Mehr Arbeit für Ehrenamtler

Hauptausschuss des Genthiner Stadtrates will bis Jahresende monatlich tagen

Von Susanne Christmann
Lutz Nitz (Mitte) jüngst bei der Pilgerung mit Havelbergern und Genthinern nach Magdeburg, um auf die Forderung nach einer Notfallversorgung aufmerksam zu machen.
Lutz Nitz (Mitte) jüngst bei der Pilgerung mit Havelbergern und Genthinern nach Magdeburg, um auf die Forderung nach einer Notfallversorgung aufmerksam zu machen. Foto: L. Nitz

Genthin

Der öffentliche Teil der Tagung des Hauptausschusses des Genthiner Stadtrates war schon fast vorbei, da legte Grünen-Stadtrat Lutz Nitz noch einen nicht angekündigten Antrag auf den Tisch. Der hatte es in sich. Denn er bedeutet für die Ehrenamtler, dass sie noch mehr Zeit und Energie in die Ausschussarbeit stecken müssen. Nitz hatte beantragt, dass der Hauptausschuss künftig regelmäßiger, öfter und zwar ein mal im Monat tagen solle und nicht wie bisher nach Bedarf aller sechs bis acht Wochen vor einer Stadtratssitzung.

Die jüngste Sonderstadtratssitzung, so begann Nitz den Antrag zu begründen, habe schlaglichtartig gezeigt, dass die Anliegen der Stadträte oft nicht gut genug vorbereitet seien. Sowohl der Antrag auf ein Disziplinarverfahren gegen den Bürgermeister als auch der auf ein Abwahlverfahren haben nicht die notwendigen Mehrheiten gebracht. Nur des Bürgermeisters eigener Antrag auf Beauftragung von Beratungsleistungen zur verwaltungstechnischen und kommunalrechtlichen Verbesserung seiner Arbeit konnte mehrheitlich abgeschmettert werden. Auch zwischen den Stadtratssitzungen kämen die Anliegen, um die sich die Räte kümmern wollen, kaum voran, weil versprochene Antworten aus der Verwaltung oft genug nicht zu den vereinbarten Terminen,, nicht selten gar nicht kommen oder Anträge seitens der Verwaltung ohne Rücksprache mit den Fraktionen von den Tagesordnung einer Sitzung genommen beziehungsweise gar nicht erst draufgesetzt werden. „Hier“, so fordert Nitz, „müssen wir korrigierend eingreifen.“

„Völlig unlogisch“, konterte Lars Bonitz (WG Altenplathow) diesen Antrag aufgebracht. Sebastian Hahn (Pro Genthin) beklagt, dass er für mehr Sitzungen noch mehr von seiner knappen Freizeit abknapsen müsse, was zu Lasten seiner Familie gehe. Klaus Voth (CDU) erkennt einen Vorteil: Die Sitzungen des Hauptausschusses würden nicht mehr so lange dauern, wenn weniger Punkte auf der Tagesordnung abzuarbeiten wären. Nitz machte dann noch den Vorschlag, die monatliche Tagungsweise zunächst bis zum Ende des Jahres zu begrenzen. Damit konnte sich auch Alexander Otto (CDU) anfreunden. „Die Zukunft wird dann ja zeigen, ob dieses Vorgehen etwas bringt“, sagte er. Mit vier Ja-Stimmen, und einer Nein-Stimme wurde der Antrag angenommen (ein Stadtrat war vor der Abstimmung bereits gegangen).