SV Chemie veranstaltet Schnuppertag

Genthiner Hortkinder zeigen Talent für den Kanusport

Von Manuela Langner

Am Kanu-Schnuppertag des SV Chemie Genthin beteiligten sich gestern die Hortkinder. Mit Trockenübungen bereiteten sich die Jungen und Mädchen auf ihre ersten Ausflüge in Zweierbooten auf den Elbe-Havel-Kanal vor.

Genthin. Die Hände kommen von oben auf das Paddel. Die rechte Hand hält den Griff fest, die linke locker, damit mit rechts gedreht werden kann. Trainerin Anja Schulze zeigte den Hortkindern in einer Trockenübung, wie sie mit ihrem neuen Sportgerät richtig umgehen. Im nächsten Moment pflügten fast 20 Paddel auf dem Hartplatz neben dem Bootshaus durch die Luft. Die Kinder waren mit Freude dabei. Zuvor hatten sie schon einmal in den bereitgestellten Kanus Platz genommen und die Schwimmwesten, ohne die sie nicht aufs Wasser dürfen, inspiziert.

Gestern veranstaltete die Sektion Kanu des SV Chemie Genthin einen Schnuppertag für Kinder und Erwachsene. Der Sportverein beteiligte sich damit an der Aktion "Deutschland bewegt sich". Der Kanu-Schnuppertag wird bundesweit von der Barmer GEK unterstützt. Im Jerichower Land machen neben Genthin auch die Burger und Gommeraner Kanuten bei der Aktion mit.

Anja Schulze, die selbst seit fast 30 Jahren Kanu fährt, hatte den Tag für Genthin vorbereitet. Der SV Chemie nutzte die Übungsstunden auch zur Nachwuchssuche. Kinder, die sich für den Kanurennsport begeistern können, sollen im Sommer noch das Paddeln lernen, bevor sie über den Winter "fit gemacht werden", wie Anja Schulze erklärte. Kraft und Kondition werden in der Sporthalle aufgebaut. Für die Kleineren läuft dabei noch viel spielerisch.

Neben dem Rennsport wird im SV Chemie auch Wandersport betrieben. "Wasserwandern ist ein richtiger Familiensport." Anja Schulze nennt drei Voraussetzungen, die man mitbringen sollte, um in den Sport einzusteigen: "Die Liebe zum Wasser und zur Natur, und man muss auch mal bei schlechtem Wetter draußen sein wollen." Letzteres blieb den Hortkindern gestern, an einem der wenigen Sommertage 2011, erspart.

Sonja und Leo waren die ersten beiden, die sich ins Kanu setzten. Anja Schulze übte mit ihnen, wie man richtig einsteigt. Der rechte Fuß wird in die Mitte gestellt, der linke dahinter. Man geht in die Hocke, bis man im Boot sitzt. Beim Aussteigen geht es genau anders herum. So bleibt das Kanu immer in der Waage und man läuft nicht Gefahr zu kentern.

Sonja saß vorne, sie war Schlagmann. Das heißt, Leo musste sein Paddeln mit Sonjas synchronisieren. Das klappte mal besser und mal schlechter, aber insgesamt gaben die beiden ein gutes Bild auf dem Elbe-Havel-Kanal ab.

Ihre ersten Versuche mussten sie allerdings bald einstellen. Luis, der im Motorboot den Kanal überwachte, gab das Signal für Schifffahrt. Er half den Kindern in den sicheren Uferbereich. Die Carrier 11 fuhr vorbei.

Black Devil ist das neue Flaggschiff

Immer mehr Kanus wurden zu Wasser gelassen, schließlich auch die große blaue "Familienkutsche", die drei Kindern Platz bietet. Michelle und Phillip, die sich schon auskennen, stiegen in Einerboote ein.

"Toll!", schwärmte Leo, als er wieder an Land war. "Mir hat das Paddeln ganz toll gefallen." Angst habe er auf dem Kanal keine gehabt. Das ging Sonja genauso. "Mir hat das großen Spaß gemacht, vor allem das Lenken." Beide wären am liebsten gleich wieder ins Kanu eingestiegen. Sonja tauschte später mit Phillip den Einer. "Paddeln ist wie Fahrradfahren. Das verlernt man nicht mehr", sagte Anja Schulze, während sie die Kinder auf dem Wasser fest im Blick hatte. Mehrere Helfer waren mit auf dem Kanal unterwegs.

Große Augen bekamen alle kleinen und großen Teilnehmer am Schnuppertag, als Lukas den Black Devil (schwarzer Teufel), das neue Flaggschiff der Sektion Kanu, zu Wasser ließ und das schnittige Rennboot mit wenigen Paddelschlägen auf Geschwindigkeit brachte.