Dretzel l Selten wurde die Parkanlage des Schlosses Dretzel so umfänglich genutzt, wie am vergangenen Wochenende. Ein Zelt, Tische, Stühle, Girlanden und viel Blumenschmuck zeugten von einem ganz besonderen Fest, dass hier stattfinden sollte. An diesem warmen Sommertag wirkte der Park mit seinem umfangreichen Grün und dem Teich besonders idyllisch. Perfekt vorbereitet präsentierte sich das Ambiente, bestens gelaunt die Gäste, da konnte gar nicht viel passieren. Auch wenn das Brautpaar zur Trauung ein paar Minuten zu spät kam, nur eine kleine Panne. Danach lief alles perfekt für die Brautleute.

Direkt am Schlossteich waren Sitzgelegenheiten für die fast 100 Gäste der Zeremonie aufgestellt, die Braut Theresa Kirchfeld (24) wurde von ihrem Vater zu den von einem Duo live gesungenen Klängen des Coldplay-Titels „Yellow“ zur Trauung geführt. Bei den Gästen wartete schon Bräutigam Florian Dahms (30). Die Genthiner Standesbeamtin Petra Koschnitzke richtete persönliche Worte an die Anwesenden und vollzog die Trauung unter freiem Himmel.

Keine alltägliche Trauung

„Es ist diesmal eine Hochzeit, wie ich sie auch nicht oft erlebe“, bekannte Petra Koschnitzke nach ihrem Dienst. Zumal die Zeremonie noch nicht vorüber war. Manchmal sei es so, dass die Hochzeitsgesellschaft nach der standesamtlichen Trauung noch in die Kirche gehe, hier sei es etwas anders, verriet Koschnitzke.

Denn der Vater der Braut, Heinz Kirchfeld, traute das Paar nun mit kirchlichem Segen erneut. Kirchfeld ist in seiner niedersächsischen Heimat Visselhövede in der katholischen Gemeinde tätig und erwies sich als humorvoller Hochzeitsredner, der mit einigem Augenzwinkern an die Kindheit und Jugend der Braut, aber auch auf das erste Aufeinandertreffen mit dem Bräutigam erinnerte. Natürlich wartete die gesamte Festgemeinde auf die obligatorischen Worte: „Ich erkläre ich euch hiermit zu Mann und Frau“ und „Du darfst die Braut jetzt küssen“. Danach fiel von den Brautleuten und den Gästen die Anspannung und ein fröhliches fest begann.

Bei der Arbeit in Berlin kennengelernt

„Es ist so, wie wir es uns gewünscht haben“, meinte das frisch getraute Ehepaar. Kennengelernt haben sich die Rotenburgerin und der Magdeburger vor fünf Jahren in Berlin. „Kennengelernt haben wir uns während einer Sommerfeier bei einem Arbeitskollegen. Ich war damals neu in der Firma und bei der Feier haben wir uns das erste Mal gesehen“, berichtet Florian Dahms, der in der Gastronomie des Chamäleon Theaters in Berlin tätig war. Beide arbeiteten miteinander, sahen sich regelmäßig und merkten, dass da mehr war als bloße Zuneigung. „Da ist es dann nach und nach immer mehr geworden“, fügt Theresa Dahms hinzu.

Nun wurde die Liebe mit einer großen Hochzeitsfeier gekrönt. Auf Dretzel sei das Paar im Internet gestoßen. „Wir fanden es sehr interessant im Schloss zu heiraten.“ Das große Gelände habe sich für eine Feier im Freien einfach angeboten. „Außerdem konnten wir in den Gästezimmern vor Ort übernachten.“

Denn in den Tagen vor der Trauung sei viel vorzubereiten gewesen. Letztlich habe alles funktioniert. Vorteil sei auch gewesen, dass Dretzel nicht so weit von den Wohnorten der Angehörigen und Freunde lag, sondern genau in der Mitte zwischen Berlin und Niedersachsen. „Für uns sind das auch immer besondere Momente, wenn Paare auf dem Anwesen heiraten“, bekennt Philipp von Ostau vom Schloss Dretzel. Eine so große Feier gäbe es allerdings tatsächlich selten. Die Hochzeitsgesellschaft blieb lange zusammen, genoss die Feier und den lauen Sommerabend. „Vielleicht kommen wir irgendwann wieder zu Besuch“, stellte das junge Berliner Paar in Aussicht.