Jerichow l Aufatmen am Ende des Treffens im Jerichower Bürgerhaus: Der Festumzug am 22. Juni 2019 vom Kloster zum Festplatz an der Feuerwehr wird kommen. Eine weitere wichtige Tatsache kristallisierte sich heraus: Der Umzug hat ein Schwergewicht auf dem historischen Teil. Die Fäden für die praktische Umsetzung laufen bei Ralf Braunschweig, Mitglied des Jerichower Ortschaftsrates und Leiter der Ortsfeuerwehr, zusammen. Die Leitung und Moderation an dem Abend lag in den Händen von Bürgermeister Andreas Dertz.

Viele Herausforderungen

Die Basis zur Durchführung des Umzuges legte konzeptionell der Jerichower Ortschronist Rolf Naumann. Er hat sich ja auch in seinem Beruf als Museumsleiter des Kloster Jerichows intensiv mit der Materie auseinandergesetzt. Als Hilfe dienten Unterlagen zum Festumzug vor 25 Jahren.

Die große Herausforderung: Laut Planung ist mit 107 bis 110 Akteuren beim Umzug zu rechnen. Hier erinnert Dertz immer wieder in der Vorbereitung daran: „Wir brauchen auch noch Leute, die am Straßenrand stehen.“

Es gibt 14 unterschiedliche Stationen, historisch geordnet. Hierbei geht man in der ersten Station zurück in die Zeit vom siebten bis zum zehnten Jahrhundert. Das Land östlich der Elbe war von Slawen besiedelt. Der Ortsname Jerichow entspringt der slawischen Sprache und bedeutet sinngemäß „Burg oder Herrensitz des Kühnen, Tapferen“. Im 10. Jahrhundert fiel das Land östlich der Elbe in die Hände deutscher Könige.

Spitze des Umzugs

Naumann hatte auch zu jeder Szene eine Vorgabe geliefert, an der sich orientiert wurden. An der Spitze des Umzugs ist kein Wagen oder Trecker vorgesehen, sondern eine Gruppe von Teilnehmern mit bäuerlicher Kleidung.

Sie sollen Grobleinen, Fell oder Leder beim Umzug tragen. Außerdem sollen die Akteure mit historischen landwirtschaftlichen Geräten ausgerüstet werden.

Stark vertreten war an diesem Abend der Förder- und Heimatverein Stadt und Kloster Jerichow. Der neue Vorsitzende Karl Eisbein gab gemeinsam mit seinem Vorgänger Gerhard Ritter immer wieder Hinweise.

Eigenes Jubiläum

Mit Jutta Merkla war auch der Heimatverein Mangelsdorf vertreten. Der feiert in diesem Jahr sein eigenes Jubiläum. Der Heimatverein wird 25 Jahre alt. Der Heimatverein Mangelsdorf will sich auch um Kostüme kümmern. Bei der Suche nach der richtigen Kleidung unterstützt auch das Redekiner Amateurtheater und auch bei spezieller Kleidung die Kostüm- und Trachtenwerkstatt in Tangermünde.

Mit dabei waren auch Bernhard Warszynski und Winfried Biermann, die sich ehrenamtlich in der Stiftung Kloster Jerichow engagieren und sich auch bei dem Fest einbringen wollen. Beide sind auf unterschiedlichen Festen vertreten. Sie zeigen den Gästen, wie, Backsteine hergestellt werden.

Eine große Herausforderung ist zudem, die von Pferden gezogenen Wagen, Kutschen und Gespanne zu organisieren. Erste Anfragen wurden hier bereits an die Besitzer in der Region gestellt. Das Schlussbild des Umzuges bildet ein Blick in die DDR-Zeit. Hier sind in erster Linie die Oldtimer-Freude in Jerichow gefragt. Der Verein unter Leitung von Gerold Giese bereitet sich schon vor.

Dertz erklärte, dass es über Tafeln Erklärungen zu den einzelnen Epochen geben soll.

Ortswappen

Im neuzeitlichen Teil sollen sich Vereine und Institutionen präsentieren. Hieran beteiligt sollen sein: das Fachkrankenhaus, Schule, Kita, Land- und Forstwirtschaft, die Betriebe und Einrichtungen, die Feuerwehr, die Schützengilde, der SV Lok Jerichow, die Ortsgruppe der Volkssolidarität, der Förder und Heimatverein, der Dorfverschönerungsverein, der Reiterverein Steinitz und der Heimatverein Mangelsdorf. Wichtiger Bestandteil seien Ortswappen der Ortsteile Jerichow, Klietznick, Steinitz, Mangelsdorf und Kleinmangelsdorf.

So sind viele Weichen gestellt für eine bunte Feier. Wie Ortsbürgermeister Andreas Dertz angekündigt hat, wird es demnächst eine weitere Sitzung geben, in die Ergebnisse der verschiedenen Gespräche vorgestellt werden.