Genthin l Ihren 90. Geburtstag feierte am Montag Ursula Gorgas. „Ich bin eine waschechte Genthinerin“, erzählte die Jubilarin, der man ihr Alter nicht ansieht. In der Kanalstadt sei sie geboren und aufgewachsen. „Ich habe sogar in der Badeanstalt am Mühlengraben, das Schwimmen gelernt.“

Fast von der Familie verkuppelt worden

In Genthin lernte sie auch den Beruf der Konfektionsschneiderin. Auch ihren Mann traf sie hier. „Wir sind damals fast ein wenig von unseren Familien verkuppelt wurden“, erinnert sich Ursula Gorgas. Die Familien hätten sich schon länger gekannt und gemeint, dass die jungen Leute gut zueinander passten. Bei Feiern traf das Paar immer wieder aufeinander. Schon bald wurde Hochzeit gefeiert, eine Tochter und ein Sohn geboren. Doch lange hielt das Glück nicht. Ehemann Willi Gorgas arbeitete als Polizist und starb mit Anfang 40.

Als die Kinder erwachsen waren, zog Ursula Gorgas nach Cottbus. „Dort fand ich einen Lebensgefährten, mit dem ich gelebt habe. Nach dessen Tod waren es ihre Kinder, die sie in die alte Heimatstadt zurückholten. „Das war nach der Wende, wir hatten ein Haus in der Mühlenstraße gekauft, in das meine Mutter zog“, erinnert sich Ursula Gorgas Tochter Ute Neumann.

In der Mühlenstraße gewohnt

Das Gebäude hatte einst einen prominenten Genthiner Bewohner. Es war das Geburtshaus des Schriftstellers Edlef Köppen (1893 - 1939). Das zwar etwas besonderes, sagen die Frauen. Aber man denke nicht ständig daran, dass einst die Familie Köppen prominente Bewohner waren. „Anfang der 1990er Jahre, als ich dort eingezogen bin, war der Schriftsteller noch gar kein großes Thema in Genthin, das hat erst viel später angefangen“, sagt Ute Neumann. Ein wenig stolz sei die Familie allerdings schon, dass heute eine Plakette am Haus an den berühmten Sohn der Stadt erinnert.

Viele Jahre war Ursula Gorgas Teilnehmerin der Rommee-Runde im Stadtcafé. Ihre Bekannten aus dieser Zeit haben genau so ihren Besuch zum Geburtstag zugesagt wie ihre Familie. Zu dieser gehören sechs Enkel und vier Urenkel. Natürlich wurde im Kreise der Lieben auch ein wenig gefeiert.

Dafür wurde ein kleiner Raum im Johanniterhaus Genthin-Wald hergerichtet. Dort wohnt Ursula Gorgas seit einigen Monaten und ist schon mittendrin im Geschehen. „Die Leute sind alle nett zu mir, und hier ist immer etwas los. Langweilig wird es mir nicht.“ Gibt es doch regelmäßig Veranstaltungen und kleine Aktionen .