Genthin l Ganz vorsichtig lockern Alexander und Leon die Erde in den Beeten auf. Samira, Melissa, Chayenne und Annie setzen vorsichtig bunte Blumen in die vorbereitete Erde. „Nicht zu dicht beieinander, die Blumen sollen noch wachsen“, rät Streetworkerin Petra Schiele. Sie leitet seit einigen Jahren die Gartengruppe im Jugendhaus Thomas Morus.

Zwergdahlien und Studentblumen

„Im vergangenen Jahr haben wir zum ersten Mal die Beete am Wasserturm bepflanzt, mit der neuen Gartengruppe führen wir diese Arbeit fort.“ Ziel sei es, ein wenig zur Verschönerung der Stadt beizutragen und zu zeigen, dass mit etwas Aufwand ein schönes Antlitz im öffentlichen Raum gestaltetet werden kann. Die Gruppe hat für die Sommermonate Zwergdahlien und Studentenblumen im Bereich des Genthiner Wahrzeichens gepflanzt. „Wenn es so heiß ist wie im Moment, müssen wir mehrmals in der Woche gießen“, berichtet Annie von der Gartengrupe.

Die Runde trifft sich immer freitags im Morushaus. Neben den öffentlichen Beeten betreuen die Kinder auch den Jugendhausgarten. Dort wachsen unter anderem Bohnen, Karotten Erbsen, Radiesschen und Kartoffeln sowie verschiedene Kräuter. „Sogar Kürbisse haben wir angebaut“, berichtet Chayenne. Natürlich gehört zum richtigen gärtnern nicht nur die Hege und Pflege der Pflanzen, sondern auch das Ernten.

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„Wir verarbeiten unsere Ernte unter anderem im Haus“, erläutert Petra Schiele. Aus dem Obst wird Kompott, aus dem Gemüse Saat oder sogar in einem kleinen Kochkurs ein ganzes Gericht. Wenn die Moruskinder fleißig sind und das Wetter mitspielt, bleibt auch immer ein ganzer Teil der Ernte, der verschenkt werden kann.

Kooperation mit der Diakonie

Kleine Karotten und auch Salatblätter werden etwa der Genthiner Zoohandlung als Futter für Hasen und Meerschweinchen zur Verfügung gestellt. Seit langem pflegt das Morushaus auch eine Kooperation mit der Genthiner Diakonie. Ein Teil der Ernte wird im Herbst der Tafel zur Verfügung gestellt. „Wir wollen damit Menschen unterstützen, denen es wirtschaftlich nicht so gut geht und die sich sonst wenig Obst und Gemüse leisten können“, verraten die Kinder.

Meist kommen dabei große Körbe mit Kartoffeln, Kohl und verschiedenen anderen Gemüsesorten zusammen. Das gespendete Gemüse geht jeweils komplett in das Angebot für die Nutzer der Tafel ein. Spenden wie die vom Morushaus werden regelmäßig angenommen. Im kommenden Jahr soll das Gartenprojekt fortgesetzt werden.

„Mir ist wichtig, dass die Kinder sehen, dass, was man in die Erde legt, auch wächst, wenn man sich drum kümmert“, so das pädagogische Anliegen Schieles. Dazu passe auch das gemeinsame Zubereiten des Ertrages und das Abgegeben eines Teiles davon.

„Das zeigt, dass man mit der Arbeit, die wir geleistet haben, anderen etwas Gutes tun kann“, beschreibt es die Streetworkerin.