Altenplathow l „Wenn Altenplathow feiert, dann ist hier auch was los“, sangen die Kinder der Diesterwegschule zur Eröffnung des Nachmittagsprogrammes vor der Altenplathower Kirche. Selten sind die Altenplathower so geschlossen auf den Beinen, wie am vergangenen Wochenende. Aus gutem Grund, 1144 wurde der Ort gegründet und 875 Jahre sind ein guter Grund zum Feiern.

Genthin ist Altenplathows Vorort

„Altenplathow ist kein Vorort von Genthin, sondern Genthin ein Vorort von Altenplathow“, bemühte Landrat Steffen Burchhardt (SPD) ein oft gehörtes Zitat, das darauf anspielt, dass Genthin in zwei Jahren erst 850 Jahre alt wird. Der Landrat hatte ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk: „Wir übergeben der Altenplathower Feuerwehr ein Fahrzeug aus dem Bestand des Landkreises.“ Der Fiat Doblo finde Verwendung im Katastrophenschutz, hier im Fachdienst ABC, Zug Gefahrenbereich, in welchem die Stadt Genthin mitwirkt.

Außerhalb des Katastrophenschutzes erfolgt eine Nutzung entsprechend den Aufgaben gemäß des Brandschutz- und Hilfeleistungsgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt. Überhaupt hatte die Feuerwehr und ihr Förderverein viel zum Gelingen des Festes beigetragen. Es gab eine Menge Aktionen für Kinder, wie Schminken, Ponyreiten und Mini-Eisenbahnfahrten. Der Abiturjahrgang des Gymnasiums hält für die Besucher Kaffee und Kuchen parat, und es gibt Infostände verschiedener Altenplathower Firmen.

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Programm mit Tanz und Straßentheater

In einem abwechslungsreichen Programm präsentierte der Tanz- und Turnschuppen Plaue/Genthin sein Können, das Genthiner Amateurtheater zeigte Stücke des Mittelalterdichters Hans Sachs. „116-mal haben wir das jetzt gezeigt, aber zum ersten Mal mit Mikrofon“, berichtete Eckhardt Neumann vom Gat. Eigentlich sei technische Verstärkung beim Straßentheater undenkbar. „Aber die Leute müssten sonst die Ohren zu groß machen.“

Durchaus mit technischer Verstärkung und viel Rockmusik präsentierte sich das Berliner Musikduo „Freebird“. Begonnen hatte das Festwochenende am Freitag mit einem Gottesdienst, den das Bismarck-Gymnasium Genthin musikalisch untermalte. Unterstützt von Kantor Gottfried Spiegel und dem ehemaligen Schulleiter Gotthard Wienmeister am Klavier, gab der Chor Lieder wie „I‘ve got peace like a River“ oder den irischen Segensgruß „Mögen sich die Wege“ zum Besten. Ganz in ihrem Element war Chorleiterin Anke Held, die zwischen den Bankreihen in Richtung Empore, wo der Chor stand, dirigierte.

ERinnerungen an Wasserburg

Die Genthiner Pfarrerin Beate Eisert und Superintendentin Ute Mertens gestalteten den Gottesdienst. „875 Jahre sind ein guter Grund zum Feiern“, meinte die Superintendentin. Sie lobte das umfangreiche Festwochenende und erinnerte an die Gründung Altenplatows als Wasserburg Plothe und an den Vorgänger des Backsteinbaues der Dorfkirche. Hier seien die Menschen aus traurigen und fröhlichen Anlässen zusammengekommen.

„Ende des 19. Jahrhunderts lebten hier 2000 Menschen von denen 23 katholisch und der Rest evangelisch waren.“ Als die heutige Kirche 1904 eingeweiht wurde, kamen 1000 Menschen zusammen. „Heute sind es nicht ganz so viele, aber die Kirche steht wieder im Mittelpunkt einer großen Feier.“ Mertens lobte das fröhliche Altenplathow, so möge es auch weiterhin bleiben.

Im Gottesdienst gab es eine Überraschung für Bürgermeister Matthias Günther. Er feierte just an diesem Tag seinen 50. Geburtstag und bekam von den Anwesenden ein eigenes Geburtstagsständchen. Sichtlich überrascht war der Stadtchef von dieser Einlage.

Ein neues Holzkunstwerk aus Altenplathow

Eine Überraschung hatte Hobbyschnitzer Claus Mielke aus Altenplathow. Er schenkte der Altenplathower Feuerwehr ein Holzrelief des Heiligen Florian. „Das ist der Schutzpatron der Feuerwehrleute, der einen besonderen Ehrenplatz in unserem Feuerwehrhaus bekommen wird“, versprach Ortswehrleiter Christian Giese.

Zwischen den zahlreichen Gästen gab es noch einen besonderen Besucher. Axel Neubauer aus Nordrhein-Westfalen. Der 83-Jährige wurde in Altenplathow geboren, ging hier zur Schule und wurde in der Kirche konfirmiert.

Organisatoren sind zufrieden

Im vergangenen Jahr, machte er Stadt und Medien auf ein mögliches Ortsjubiläum Altenplathows aufmerksam und setzte dadurch erst eine Recherche und dann die Planungen des Organisationskomitees in Gang. „Ohne ihn hätten wir vielleicht heute gar nicht gefeiert“, meinte Jean Kitzke-Giese mit einem Schmunzeln. „Wir haben uns bereits unterhalten und Herr Neubauer hat uns einiges zur Geschichte Altenplathows berichtet.“

Auch die Besucher konnten sich mit der Geschichte beschäftigen, es waren unter anderem alte Feldmaschinen aufgestellt, wie sie früher in der Altenplathower Landwirtschaft zum Einsatz kamen. Auch war eine Galerie mit Bildern aus der Geschichte Altenplathows aufgebaut. „Wir sind mit dem Verlauf sehr zufrieden“, zog Fritz Franke vom Organisationskommitee ein positives Fazit. Ein halbes Jahr hätten die Vorbereitungen gedauert und es sei gelungen, viele Altenplathower auf die Beine zu bringen.

Abschluss mit Blasmusik zum Frühschoppen

Viele ansässige Unternehmen hatten das Festwochenende unterstützt. Organisationen und Vereine steuerten Programmpunkte bei. So fand das Fest am Sonntagvormittag einen stimmungsvollen Ausklang, als das Genthiner Blas-orchester zum Frühschoppen aufspielte