Rettungswesen

In Genthin zeigen Nachwuchsretter ihr Können bei der Ersten Hilfe

Beste Bedingungen für den Rettungsnachwuchs in Genthin. Am Wochenende trafen sich mehr als 100 Kinder und Jugendliche des Jugendrotkreuz (JRK) aus Sachsen-Anhalt zum Landeswettbewerb.

Von Mike Fleske 14.05.2022, 19:22
Dignose: Fuß verknackst beim simulierten Unfall. Die Bambinis des Jugendrotkreuz legten nach erfolgreicher Diagnose selbst Verbände an.
Dignose: Fuß verknackst beim simulierten Unfall. Die Bambinis des Jugendrotkreuz legten nach erfolgreicher Diagnose selbst Verbände an. Foto: Mike Fleske

Genthin - Drei Mädchen liegen auf dem Spielplatz. Eine hat eine klaffende Platzwunde auf der Stirn, eine Nasenbluten, die andere einen verknacksten Fuß. Die Kinder hatten gespielt, ein Mädchen war gestürzt, die anderen über sie gestolpert und mit den Köpfen zusammengestoßen. Ein schlimmer Unfall? Nicht ganz.

Denn plötzlich nahen junge Helfer, beruhigen die Verletzten, streifen sie Handschuhe über und legen Verbände an. Die Unfallsimulation war eine von zahlreichen Aufgaben, die am Wochenende für mehr als 100 Teilnehmer des Jugendrotkreuz-Landeswettbewerbes warteten. 17 Kinder und Jugendgruppen aus ganz unterschiedlichen Landesteilen Sachsen-Anhalts nahmen am Wettbewerb des DRK-Landesverabandes Sachsen-Anhalt teil. „Wir haben einige Aufgaben zu Hause geübt“, erzählten zwei Mädchen aus dem JRK Stendal. Dort gab es vor zwei Wochen einen Schulsaniätswettbewerb auf dem Gelände der Stendaler Hochschule.

Die Aufgaben waren altersgerecht aufgeteilt. Schiedsrichter achteten auf die genaue Durchführung der Handgriffe bei der Erstversorgung durch die jungen Teilnehmer. Bei den kleinen bis neun Jahren, gehe es in erster Linie um das Heranführen an die Hilfe und darum Hemmungen abzubauen, erklärt Florian Falky, JRK-Landesleiter. Weitere Teilnehmer waren Kinder und Jugendliche in den Altersklasse zehn bis 27 Jahren. Daher waren alle vier Altersstufen des Jugendverbandes in Genthin am Start. Auf sie warteten verschiedene Stationen. Diese standen in diesem Jahr unter dem Motto „Komm spiel' mit uns!“

Auch künstlerisches Talent ist gefragt

Deshalb gab es auch einige Aktivitäten, an denen sich die Teilnehmer in Geschicklichkeitsspielen messen durften und eine, die einen künstlerischen Schwerpunkt hatte und in der die Kinder in einer vorgegebenen Zeit Motive aus ihrer Heimatregion malen konnte. Kniff dabei: Es durfte nicht geredet werden und jeder Teilnehmer hatte nur einen Stift einer Farbe zur Verfügung. Idee sei jeweils, dass die Kinder mit einer gemeinsamen Arbeit ihre Fähigkeiten und ihr Wissen einbringen konnten.

Unter anderem bei verschiedenen Erste-Hilfe-Stationen, eine im Team und eine Einzelübung. Auch Rotkreuzwissen wurde abgefragt. So gibt es eine Reihe von interessanten fakten, die spielerisch vermittelt worden. So engagieren sich rund 3000 Mitglieder im JRK Sachsen-Anhalt. Sie sind zwischen 6 und 27 Jahren alt. Und das Jugendrotkreuz ist nur eine von mehreren DRK-Angeboten, zu denen unter anderem auch die Wasserwacht, die Bergwacht oder der Schulsanitätsdienst gehören.

„Die Kinder haben die Möglichkeit Kontakte zu anderen Gruppen zu knüpfen und einen Querschnitt der Arbeit des Jugendrotkreuz zu erhalten“, sagt der Landesleiter. In den vergangenen Tagen wurden die Stationen vorbereitet. „Wir haben hier eine Veranstaltung im Haus und auf dem Gelände, die sehr ungewöhnlich ist, wir freuen uns, dass wir den Machern so gute Gegebenheiten bieten können“, befand Grundschulleiterin Annett Kaiser-Wenzlau. Denn das JRK nutzte nicht nur die Räume des DRK-Hortes, sondern auch große Teile der Außenfläche der Schule, von der Grünanlage bis hin zum Verkehrsgarten.

Veranstaltung musste zweimal verschoben werden

Wie kann man helfen bei einer blutenden Nase? Die Kinder des Jugendrotkreuz Jerichower Land -Magdeburg wussten beim simulierten Unfall Rat.
Wie kann man helfen bei einer blutenden Nase? Die Kinder des Jugendrotkreuz Jerichower Land -Magdeburg wussten beim simulierten Unfall Rat.
Foto: Mike Fleske

Die Veranstaltung stieß auf ein großes Interesse in der Stadt. Unter anderem waren Stadträte und Bürgermeister Matthias Günther vor Ort, auch der CDU-Landtagsabgeordnete Thomas Staudt, Vertreter des Landkreises und des DRK.

Für Andy Martius, Vorstand des ausrichtenden DRK-Regionalverbandes Magdeburg Jerichower Landes, war der Wettbewerb eine Herzensangelegenheit. „Wir hatten ihn bereits in den 1990er Jahren in Genthin und sind froh, dass wir ihn nun endlich umsetzten konnten.“ Denn eigentlich war die Ausrichtung schon für das jahr 2020 geplant, musste aber aufgrund der Corona-Pandemie zweimal verschoben werden.

Der Wettbewerb sei eine Möglichkeit den Nachwuchs an die Aufgaben des Helfen heranzuführen. Irgendwann würden vielleicht einige der heutigen Teilnehmer das Rettungswesen in der Region unterstützen. der Wettbewerb in Genthin war der Auftakt mehrerer ähnlicher Aktionen.

Denn die Mannschaften aus Sachsen-Anhalt, die am Wochenende in Genthin an den Start gingen, konnten sich für die Bundeswettbewerbe qualifizieren. Ende September gibt es den Wettbewerb für die 13 bis 16-Jährigen (Stufe II) in Mainz (Rheinland-Pfalz) und der Bundeswettbewerb der 17 bis 27-Jährigen (Stufe III) im Oktober in Berlin.