Jerichow l Für das Jahr 2021 stehen weitere Investitionen auf dem Plan, unter anderem soll der Bau des Naturbades in Jerichow vorangetrieben werden. „Es ist mir schon eine Herzensangelegenheit“, sagt Bürgermeister Harald Bothe und erinnert sich an die Zeit, als das ehemalige Freibad noch zahlreiche Gäste anzog. Hier verbrachten die Kinder und Jugendlichen aus den umliegenden Ortschaften und Besucher der Touristenstation Ferchland Freizeit und Ferien.

Geht es nach den Stadträten, soll das in den nächsten Jahren wieder Realität in Jerichow werden. Damit würde sich auch eine Lücke in den zahlreichen Angeboten der Stadt und des Klosters schließen – nicht nur Wissensvermittlung und kulturelle Veranstaltungen stünden zur Auswahl, sondern auch die Erholung „auf der grünen Wiese“.

Wasser reinigt sich selbst

Das Naturbad würde als sogenanntes Biobad angelegt, mit einem Bereich, in dem sich das Wasser durch biochemische Vorgänge selbst reinigt. Damit wären die Unterhaltungskosten eines solchen Bades überschaubar, da technische Einrichtungen und deren Bedien- und Wartungskosten gar nicht erst anfallen, so Bothe.

Bilder

Das Investitionsvolumen soll hier knapp zwei Millionen Euro betragen, die sich aus 75 Prozent Bundesmittel, 15 Prozent Landesmittel und 10 Prozent Eigenmittel zusammensetzen. Die Stadt selbst setzt hier rund 200 000 Euro an.

In Zusammenarbeit mit der Einheitsgemeinde Elbe-Parey sei der Ausbau des Radweges zwischen Neuderben und Seedorf vorgesehen. Hier setzt Jerichow nach und nach die Einzelmaßnahmen aus dem Integrierten Gemeindlichen Entwicklungskonzept (IGEK) um, die unter anderem den Ausbau der Radwege anregen.

Haushalt ermöglicht Investitionen

Das ermögliche der Jerichower Haushalt, den Bothe als solide und aus jetziger Sicht stabil einschätzt. 11 853 800 Euro Einnahmen stehen 11 740 400 Euro Ausgaben gegenüber. Das mache die Einheitsgemeinde handlungsfähig, stellt Bürgermeister Harald Bothe fest und erlaube den Blick in die Zukunft zu richten. „Dafür haben wir alle sparen müssen, doch es hat sich gelohnt“, so der Stadtchef und betont: „Damit setzt sich die Einheitsgemeinde als Kommune mit der wenigsten Pro-Kopf-Verschuldung im Landkreis Jerichower Land an die Spitze.“

Mit 120,83 Euro Verschuldung pro Einwohner liegt die Einheitsgemeinde weit unter den Zahlen des Landkreises. Diese Zahlen, so sagt er, zeigen, dass sich die Sparmaßnahmen der letzten Jahre, so hart sie auch für die Menschen waren, gelohnt haben.

Ausgaben für Feuerwehr und Kindertagesstätte

Doch bei allem Knausern wurde einiges auf den Weg gebracht – frei nach dem Grundsatz „Wer sparen will, muss investieren“: In Altenklitsche entstand ein neues Feuerwehrgerätehaus, seit April ist der neue Erweiterungsbau der Freiwilligen Feuerwehr Jerichow fertig. Die Kosten betrugen hier rund 350 000 Euro. Erst vor kurzem erhielt die Ortsfeuerwehr Kleinwusterwitz ein LF 10-Löschfahrzeug, Kosten rund 340 000 Euro. Für die Anschaffung brachte die Stadt den Eigenanteil von 215 000 Euro auf, dazu kam Voraussetzung die Förderung durch das Land Sachsen-Anhalt mit 125 000 Euro.

In der Kita Jerichow nahmen Kinder und Erzieher einen Erweiterungsbau in Betrieb und in den Ortschaften wurden mehrere Spielplätze mit neuen Geräten ausgestattet. „Das ist nur möglich, weil wir als Stadt über die benötigten Eigenmittel verfügen und zudem kreditwürdig sind, um in Vorleistung zu gehen“, sagt Finanzexpertin Carola Best.