Schopsdorf l Gezeigt wurde den Teilnehmern der von Nautilus-Film produzierte Filmstreifen „Biene Maja’s wilde Schwestern“, der im Herbst 2017 als bester Tierfilm ausgezeichnet worden ist und auf dem Fernsehsender ARTE zu sehen war.

Die Dreharbeiten konzentrierten sich unter anderem auf das Naturschutzgebiet „Ehemaliger Standortübungsplatz Landshut“. Den Betrachtern eröffnete sich die ganze Vielfalt der heimischen Honig- und Wildbienen, ihrer Bedeutung in der Natur und für die Landwirtschaft. Allein in Deutschland gibt es über 500 Bienenarten, die sich auf bestimmte Pollenspender spezialisiert haben. Ohne diese Bestäuberfunktion würden viele der Wildpflanzen nicht mehr existent sein.

Basis eines gesunden Ökosystems

Gleichzeitig wurden in dem Naturfilm die Gründe für die gerade in der heutigen Zeit gestiegenen Vernichtung der Artenvielfalt, besonders durch die Beteiligung von Intensivierung, Monokultur sowie Chemisierung in der Landwirtschaft, einfühlsam erklärt.

Insekten sind die Indikatoren für den Zustand der Umwelt, heißt es weiter. Bienen, Wespen, Käfer, Motten sind das Fundament eines gesunden Ökosystems. Sie sind nicht nur die wichtigsten Pflanzenbestäuber, sondern regulieren auch Schädlinge und dienen zahlreichen anderen Arten als Futter. Bricht dieses Fundament weg, dann droht das ganze Gebäude, das gesamtes Ökosystem, einzustürzen. Alles in der Natur ist durch unsichtbare Bande verknüpft.

Überleben schwer

Laut einer Studie sind bereits 75 Prozent der Insektenpopulationen eingebrochen. Die massive Anwendung von Ackergiften (Herbizide, Pestizide, Fungizide), die in den vergangenen Jahrzehnten trotz angeblicher verschärfter agrarpolitischer Maßnahmen erheblich zugenommen hat, machen den Insekten das Überleben schwer. Das hat wiederum katastrophale Folgen insbesondere für Vögel und Fledermäuse, aber auch erhebliche Auswirkungen für Landwirte, die auf Bestäuber angewiesen sind und natürlich auch auf die Gesundheit der Menschen.

Eine wichtige Botschaft des Films: Jeder müsse sich darüber im Klaren sein, dass das, was auf dem Acker landet, später im Körper der Menschen wiederzufinden ist. Es muss sich also im Umgang mit der Natur unbedingt etwas ändern, sind sich Naturschützer einig. In der Verantwortung stehen deshalb nicht nur die Landwirte selbst, sondern auch und vor allem die Agrarpolitiker, die landwirtschaftlichen Interessenvertreter und besonders die Verbraucher durch ihr Einkaufsverhalten.

Gedeckter Tisch

Klasse statt Masse, nicht billig, sondern ökologisch ist die Zukunftsformel. Jeder kann vor seiner Haustür zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen. Ein artenreicher blühender Garten, Verzicht auf den Einsatz von Pflanzengiften (die Hacke tut es auch), Aufstellen von Insektenhotels, Änderung unserer Rasenmähkultur und der Verzicht auf Streusalz sind einige der möglichen Maßnahmen.

Initiativen, wie „pestizidfreie Kommune“ oder das Anlegen von Blühflächen durch den Verein Bienenweide e.V. können langfristig zum Erhalt der Bienen beitragen. So ein „gedeckter Tisch“ für Insekten soll bald in Genthin entstehen (Volksstimme berichtete). Thomas Kostka, Betreiber des Schau- und Therapiegartens in Altenplathow, möchte gemeinsam mit dem 2016 gegründeten Verein Bienenweide aus Magdeburg solche Naturflächen in Genthin schaffen.

Dass das Thema durchaus Anklang fand, zeigte übrigens auch ein Blick auf die geladenen Gäste: An der Filmvorführung nahmen unter anderem auch Dr. Ernst Paul Dörfler, freischaffender Ökologe und Mitglied im BUND Sachsen-Anhalt, Nils Lichtenberg vom Verein Bienenweide Magdeburg, Dr. Christoph Kaatz vom Storchenhof Loburg, Karl-Heinz Sperfeldt als Vertreter der Imkervereinigung sowie Ramona Schmied-Hoboy von den Bündnis 90/Die Grünen Jerichower Land teil.