Genthin l Wie der Handel auf dem Genthiner Marktplatz floriert, ist auch städtische Angelegenheit. Nach jahrelangen Querelen mit einem privaten Marktbetreiber steht seit dem 1. November vergangenen Jahres die Stadt in der Pflicht, einen kundenfreundlichen und zugleich wirtschaftlich erträglich Markt zu organisieren. Ein Zeitpunkt für den Wirtschafts- und Umweltausschuss, die Bewirtschaftung des Marktes auf die Tagesordnung ihrer Beratung zu setzen.

Der Rückblick, den Fachbereichsleiterin Alexandra Adel gab, war zwiespältig. Während sie dem Wochenmarkt insgesamt eine positive Entwicklung bescheinigte, signalisierte sie das Aus für den Frischemarkt, der einmal monatlich an einem Sonnabend stattfinden sollte. Wir haben es versucht, es hat nicht geklappt, meinte Adel. Es habe weder bei den Händlern, noch bei den Genthinern ein Bedarf bestanden.

Die Verwaltung sei dennnoch offen für den einen oder anderen Vorschlag, um vielleicht doch einen Frischemarkt zu etablieren. Gefragt seien guten Ideen. Die kamen aus den Reihen des Ausschusses jedoch nicht. Dafür jedoch Zustimmung für das Aus. Volker Thiem (CDU) fasste sich kurz: „Genthin bietet einfach nicht das Pflaster für einen Frischemarkt.“ „Wer am Freitag auf dem Markt einkauft, kommt nicht mehr am Sonnabend in die Stadt“, merkte Helmut Halupka (SPD) an.

Entschieden besser fiel jedoch die Jahresbilanz für den Wochenmarkt aus.

Wochenmarkt läuft gut

Auf dem Wochenmarkt hat die Stadt acht Händler vertraglich gebunden, die inzwischen einen festen Stamm zu den Markttagen am Dienstag und Freitag bilden. Die Zahl der Tageshändler schwanke nach Angaben der Fachbereichsleiterin saisonal zwischen vier bis sieben, wobei freitags die Nachfrage erfahrungsgemäß größer sei. Die Stadt, das machte Adel deutlich, habe großes Interesse daran, die Stammhändler zu halten. Man werde sich bemühen, keine zusätzliche Konkurrenzsituation herbeizuführen, etwa mit einem sechsten oder siebenten Bäcker oder Fleischer.

Händler können in Genthin einen Dauerstandplatz (zwischen drei und zwölf Monaten) für 2,50 Euro pro laufenden Meter plus Strom mieten. Daneben gibt es die Möglichkeit, einen Tagesstandplatz für 3,50 Euro zu mieten.

Mehreinnahmen

Mit der Übernahme des Marktes habe es Adel zufolge keine finanziellen Einbußen für die Stadt gegeben. Rein rechnerisch könne sie sogar Mehreinnahmen verbuchen, resümierte sie das zurückliegende Jahr, ohne genaue Zahlen darzulegen.

Mit der Übernahme des Marktes durch die Stadt war angekündigt worden, sein Erscheinungsbild zu verändern. So sollten sich die einzelnen Stände nicht mehr über die gesamte Länge des Marktes erstrecken, sondern im Rondell unmittelbar vor dem Genthiner Rathaus angeordnet werden. Das Erscheinungsbild des Wochenmarktes sollte damit kompakter und in sich geschlossener sein. Daraus wurde jedoch nichts. Die Händler, die auf der Höhe der Volksbank ihre Stände aufgestellt haben, wollten diesen Platz nicht aufgeben, erklärte Alexandra Adel.

Die Fachbereichsleiterin kündigte im Ausschuss an, dass zukünftig ein Mitarbeiter der Verwaltung an den Marktagen unmittelbar mit den Händlern vor Ort Kontakt aufnimmt. Bisher mussten die Händler das Rathaus persönlich aufsuchen, um Belange zu klären. Lutz Nitz (Grüne) bestärkte die Fachbereichsleiterin darin ausdrücklich. „Wir sollten nicht alles vom grünen Tisch aus entscheiden. Die Verwaltung muss deshalb als Dienstleister auf die Leute zugehen. Sie legt damit ein anderes Verhalten an den Tag als der private Betreiber, der sich nur selten blicken ließ.“