter (03933) 94 89 240 oder per Mail an elke.foerste@awo-sachsenanhalt.de erreichbar.