Genthin l Es scheint einen hoffnungsvollen Lösungsansatz für die Vereine zu geben, die mit der Kündigung der Räumlichkeiten im Stadtkulturhaus durch die Qualifizierungs- und Strukturförderungsgesellschaft (QSG) in eine Misere geraten sind.

Außerordentlicher Stadtrat

Bei der Sitzung der Fraktionschefs soll sich der gemeinsame Vorschlag der Stadträte Gabriele Herrmann (Die Linke), Lutz Nitz (Grüne) und Gerd Mangelsdorf (CDU) durchgesetzt haben, einen außerordentlichen Stadtrat einzuberufen. Der soll den längst überfälligen Haushalt 2019 auf den Weg bringen.

Die drei Fraktionschefs bestätigten gegenüber der Volksstimme, dass alle Fraktionsvorsitzenden signalisiert hätten, gemeinsam diesen Weg zu gehen, um den Vereinen zu zeigen, dass sie unterstützt werden und die Förderzuschüsse für das Stadtkulturhaus ausgezahlt werden könnten.

Hoffnung auf Haushaltsgenehmigung

Dies alles solle dann am 26. September auf der Stadtratssitzung beschlossen werden. Bisher wollte der Stadtrat erst im November über den Haushalt beraten. Aus dem Bürgermeisterbüro gab es zum aktuellen Vorstoß der Fraktionschefs keine offizielle Mitteilung.

Wird der neu beschlossene Haushalt durch die Kommunalaufsicht genehmigt, könnte die Stadt die erste Rate des Betriebskostenzuschusses für das laufende Jahr begleichen. Einen entsprechenden Beschluss des Stadtrates gibt es bereits. Die erste Rate in Höhe von 25 000 Euro konnte bisher aufgrund des fehlenden Haushaltes nicht auf das Konto der QSG überwiesen werden. Fließt das Geld, wäre wiederum die QSG am Zuge einzulenken. Es wird in den nächsten Tagen und Wochen weiter spannend.

Kein Signal vom Bürgermeister

Die Vereine reagierten darauf am Donnerstag bei ihrer Zusammenkunft mit Unverständnis und sprachen dem Bürgermeister die Absicht ab, das Vereinsleben in Genthin voranbringen zu wollen.

Matthias Günther zeigte sich in einer Reaktion auf den Offenen Brief zwar verständnisvoll für den derzeitigen Unmut der Vereine, die von der Kündigung betroffen sind. Er könne jedoch mit solchen Aussagen der Vereine wie „ein Todesstoß für die Kultur in Genthin“ , wie im Offenen Brief formuliert, „bei weitem nicht mitgehen“.

Matthias Günther verwies in seiner Reaktion auf den Offenen Brief wiederholt darauf, dass lokale Gastronomen Kapazitäten vorhalten würden, um den Vereinen zu helfen. Die Stadt würde zudem Lagerkapazitäten anbieten.

Angebote sind unzureichend

Nach einer Beratungsrunde mit Gastronomen im Beisein des Bürgermeisters am vergangenen Freitag hatte jedoch keiner der Vereinsvertreter ein Angebot angenommen. Intern bestand unter den Vereinen Einigkeit darin, dass die in Rede stehenden Angebote für die Belange der Vereine völlig unzureichend seien.

Wie sehr das Verhältnis zum Bürgermeister gestört ist, zeigt, dass sich das Genthiner Amateurtheater nahezu zeitlich als temporäre Notlösung mit Unterstützung des Landkreises dazu entschlossen hat, Räumlichkeiten des Kreishauses für die beginnende Probenzeit für das Weihnachtsmärchen zu nutzen.

Bürgermeister will Abrechnung einfordern

In seiner Reaktion auf den Offenen Brief stellte der Bürgermeister in Aussicht, den Stadträten die Bezuschussungen für die Haushaltsjahre 2020 und 2021 vorzuschlagen, „aber auch eine ordentliche Abrechnung der Kostenpositionen einzufordern.“

Das ist wiederum genau der Punkt, an dem sich die ganze Diskussion im Stadtrat und letztlich auch der Stopp für die Zuschüsse entflammt hat. Die Fortsetzung der Streitigkeiten zwischen Stadt und QSG sind mit dieser Ansage des Bürgermeisters programmiert.