Agrarwirtschaft

Gemeinde Elbe-Parey will Landwirtschaft auf ökologische Weise

Die Vereinbarkeit von Landwirtschaft und Naturschutz ist eines der Themen im Integrierten Entwicklungskonzept der Gemeinde Elbe-Parey. Darin wird die Entwicklungsrichtung der Gemeinde bis 2030 und darüber hinaus festgelegt.

Von Bettina Schütze
Landwirtschaftliche Belange sollen im Rahmen der Agrarstrukturellen Entwicklungsplanung untersucht werden.
Landwirtschaftliche Belange sollen im Rahmen der Agrarstrukturellen Entwicklungsplanung untersucht werden. Symbolfoto: dpa

Elbe-Parey - Wie kann sich die Gemeinde Elbe-Parey bis 2030 entwickeln? Das umreißt das Integrierte Gemeindeentwicklungskonzept (IGEK). Als Stärke wird darin unter anderem die breitgefächerte Landwirtschaft gesehen – immerhin werden im Gemeindegebiet mehr als 50?Prozent der Bodenfläche landwirtschaftlich genutzt. Das bietet dem Gutachten zufolge die Chance auf Erhöhung der wirtschaftlichen Leistung in diesem Bereich.

Sensible Naturräume jedoch schränken die Handlungsmöglichkeiten der Gemeinde stark ein. Naturschutzgebiete und -reservate bringen Auflagen und eigene Entwicklungskonzepte mit sich, die von der Gemeinde berücksichtigt werden müssen und das Risiko mit sich bringen, die wirtschaftliche Entwicklung auszubremsen.

Die Herausforderung besteht laut IGEK darin, Naturräume und die wirtschaftliche Entwicklung unter einen Hut zu bringen.

Informelles Gutachten

Die Agrarstrukturelle Entwicklungsplanung (AEP), ein informelles Gutachten, wurde bereits in den Jahren 2002 bis 2004 im Gemeindegebiet erstellt. Auftraggeber war das Land Sachsen-Anhalt. Es wurde durch das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF) Altmark vertreten.

In die Agrarstrukturellen Entwicklungsplanungen werden im Besonderen landwirtschaftliche Belange untersucht. Anlass für die AEP war damals die Ausweisung des Biosphärenreservates „Flusslandschaft Mittlere Elbe“. Die AEP erfassen neben der gesamten Gemarkung der Einheitsgemeinde Elbe-Parey auch Teile der Stadt Burg. Sie sollten die Ausweisung des Biosphärenreservates begleiten und die Auswirkungen der Ausweisung sowie Konflikte, Potenziale und Chancen des Planungsraumes untersuchen. Angestrebt wird ein größtmöglicher Konsens zwischen der Landbewirtschaftung und der ökologischen Zielstellung, heißt es dazu im IGEK.

Um der landwirtschaftlichen Entwicklung eine Grundlage zu bieten, ist eine Neuordnung von Flurstücken und Klärung der Besitzverhältnisse unerlässlich. Dieses Projekt wurde von der Gemeinde bereits in Angriff genommen. Ein Vereinfachtes Flurbereiningungsverfahren wurde in der Ortslage Zerben und ein Bodenordnungsverfahren „Zerben Feldlage“ durchgeführt. Dazu wurden in der Ortslage Zerben ungetrennte Hofräume aufgelöst sowie eine eigentumsrechtliche Neuordnung des gemeindlichen Straßennetzes mit der Erschließung der angrenzenden Feldmark durchgeführt. In der Feldlage wurden die Eigentumsverhältnisse neugeordnet, die während der DDR-Zeit durch Meliorationen entstandenen Konflikte aufgelöst, das ländliche Wegenetz ausgebaut sowie landschaftsgestaltende Maßnahmen zur nachhaltigen Sicherung eines leistungsfähigen Naturhaushaltes geplant und ausgeführt.

Ländliche Wege werden ausgebaut

39 Hektar und 181 Teilnehmer umfasste die Ortslagenregulierung Zerben. In beiden Verfahren wurden acht ländliche Wege mit rund 7,5 Kilometer Länge, mehrheitlich in Betonspurbahn und in Asphalt, ausgebaut.

Bergzow und Ferchland sind in das Flurneuordnungsprogramm für eine mittelfristige Verfahrensdurchführung in den Feldlagen aufgenommen wurden. Laut ALFF Altmark ist deren Einleitung bis 2021 vorgesehen. Ein Flurbereinigungsverfahren für den Ortsteil Derben, betreffend Feld- und Ortslage, ist im Maßnahmenkatalog der AEP aufgeführt.