Genthin l Vor drei Jahren wurde die Diskussion angestoßen, nun können bald die Bauarbeiten beginnen: Das Bismarck-Gymnasium bekommt ein neues Schulgebäude.

Bevor die Arbeiten am Neubau richtig starten können, muss jedoch erst das in die Jahre gekommene Haus 2 der Schule abgerissen werden. Bis zum Ende dieser Woche soll laut Landkreis Jerichower Land das Haus leer geräumt sein, Ende Juli rollen dann die Bagger an. Bis voraussichtlich Ende Oktober sollen die Abrissarbeiten andauern.

Schon lange nagt der Zahn der Zeit an dem Nachkriegsgebäude. Viola Neumann, seit zwei Tagen ehemalige Schülersprecherin des Gymnasiums, hatte vor ihrem Abschluss viele Jahre lang Unterricht in Haus 2. „Mein Englisch- und Klassenlehrer wollte nur in diesem Gebäude unterrichten“, erzählte sie. Wirklich verstehen konnte die Absolventin das nicht. „Es ist leider nicht das gemütlichste Haus der Schule“, fand sie. Vom Ambiente her erinnere es eher an eine Grundschule.

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Toiletten in besonders schlechtem Zustand

In besonders schlechtem Zustand aber seien die sanitären Einrichtungen gewesen. „Wer konnte, hat sie weitestgehend gemieden. Das schlimmste an ihnen war der Geruch“, berichtete sie.Viele Schüler hätten sich in Haus 2 nicht wohl gefühlt, daher begrüßte Neumann die Entscheidung für einen Neubau. „Ich freue mich schon darauf, das neue Haus zu sehen, wenn es dann fertig ist“, erklärte die ehemalige Gymnasiastin, die ein Medizinstudium an der Berliner Charité anstrebt.

Auch Landrat Steffen Burchhardt (SPD) freute sich über den planmäßigen Start der Baumaßnahme. Der Landkreis ist Schulträger. Im vorigen Jahr hatte der Kreistag grünes Licht für die Sechs-Millionen-Euro- Investition gegeben. „Jetzt geht es richtig los. Pünktlich zum Start der Sommerferien können die Abrissarbeiten beginnen und damit die praktische Phase auf dem Weg zu einem neuen und modernen Schulgebäude für die Genthiner Gymnasiasten“, hieß es in der Bauankündigung des Landkreises. Schulleiter Volker Schütte wollte sich zum Schulneubau nicht äußern.

Das beim derzeitigen Ausräumen anfallende Mobiliar aus Haus 2 wird nur teilweise entsorgt. Der Rest soll für die Ausstattung der Ausweichquartiere genutzt werden.

Nach den Sommerferien und bis der Neubau fertig ist, wird der Unterricht für die Schüler an zwei Orte ausgelagert. Zum einen wird das Kreishaus genutzt. „Hierzu wurde der Plenarsaal sowie Fraktionsräume des Kreishauses für den Unterricht der Klassenstufe 11 hergerichtet und das ehemalige Restaurant im Erdgeschoss zur Mensa umfunktioniert“, teilte Claudia Hopf-Koßmann mit, Sprecherin der Landkreisverwaltung mit.

Neben dem Kreishaus wird das Gebäude „Klein MuBi“, das bisher durch die Kreisvolkshochschule und Kreismusikschule genutzt wurde, als Unterrichtsstätte fungieren. Hier soll vorrangig der Unterricht für die fünften Klassenstufen stattfinden.

Acht Unterrichtsräume und sechs Fachräum

Der Neubau wird laut Aussage des Landkreises auf drei Etagen acht allgemeine Unterrichtsräume, sechs Fachunterrichsträume sowie eine Mensa mit angeschlossener Verteilerküche bieten. „Für das Lehrpersonal sind neben einem Lehrerzimmer, zwei Teamstationen, vier Vorbereitungsräume sowie Räumlichkeiten für die Schulleitung und -koordination vorgesehen“, so Hopf-Koßmann.

Lager- und Sanitärräume werden in den Neubau integriert. Der Landkreis geht derzeit davon aus, dass die Arbeiten sich voraussichtlich über insgesamt zwei Jahre erstrecken werden.Die Gesamtkosten der Baumaßnahme betragen sechs Millionen Euro. Davon werden 3,3 Millionen Euro aus Eigenmitteln des Landkreises bestritten. Die restlichen 2,7 Millionen Euro werden durch eine Förderung zur Verbesserung der Schulinfrastruktur finanzschwacher Kommunen gedeckt.

Neben dem geplanten Neubau, wird auch der Schulhof vor Haus 2 saniert, vermutlich ab Mitte des nächsten Jahres. Der Schulneubau und die Sanierung des Schulhofes sollen zeitgleich abgeschlossen werden.

Die Diskussion über den schlechten Zustand des alten Schulgebäudes läuft bereits seit 2017. Im Februar des darauf folgenden Jahres hatte sich der Kreistag dafür ausgesprochen, dass das Haus entweder saniert oder durch einen Neubau ersetzt wird. Anfang des vergangenen Jahres wurden die Neubaupläne durch das Landesverwaltungsamt als förderfähig bestätigt. Der Fördermittelbescheid über 2,7 Millionen Euro wurde der Schule Anfang Mai symbolisch überreicht.