In den Startlöchern

Fünf-Millionen-Investition für Kitabau in Tucheim -Baustart voraussichtlich im Herbst 2022

Voraussichtlich im Herbst kommenden Jahres können die Bauarbeiten an der neuen Kita in Tucheim beginnen. Eine aktualisierte Kostenkalkulation pegelt sich bei etwa fünf Millionen Euro für den Neubau ein.

Das abrissreife Gebäude der Kita in Tucheim.
Das abrissreife Gebäude der Kita in Tucheim. Archiv-Foto: Mike Fleske

Tucheim

(is)

Die Stadt Genthin stellt sich nach und nach für den Kita-Neubau auf. Nachdem sich die Tucheimer Ortschaftsräte für eine Variante entschieden hatten und noch einige Ergänzungen einbringen konnten, ist es Zeit, Kosten möglichst genau zu kalkulieren. „Wir brauchen einen Anfasser für die Ausschreibung und für die Planung“, machte dies Fachbereichsleiterin Dagmar Turian den Tucheimer Ortschaftsräten bei ihrer jüngsten Beratung deutlich. So klettern die zunächst veranschlagten Kosten von anfänglich 4,7 Millionen Euro aktuell auf zirka fünf Millionen Euro in die Höhe.

Bestandteil dieser Summe sind die Kosten für den Abriss der maroden Sekundarschule, der alten Kita, für die Spielplatzgestaltung, für einen Parkplatz, einschließlich der Kosten für die Außengestaltung. Eingerechnet wurden auch Einnahmen aus möglichen Grundstücksverkäufen. Die Berechnungen, ergänzte Dagmar Turian, seien nach dem aktuellen Baupreisindex vorgenommen worden. „Wir werden sehen, was bei der Ausschreibung letztlich herauskommt“.

Planungsleistungen werden ausgeschrieben

Derzeit wird Turian zufolge für das Bauprojekt eine europaweite Ausschreibung für die Planungsleistungen vorbereitet. Die Vergabe des Auftrages ist für Turian erst Ende Juli realistisch. Auf einen genauen Baubeginn wollte sich die Fachbereichsleiterin in der Ortschaftsratssitzung nicht genau festlegen. Wenn Mitte des kommenden Jahres die Bauleistungen ausgeschrieben würden, könnte im Herbst der Baustart erfolgen, so dass der Neubau 2023 bezugsfertig wäre.

Das sei viel zu spät und dem Bürger nicht mehr vermittelbar, meinte daraufhin Ines Banse (CDU). In den Nachbardörfern wie Hohenseeden würden zügig Kitas hochgezogen, nur in Tucheim sei dies nicht möglich. Turian verwies darauf, dass für das Bauvorhaben grundsätzlich die Machbarkeit bewiesen sei und jetzt weiter die Planung vorangetrieben würde. Sie warnte davor, den Kita-Neubau mit einem Negativ-Touch zu belegen. „Wir haben Vorschriften einzuhalten.“ Eine Fünf-Millionen-Investition sei für den Haushalt der Stadt Genthin schon eine Herausforderung, betonte sie.

Bei der Planung der neuen Kita wird nach wie vor von 150 Plätzen ausgegangen.

Im Ortschaftsrat, das wurde bei dieser Sitzung deutlich, besteht der Wunsch, sich auch in die Planungsphase mit Vorstellungen und Initiativen einzubringen. Das betonte sowohl Marc Eickhoff (Ländliche Wählergemeinschaft) als auch Ines Banse. Ob und wie eine Zusammenarbeit mit dem Planer möglich sein wird, bedarf jedoch einer späteren Klärung. Dagmar Turian wollte sich dazu nicht abschließend äußern. Vorschläge von Ines Banse, wie die inhaltliche Arbeit der neuen Kita ausgerichtet sein könnte, verwies die Fachbereichsleiterin in den Zuständigkeitsbereich von Alexandra Adel.

Keine Konkurrenz zum Nachbarort

Aus dem Tucheimer Ortschaftsrat kam erneut ein solidarisches Signal, mit dem Neubau nicht in Konkurrenz zu der Gladauer Einrichtung treten zu wollen. Seitdem der Neubau in Tucheim vorangetrieben wird, geht in Gladau die Angst um, dass die eigene Kita geschlossen wird. Weil der Fortbestand der Kita nicht, wie von den Gladauern gefordert, deutlich im Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) festgehalten wurde, versagte der Gladauer Ortschaftsrat dem Planungsdokument seine Zustimmung. Statt Erhalt der Kita ist im ISEK bisher die Rede von einer Prüfung der Bestandssicherheit.

Eine der Lieblingsbeschäftigungen in der Tucheimer Kita: Stockbrot backen. Für viele andere Dinge ist es aber nötig, dass das marode Gebäude der Kita abgerissen und ein neues gebaut wird.
Eine der Lieblingsbeschäftigungen in der Tucheimer Kita: Stockbrot backen. Für viele andere Dinge ist es aber nötig, dass das marode Gebäude der Kita abgerissen und ein neues gebaut wird.
Archiv-Foto: Bettina Schütze