Nahverkehr

Genthiner und Burger Jugendliche gestalten Demokratiebusse von Innen

Sie sind ein echter Farbtupfer des Jerichower Landes: Die von Kindern und Jugendlichen gestalteten Lienenbusse. Jetzt sollen die Fahrzeuge überarbeitet werden.

Von Mike Fleske 10.08.2021, 14:55
Im vergangenen Jahr gestalteten Kinder und Jugendliche zwei Busse von Aussen. jetzt folgt die Innengestaltung.
Im vergangenen Jahr gestalteten Kinder und Jugendliche zwei Busse von Aussen. jetzt folgt die Innengestaltung. Foto: Mike Fleske

Genthin - Seit einem Jahr sind die von Kindern und Jugendlichen aus dem Jerichower Land gestalteten Demokratiebusse im Linienverkehr in Genthin und Burg unterwegs. Mit einer markanten Außengestaltung wird auf das Anliegen eines friedlichen Zusammenlebens von Menschen unterschiedlicher Herkunft hingewiesen. Jetzt haben sich die Jugendforen aus Genthin und Burg getroffen, um auch die Innenbereiche der Busse zu gestalten.

Genutzt werden sollen dafür unter anderem Entwürfe, die bereits im vergangenen Jahr von Kindern aus Kitas, Grundschulen und Jugendlichen aus den weiterführenden Schulen und dem Jugendforum eingereicht worden waren. Geplant ist nun eine abwechslungsreiche Innengestaltung, bei der Wörter und Bilder verwendet werden.

Die Jugendlichen aus Burg regten an, dass mittels QR-Codes auf die Internetauftritte der Jugendforen im Jerichower Land hingewiesen wird und dass es die Möglichkeit gibt, sich mittels ausliegenden Karten direkt für die Mitgliedschaft in den Gremien anzumelden.

„Weitere Mitstreiter brauchen wir immer“, war die einhellige Meinung. Weitere Gestaltungsideen waren ein Bild eines stilisierten Baumes aus bunten Händen sein und auch das Wort „Demokratie“ als Grundlage für weitere Begriffe, die mit diesem Wort zusammenhängen.

Texte und Bilder sollen sich abwechseln

Auch sollen Sätze wie „In diesem Bus bist du ...“ mit entsprechenden Endungen oder „Nicht meckern, sondern mitmachen“ zum Nachdenken und Handeln anregen. Auch sind Auszüge aus Grundgesetzartikeln als Gestaltungselement angedacht. Insgesamt sollen, wie auch schon an den Außenbereichen, die beiden Busse identisch gestaltet werden. Wobei es bei den rund ein Dutzend vorgesehenen Flächen auch ein bis zwei individuelle Bereiche geben soll. Allerdings sind dem kreativen Spielraum auch einige Grenzen gesetzt. „Wir werden nur die oberen Bereiche der Busse mit Folien bekleben können“, erläuterte Steffi Maziossek von den Verkehrsmedien Sachsen-Anhalt, die für die Nahverkehrsgesellschaft das Gestalten der Linienbusse übernimmt.

„Die Fußböden können bei Linienbussen nicht mit Folien beklebt werden, das geht aus Sicherheitsgründen nicht.“ Auch sei es nicht sinnvoll, etwa die hinteren Bereiche von Sitzlehnen zu bekleben, da diese zu schnell verschleißen. „Es ist eine gute Idee, kurze, prägnante Texte zu wählen, da auf die Entfernung längere Aussagen nicht zu erfassen sind“, riet die Mediaberaterin, die bereits in die Außengestaltung involviert war.

Gut sei auch, dass sich die Jugendlichen für markante Bilder entschieden hätten. „Man darf nicht vergessen, im Linienbus fahren Kleinkinder, Heranwachsende aber auch Senioren, es gibt mehrere Generationen von Betrachtern.“

Voraussichtlich sind die Busse bis 2024 im Einsatz

Was sie letztlich zu sehen bekommen, wird sich erst in einigen Wochen herausstellen. „Wir werden dann einen ersten Vorschlag bekommen und müssen dann schauen, ob sich diese Gestaltung so umsetzen lässt“, sagt Elke Förste, Genthiner Koordinatorin des Bundesprogrammes „Demokratie leben“. Die Busse sollen bereits im Spätsommer mit der neuen Innengestaltung auf die Strecke gehen und so bis zum Ende der aktuellen Förderperiode des Bundesprogrammes im Jahr 2024 im Linienverkehr verbleiben.

Seitens der Nahverkehrsgesellschaft NJL spreche nichts dagegen. Seit dem vergangenen Sommer sind die Demokratiebusse im Jerichower Land im Einsatz. Vorbild für diese Aktion ist die Evangelische Jugend Greiz (Thüringen), die dafür 2019 einen Demokratiepreis des Landes bekommen hat. In Genthin und Burg wurden die Busse individuell hergerichtet.

Kitas, Schulen und Jugendeinrichtungen liefern Entwürfe

Dabei waren Kitas etwa aus Schlagenthin und Hohenwarthe genauso beteiligt, wie die Grundschule in Tucheim oder die Sekundarschule in Genthin. Auch der Jugendclub in Tucheim, das Genthiner Jugendhaus, das Soziokulturelle Zentrum und die Rolandmühle in Burg lieferten Beiträge, so wie die Jugendforen und einzelne Kinder. „Es gab zahlreiche, sehr schöne Vorschläge auf einem hohen Niveau“, bilanzierten die Mitglieder der Jugendforen.

Beim Start der Busse im vergangenen Jahr waren sich die Verantwortlichen dann auch einig in ihrem Lob. „Diese zwei Busse“, hatte NJL-Geschäftsführer Thomas Schlüter bei der Präsentation der beiden zwölf Meter langen Zweiachser gesagt, „sind jetzt unsere mit Abstand am schönsten gestalteten Busse“.