Genthin l Das sei doch kein Zustand! Peter Kösling, Anwohner in der Genthiner Bebelstraße, ärgert sich immer wieder aufs Neue, wenn er vor die Tür tritt oder aus dem Fenster schaut und er den zugewachsenen Gehweg auf der gegenüberliegenden Straßenseite sieht. „Wir Anwohner halten auf unserer Seite doch auch den Gehweg frei, so dass jedermann gefahrlos hier entlang laufen kann“, sagt er am Volksstimme-Telefon.

Das sollte die Bahn, von deren Gelände die Ausläufer der Bepflanzung den Gehweg wieder einmal richtiggehend überwuchert haben, doch bitte auch tun. Es sei ja inzwischen nicht mal mehr zu erkennen, dass dort überhaupt ein Gehweg verlaufe, geschweige denn, dass man auf ihm entlanggehen könne (siehe Foto links).

Peter Kösling sei seit Wochen deswegen in Verbindung mit dem Genthiner Ordnungsamt. Das habe nach seiner Information an die Bahn den Auftrag ausgelöst, sich um die Beräumung des Gehweges zu kümmern. Verbunden mit dem Hinweis, dass das aber dauern könne. Das war vor vier Wochen. Die Volksstimme hatte sich gleich nach Peter Köslings Anruf mit der Bahn AG in Leipzig in Verbindung gesetzt. Die versprach, sich des Problems anzunehmen. „Dieser Fall wird durch unsere Immobilienabteilung bereits bearbeitet. Die Ausläufer werden in der nächsten Zeit beseitigt, einen genauen Termin können wir dafür jedoch nicht benennen. Das Ordnungsamt Genthin ist entsprechend informiert“, schrieb Jörg Bönisch, Pressesprecher der Deutsche Bahn AG für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, auf eine entsprechende Anfrage der Volksstimme.

Bilder

Hindernisse freigelegt

Danach ging es überraschenderweise ganz schnell. Zwei Tage nach der Antwort der Bahn war der zugewachsene Gehweg, entdeckt beim mehr zufälligen Entlangfahren dort, schon beräumt. Von vorn bis hinten auf der gesamten Länge (siehe Foto Mitte). Nur: Entlanglaufen sollte auf ihm auch jetzt trotzdem besser niemand. Denn die Beräumung des Gehweges hat ein darunter liegendes Problem sichtbar gemacht. Kreuz und quer hat darunter liegendes Wurzelwerk die Gehwegplatten derart hochgehoben, an einigen Stellen zerborsten oder verschoben, dass sie nun arge Stolperfallen darstellen. Gefahrloses Entlanglaufen ist hier nicht möglich. Auch einen Kinderwagen kann hier keiner vor sich herschieben. Ganz zu schweigen davon, dass kleine Kinder auf dem Fahrrad, die ja auf dem Gehweg fahren dürfen, hier entlang radeln sollten.

Die Volksstimme hat sowohl die Stadt als auch die Bahn schriftlich auf das (neue) Problem aufmerksam gemacht und nachgefragt, wer für die Beseitigung dieser gefährlichen Stolperfallen sorgen werde, beziehungsweise, wer dafür die Verantwortung trage. Die Antworten darauf standen bis Redaktionsschluss noch aus.