Genthin l Zwei Meter von der Hütte des Haushundes und der Sitzecke der Familie befindet sich ein Fliederbusch, in dem rund 20 Hornissen im Wechsel an der Rinde und an den Blättern nagten.

Hund schnappte nach Tierchen

„Unter ihnen saß der Hund in der Hütte, er hatte Angst vor dem nahen Gebrumme, wenn sie im Tiefflug an ihm vorbei, dann hoch in die Luft übers Haus flogen, versuchte er, nach ihnen zu schnappen“, erzählt Renate Schulenburg. Nach der häufigen Aufforderung „Aus“, „Nein, große Biene“ von Frauchen gewarnt, ging er ihnen aus dem Weg. Irgendwo hatten sie ihr Nest. Zuerst füttern sie die Königin, dann war der einzige Grund, sich bis zum Aussterben zu ernähren. „Unser Frühstück in ihrer Nähe störte sie nicht, die Hornissen flogen in Abständen dicht an meinem Kopf oder Körper, manchmal erst tief und drehten vor mir ab nach oben, dabei brummten sie.“

Abends Fenster zu

Abends, wenn Licht in der Küche und den anderen Räumen angeschaltet war, mussten die Hausbewohner die Fenster geschlossen halten, damit sich die Hornissen vom Licht angelockt nicht ins Haus verirrten. Denn die Tiere blieben auch im Dunkeln aktiv. „Ein Pförtner war immer aktiv, wenn das Hoflicht angeschaltet wurde und der kleine Hund nochmal Gassi musste“, berichtete Schulenburg und plädiert für ein Leben mit den Insekten. „Der Aufpasser war friedlich wie immer, er flog ein paar Kreise um uns als Warnung. Es ist nie was passiert.“

Als es nachts kälter wurde, hätten morgens immer etwa zwei Tiere unter dem Strauch gelegen. Ein kleiner Zaun verhinderte, dass der Hund sie berührte. „Die Hornissen taten mir fast leid, weil sie sterben mussten, aber das ist leider bei ihnen so, wenn es zu Herbst hin geht.“ Im Oktober waren es nur noch drei Hornissen. Mittlerweile sei es ruhig geworden. Renate Schulenburg ist gespannt, ob im kommenden Jahr wieder Hornissen im Garten sind. Sie habe keine schlechten Erfahrungen mit den Insekten gemacht, weder sie noch der Hund seien von den Tieren gestochen worden.

Wenn man die Tiere in Ruhe lasse und keine wilden Bewegungen mache, blieben sie auf Distanz.

Mittlerweile gibt es wahrscheinlich zusätzlich zu den heimischen Hornissen auch die asiatische Hornisse, die möglicherweise heimische Wespen- und Bienenarten gefährden kann. Ob und wie sich diese zugewanderte Art ausbreitet, ist noch nicht bekannt. Bislang ist diese Art nur in Hessen gesichtet worden.