Genthin l In der Johanniter-Kita „Kollwitz“ ist alles für die bevorstehenden Baumaßnahmen vorbereitet. Doch statt am 1. April, wird der Beginn der Arbeiten wohl erst im Mai möglich sein. „Hier ergeben sich aufgrund der derzeitigen Marktsituation höhere Kosten“, erläuterte Dagmar Turian vom Fachbereich Bau/Stadtentwicklung im jüngsten Bau- und Vergabeausschuss. Bislang war mit Kosten von rund 760.000 Euro kalkuliert worden.

Förderung ist fixer Betrag

Fix werden aus Stark-III-Mitteln rund 482.000 Euro gefördert, den Rest trägt die Stadt als Eigenanteil. Nach der Ausschreibung lagen die eingegangenen Angebote wesentlich höher als erwartet, wodurch 70.000 Euro mehr seitens der Stadt Genthin aufgewendet werden müssen.

„In Zusammenarbeit mit der Kämmerei haben wir einen Vorschlag für die Gegenfinanzierung erarbeitet, der dem Stadtrat am 25. April vorgelegt werden soll“, so die Fachbereichsleiterin. Erst nach dieser Entscheidung könnten die Bauarbeiten beginnen. Eine Frage von Bauausschussmitglied Klaus Voth (CDU), ob die einzelnen Arbeiten, darunter die Wärmedämmung und die Gerüststellung nicht separat ausgeschrieben werden können, verneinte die Fachbereichsleiterin.

Kita wurde 1972 eröffnet

„Die Ausschreibung muss in Summe erfolgen, da die strenge EU-Förderung dies so vorsieht“, so Dagmar Turian. Würde man davon abweichen, könnte es theoretisch sein, dass aus der ganzen Baumaßnahme nichts werde. Über die Notwendigkeit einer Sanierung der 1972 eröffneten Kita besteht bei den Ausschussmitgliedern Einigkeit. Auch deshalb war im vergangenen Jahr der Eigenanteil der Stadt erhöht worden, um die Baumaßnahme zu ermöglichen. In diese ist neben der energetischen Sanierung nun auch die Einrichtung von barrierefreien Sanitärräumen eingeschlossen.

Auf Interesse stieß die Kita auch bei den Genthiner Stadtsenioren. Diese ließen sich kürzlich von Einrichtungsleiterin Silke Rohlf durch das Haus führen. Perspektivisch habe die Kita im Mai 117 Kinder. 40 von ihnen in der Krippe und 77 im Kindergarten. „Wir dürfen bis zu 120 Kinder aufnehmen“, so Rohlf. Die Nachfrage sei vorhanden. Man könne mit gleichbleibend hohen Zahlen, also einer nahezu vollen Belegung aller Plätze auch 2020 rechnen.

Gebäude gehört der Stadt

„Derzeit schwangere Frauen melden bereits jetzt ihre Kinder an.“ Die Kita-Leiterin nennt als Ursache die derzeit allgemein raren Krippenplätze in Genthin. Betreut werden die Kinder in sechs Gruppen. Insgesamt 17 Mitarbeiter (darunter Teilzeitkräfte ein Hausmeister). Eine Besonderheit des Hauses sei, dass das Gebäude der Stadt gehöre, die Johanniter den Betrieb der Einrichtung verantworten. Dieser Umstand hat sich daraus ergeben, dass die Stadt Genthin vor einigen Jahren die städtischen Kindereinrichtungen aufgegeben, die Gebäude aber behalten hat.

Nur noch in den Ortschaften ist die Stadt selbst Betreiberin von Kitas. Auf die kommenden Sanierungsarbeiten blickte Rohlf mit gemischten Gefühlen: „Wir freuen uns, dass es bald so weit ist, allerdings werden sämtliche Bauarbeiten bei laufendem Kita-Betrieb stattfinden.“ Das verlange von Mitarbeitern und Kindern einige Disziplin.

Mut konnten die Stadtsenioren machen. „Wir waren im vergangenen Jahr in der Parchener Kita zu Besuch, wo ebenfalls bei laufendem Betrieb saniert wurde, dort ist man mit der Situation sehr unproblematisch fertig geworden“, berichtete Fritz Franke. „In Zusammenarbeit mit den Baufirmen ist eine solche Sache sicher zu schaffen“, fanden die Senioren. Regelmäßig informieren sie sich bei Besuchen über den aktuellen Stand verschiedener Einrichtungen in Genthin.