Genthin l Großformatige Plakate entlang der Brettiner Chaussee verkünden es: Am Montag, 11. März, gibt es in den Räumlichkeiten des in Insolvenz gegangenen Gartenbaubetriebes „Grünbedarf Genthin GmbH“ eine Wiedereröffnung. „Eigentlich wollten wir schon am 1. März eröffnen, doch die Arbeit ist bis zu diesem Termin einfach nicht zu einzuhalten“, sagt Andreea Cornea, Geschäftsführerin des Genthiner Gartencenters i. G. (in Gründung), das das in Turbulenzen geratene Traditionsunternehmen weiter führen will.

Sieben Mitarbeiter

Gemeinsam mit den zunächst sieben eingestellten Mitarbeitern räumt, putzt und wienert sie auf den Verkaufsflächen, über die sich in den Wochen seit der Schließung im Herbst Staub und Schmutz gelegt hat. Manch bekanntes Gesicht findet sich unter diesen Mitarbeitern, die hier Hand anlegen. Denn das neu gegründete Unternehmen hat jene Kollegen übernommen, die nach der Insolvenz des Vorgängerbetriebes ohne Arbeit geblieben sind.

Man habe sich bewusst dafür entschieden, in den Namen des neuen Unternehmens ‚Genthin‘ aufzunehmen, unterstreicht die Firmenchefin. „Wir wollen zu Genthin gehören und wollen so auch wahrgenommen werden“, sagt sie.

Ganz fremd ist den Geschäftsleuten aus Berlin Neukölln , die hier einen unternehmerischen Neuanfang wagen, die Kanalstadt allerdings nicht.

Guter Zustand

In der Gärtnerei/Gartencenter Wegener in der Bundeshauptstadt verankert, mieteten sie sich wiederholt über die Herbst- und Wintermonate Räumlichkeiten des Spargelhofes Hoffheinz an der Straße der Freundschaft für die Herstellung von Grabschmuck an, der dann in Berlin vermarktet wurde. „Wir sind auf das Objekt an der Brettiner Chaussee aufmerksam geworden und haben uns schnell für einen Kauf entschieden, um dann ein betriebswirtschaftlich eigenständiges Unternehmen zu gründen. Unter anderem auch deshalb, weil wir hier Gewächshäuser in einem guten Zustand vorgefunden haben“, sagt die Geschäftsführerin.

Dafür würden sie und ihr Ehemann, der zukünftig für die Produktion verantwortlich zeichnen wird, neben Erfahrungen, die aus der Führung des Berliner Gärtnerei/Gartencenters resultieren, das Knowhow und das Equipment nach Genthin mitbringen. Das bestehende Netzwerk des Berliner Gartencenters werde in Genthin übernommen. Cornea kündigte an, dass die Produktion unter anderem von Geranien auf den 15.000 Quadratmeter großen Gewächshaus-Flächen nach und nach aufgenommen werde. „Wir wollen uns nicht gleich übernehmen und betriebswirtschaftlich vernünftig in Genthin starten. Wir wollen das Beste aus dem Standort machen“, versicherte sie.

Einige Inhaberwechsel

Innerhalb von drei Jahren erlebt das Unternehmen nunmehr den dritten Inhaberwechsel. 2016 gab Torsten Kühne die Geschicke des Betriebes an die Unternehmerfamilie Kammlott in Erfurt ab. Auch diese ging im vergangenen Jahr in Insolvenz. Im Sommer standen noch 15 Mitarbeiter bei der Grünbedarf Genthin GmbH in Arbeit.