Genthin l Aus der Sanierung der Sportanlage an der Berliner Chaussee wird vorläufig nichts. Die Information der Bauamts-Fachbereichsleiterin Dagmar Turian kam fast beiläufig, hatte es aber in sich: „Ich muss Ihnen mitteilen, dass wir eine Absage vom Landesverwaltungsamt für die Fördermittel bekommen haben“, sagte Turian.

Erneuter Antrag kommt

Begründung für den Einbehalt sei, dass die Stadt Genthin ohne Haushalt nicht in der Lage wäre ihren Eigenanteil zu tragen. Da der Antrag an und für sich positiv beschieden war, soll nun ein erneuter Antrag gestellt werden, um in eine hohe Priorität für eine erneute Förderung zu kommen – wenn hoffentlich im Dezember die genehmigten Haushalte für 2019 und 2020 vorliegen. Aus diesem Grund mussten die Stadträte über eine Ausführungsvariante der Maßnahme beschließen. Der Stadtrat entschied sich für eine Ausführung, bei der die Hartplätze an der Südseite außen vor bleiben. Die Stadt müsste demnach 640.000 Euro von den knapp 1,3 Millionen Euro der Maßnahme selbst tragen.

Konkret umfasst der nun beschlossene Förderantrag folgende Bereiche: Das Rasenspielfeld mit Flutlichtanlage, das Volleyballfeld, die Laufbahn, die Hoch- und Weitsprunganlage, die Zaunanlage, die Kugelstoßanlage, die Tribünenanlage und die Parkplätze mit Bepflanzung.

Zu wenig mit Vereinen gesprochen

Für die mit dem Sportplatz verbundenen Vereine ist die blockierte Finanzierung ein herber Schlag. Der Grünen-Stadtrat Sebastian Kroll, gleichzeitig Sportler bei Borussia Genthin, sagt: „Wir müssen mit der Anlage so umgehen, wie wir sie jetzt haben.“ Er kritisiert, dass die Stadt zu wenig mit den Vereinen ins Gespräch gekommen sei. „Dann hätten wir anmerken können, dass die Erneuerung der Flutlichtanlage für uns nicht zu den wichtigsten Maßnahmen gehört.“

Kroll erachtet zwei andere Bereiche als relevanter: „Man sollte aus dem bestehenden Hartplatz einen Kunstrasenplatz machen, dort gibt es Flutlicht, auch müsste die Beregnung erneuert werden.“ Kroll fordert dort eine moderne Beregnung von oben. „Derzeit arbeiten wir noch wie in der Steinzeit mit einem Dreibein und langen Schläuchen.“

Keine günstige Planung

„Aus Sicht der Leichtathletik gehört der Platz zu den schlechtesten in der Region“, meint Fritz Mund, Vorsitzender des SV Chemie Genthin. Tartanbahn und Sprungbereich müssten dringend hergerichtet werden. Dass die Maßnahme in absehbarer Zeit umgesetzt werde, glaubt Mund nicht. „Ich bin lange genug in verschiedenen Bereichen tätig gewesen, wir werden lange auf eine Sanierung warten müssen.“ Es sei keine günstige Planung gewesen, sowohl die Sporthalle als auch den Sportplatz fast gleichzeitig sanieren zu wollen.

Auch Volleyballer indirekt betroffen

„Die Stadt hat wenig Geld zur Verfügung und möchte zwei umfangreiche Maßnahmen stemmen.“ Für ihn ist es schade, dass nun die Vereine warten müssen. „Wir haben es geschafft junge Übungsleiter zu gewinnen und haben 40 bis 50 Kinder die im Bereich Leichtathletik trainieren, die sollten annehmbare Bedingungen vorfinden.“

Indirekt betroffen ist auch der Genthiner Volleyball Verein (GVV). „Es gibt ein Volleyballspielfeld, dass wir nutzen könnten, wenn es saniert würde“, sagt Vereinschef Thilo Voigt. Vorteil wäre, dass man beim Training bei unsicherer Witterung zwischen Halle und Sportplatz wechseln könnte. Derzeit sind die Volleyballer mit ihren Übungseinheiten auf dem Kreissportbundgelände am Seedorfer Weg. Problem sei dort, dass auch dieser Platz in die Jahre gekommen ist.