Genthin l Frisch von einer Tour durch die Bibliotheken des Jerichower Landes, ist die neue Vorsitzende des Bibliotheksfördervereins zurück. „Ich wollte mich in den Bibliotheken vorstellen und mit den Mitarbeitern ins Gespräch kommen“, erläutert Beate Hertting. Gemeinsam mit ihren Vorstandskollegen machte sie sich in den verschiedenen Einrichtungen ein Bild von der Arbeit vor Ort. Denn der Förderverein steht den Bibliotheken bei der Finanzierung von Veranstaltungen oder der Anschaffung von Materialien zur Seite. Sorgt aber auch für Unterstützung bei der Durchführung täglicher Aufgaben. „Die Bibliotheken im Kreis haben einiges gemeinsam, sie sind für Verleih und Besorgung verschiedener Medien zuständig, aber heute werden nicht nur Bücher, sondern auch Hörbücher und Spiele verliehen.“ Allerdings seien ihr auch deutliche Unterschiede aufgefallen. In einigen Orten wie Möckern, Loburg, Möser und Schermen laufe der Service stark über ehrenamtliche Helfer. In Biederitz helfe der Verein „Biederitzer Regenbogen“.

Bibliotheken sorgen für Abwechslung

Die Bibliotheken in Genthin, Gommern und Burg hingegen werden von den Städten getragen und von Fachpersonal geführt. „Unterschiede gibt es auch in der Ausrichtung, natürlich hat die Bibliothek der Hochschule Friedensau mit ihrer Fachausrichtung und einem großen Archiv einen anderen Anspruch als die Patientenbibliothek des AWO-Krankenhauses in Jerichow.“ Insbesondere der Erhalt dieser Einrichtung liegt Herttig am Herzen. „Die Patienten haben die Möglichkeit, durch dieses Angebot Zerstreuung und Abwechslung im Klinikalltag zu finden.“

Für Abwechslung im kulturellen Alltag sorgen heute durchaus die Bibliotheken. „Wenn ich nur Burg und Genthin herausgreife, dann gibt es in den Häusern Lesungen, Projekte, Forschungsrunden und Vorträge, aber auch sehr spezifische örtliche Ausrichtungen.“ In Burg sei etwa die Burger Schreibrunde seit mehr als einem Jahrzehnt in der Bibliothek beheimatet und eine Sammlung von Büchern von und über die in Burg geborene und aufgewachsene Schriftstellerin Brigitte Reimann finden sich dort. In Genthin sei die Erforschung des Lebens und Werkes des hier geborenen Schriftstellers Edlef Köppen ein großer Schwerpunkt. So sei nicht nur der Köppen-Freundeskreis, sondern auch das Köppen-Archiv in der Bibliothek verankert.

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3000 bis 5000 Euro als Hilfe

„Das sind Dinge, die die Heimatgeschichte für eine breite Öffentlichkeit zugänglich machen und die wir auch weiterhin unterstützen wollen.“ Im Jahr stehen etwa 3000 bis 5000 Euro zur Verfügung. „Das ist nicht so viel Geld, wir können aber immer wieder Akzente setzen und Veranstaltungen unterstützen oder Mittel für Anschaffungen einwerben. Etwa bei Projekten von „Demokratie Leben“ oder bei Sonderzuwendungen.

So war es etwa möglich, dass der Verein 5000 Euro der Sparkasse an die Bibliotheken ausreichen konnte. Dafür wurde moderne Elektronik wie Beamer, Leinwand und TV-Geräte angeschafft, die heute bei Vorträgen und Lesungen eingesetzt werden. Auch die Anschaffung von E-Book-Readern, Tablets oder spezieller Literatur, etwa in anderen Sprachen oder als Großdruck, würde vom Verein unterstützt.

Mitglieder in Orten gesucht

Herttig wirbt für Mitglieder auch in den Ortschaften. „Wir benötigen auch Mitglieder aus allen Einheitsgemeinden, um zu erfahren, was die Menschen von ihrer Bibliothek vor Ort erwarten, um auch dort Hilfe zu leisten.“

In den acht Einheitsgemeinden Burg, Genthin, Jerichow, Elbe-Parey, Biederitz, Möser Gommern sowie Möckern gibt es neben den Hauptstandorten auch Schul- und Gemeindebibliotheken, der 1993 gegründete Bibliotheksförderverein hat knapp 30 Mitglieder. Wer sich für die Arbeit und die Mitgliedschaft im Bibliotheksförderverein interessiert, findet weitere Informationen auf der Internetseite www.bibliothek-genthin.de unter dem Reiter „Förderverein“. Weitere Informationen, gibt es auch in der Genthiner Stadt- und Kreisbibliothek. Dort liegen Infozettel aus, mit denen man dem Verein beitreten kann.