Genthin l Keinen Grund zur Freude bietet der Teich im Volkspark. Dafür sorgen die Ergebnisse einer Untersuchung des Gewässergrundes, die von der LUS GmbH – ein Labor für Umweltschutz und chemische Analytik in Magdeburg – vorgenommen wurde. Sie wurde von der Stadt im Vorfeld einer möglichen Teichsanierung veranlasst. Denn immer wieder beschweren sich Menschen öffentlich über ein ungepflegtes und stinkendes Gewässer.

Nicht zu Unrecht, denn die Stadt hat es nun Schwarz auf Weiß, dass das Gewässer vorläufig seine besten Zeiten hinter sich hat. So wies das Labor Überschreitungen von Grenzwerten bei drei Stoffen beziehungsweise Stoffgruppen nach. Das betrifft den Anteil des gesamten organischen Kohlenstoffs im Schlamm, Sulfat und Arsen. Alle anderen untersuchten Stoffe, wie zum Beispiel Blei, Cadmium und Quecksilber waren unauffällig.

Die Bewertung des Schlamms orientiert sich an den Vorgaben der Länderarbeitsgemeinschaft Abfall (Laga). Auf einer Skala belasteter Gewässer von 0 bis 5 wurde dem ehemaligen Schwanenteich eine 2 zugewiesen.

Über die Analyseergebnisse informierte Peter Knobel, Sachgebietsleiter Immobilienwirtschaft, am Dienstag den städtischen Wirtschafts- und Umweltausschuss.

Analyseergebnisse

Anhand der vorliegenden Analyseergebnisse, das machte Knobel klar, könne der Schlammaushub nicht auf Äcker ausgebracht werden, sondern bedürfe einer fachgerechten Entsorgung in einer Aufbereitungsanlage.

Dabei ging er davon aus, dass für den Aushub von etwa 2500 Kubikmetern Schlamm auf die Stadt Kosten in Höhe von 200.000 Euro zukämen. „Das ist für die Kommune nicht zu stemmen“, erklärte er vor den Ausschussmitgliedern und verwies auf eine aktuelle Sofortförderung des Landes für die Sanierung Gewässer II. Ordnung, die für den Parkteich vom Unterhaltungsverband Stremme-Fiener Bruch bereits beantragt wurde. Der Verband hat mit dem Volkspark-Pro- jekt insgesamt fünf solcher Förderanträge für verschiedene Maßnahmen gestellt. „Wir wissen nicht, wie diese Anträgen beschieden werden“, will Lothar Koch, Geschäftsführer des Unterhaltungsverbandes, vorerst keine zu großen Erwartungen wecken. Bei einer 100-prozentigen Förderung, um die es sich in diesem Fall handele, sei die Nachfrage sehr groß.

Auf Volksstimme-Anfrage ergänzte Peter Knobel, dass von dem Schlamm, der gegenwärtig im Teich liege, keine Gefahr ausgehe. Wie die Grenzwert-Überschreitungen zustande gekommen sind, müsse ein Fachmann erklären, hielt sich der Sachgebietsleiter mit Spekulationen zurück. Das sei auch nicht Gegenstand der Analyse gewesen.

Über die Anlage des Teiches ist relativ wenig bekannt. Der ehemalige Schwanenteich ist relativ jung und entstand 1964. Ein historischer Teich des Pieschelschen Parks, vermutlich aus dem Jahr 1872, wurde zuvor verfüllt.