Genthin l Das Unternehmen wird in der Stadt Genthin in den nächsten Monaten rund 25 Kilometer Glasfaser verlegen. In diesem Zuge werden neue Multifunktionsgehäuse aufgestellt und vorhandene Gehäuse mit moderner Technik ausgestattet. Fast 6500 Haushalte werden noch im vierten Quartal dieses Jahres Vectoring-fähig, hieß es in einer Pressemitteilung der Telekom. Dahinter verbirgt sich laut Telekom ein „Datenturbo“ im VDSL-Netz.

Im Vergleich zu einem bisherigen VDSL-Anschluss (Very Highspeed Digital Subscriber Line) verdoppelt sich damit das maximale Tempo beim Herunterladen auf bis zu 100 Megabit pro Sekunde (MBit/s). Beim Heraufladen vervierfacht sich das Tempo sogar auf bis zu 40 MBit/s. Das wird bei Austausch von Dokumenten, Fotos und Videos über das Netz helfen. Das neue Netz werde so leistungsstark sein, dass Telefonieren, Surfen im Internet und Fernsehen gleichzeitig möglich sei, stellte die Telekom in Aussicht.

Bürgermeister Thomas Barz hatte zum Neujahrsempfang der Stadt die Arbeiten der Telekom angekündigt. Er freue sich, dass sie nun in Angriff genommen werden, sagte er. „Schnelle Internetverbindungen sind aus dem Leben der Bürger nicht mehr wegzudenken – privat und geschäftlich. Sie sind ein wichtiger Standortvorteil“. Die Planungen sind abgeschlossen, jetzt wird gegraben“, sagte Sven Czechowski, Regiomanager im Infrastrukturvertrieb der Telekom für den Vectoring-Ausbau im Jerichower Land.

Erweiterung notwendig

Er versicherte, dass das Unternehmen die Beeinträchtigungen für die Anwohner so gering wie möglich halten würde. „Wir gehen immer in überschaubaren Bauabschnitten voran.“ Die Telekom machte allerdings darauf aufmerksam, dass die Kunden, die von den neuen Geschwindigkeiten profitieren wollen, selber aktiv werden und ihren Vertrag entweder erweitern oder einen Neuvertrag mit der Telekom schließen müssen.

Interessenten können sich über die Internetseite www.telekom.de/breitbandausbau-deutschland und die Hotline 0800/330 3000 informieren. Auf der Internetseite sei es möglich, sich registrieren zu lassen. Die registrierten Kunden würden von der Telekom kontaktiert, hieß es. Für ein schnelles Internet müssen drei „Hürden“ genommen werden. Zunächst wird auf der Strecke zwischen der örtlichen Vermittlungsstelle und dem Multifunktionsgehäuse das Kupferkabel durch Glasfaserkabel ersetzt. Pro Kilometer kostet das Verlegen von Glasfaser die Telekom etwa 70 000 Euro.

Zudem werden die grauen Kästen am Straßenrand mit moderner Technik ausgestattet, die eine „Mini-Vermittlungsstelle“ entstehen lässt. Hier werden unter anderem die Datenpakete vom Kupferkabel auf die Glasfaser übergeben. Diese Mulitfunktiongehäuse werden über das Ausbaugebiet verteilt, wobei die Entfernung zwischen Kunde und Multifunktionsgebäude möglichst gering sein soll, so die Telekom.

 Bei der dritten Etappe wird die Kupferleitung, die vom Multifunktionsgeäude zum Kunden führt, mit der Vectoring-Technik schneller. Sie beseitigt die elektromagnetischen Störungen, die auf der Kupferleitung auftreten. Dadurch werde ein größeres Tempo beim Herauf- und Herunterladen möglich.