Genthin-Wald l Es ist schon ein bisschen verwirrend, gleich drei Geburtstagskinder an einer festlich eingedeckten Tafel anzutreffen. Nicht nur für Landrat Steffen Buchhardt, der bei seinem Besuch in Genthin- Wald zunächst „nur“ den 100. von Else Wendland auf den Plan hatte.

Großer Trubel

Dass der ehemaligen Parchnerin die größere Aufmerksamkeit zuteil wurde, ließen Lieselotte Ballarin und Herta Steinhagen gern zu. Lieselotte Ballarin kennt den Trubel, den eine Jubilarin mit der Vollendung des 100. Geburtstages erlebt, nur zu gut. Denn die Genthinerin, die erst vor kurzem im Johanniterheim ihr neues Zuhause gefunden hat, feierte am Montag bereits ihren 101. Geburtstag.

Geburtstagskind Nummer drei in Genthin-Wald war Herta Steinhagen, die ihren 92. Geburtstag feierte.

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„Einen Tag mit gleich drei Geburtstagkindern ist keine Alltäglichkeit“, bestätigte Heimleiterin Claudia Tritt, deren Team für die drei Damen einen kleinen Empfang mit Kaffe, Sekt, Saft und Schnittchen vorbereitet hatte. Absoluter Hingucker der Festtagstafel war eine zweistöckige Geburtstagstorte für Else Wendland, die mit einer 100 aus Zuckermasse gekrönt war.

Gesellige Geburtstagsrunde

Im Mittelpunkt des Tages stand freilich auch Else Wendland, zu deren Geburtstagsrunde auch ihr vertraute Heimbewohner zählten. Allen voran Elsbeth Brömme, die in ihrer Doppeleigenschaft als Cousine der Jubilarin und als Vorsitzende des Heimbeirates ganz herzlich gratulierte.

In Vertretung des Genthiner Bürgermeisters war Alexandra Adel in das Johanniterheim gekommen, um Glückwünsche auszusprechen.

Else Wendland, eigentlich eine gebürtige Wiechenbergerin, zog im Alter von acht Jahren nach Parchen. Sie gehört zu jenen Menschen, die das Leben in diesem Dorf über Jahrzehnte geprägt haben.

Lebensmittelpunkt blieb Parchen

In ihrer Kinder- und Jugendzeit ging sie ihrem Vater bei der schweren Arbeit auf der kleinen bäuerlichen Wirtschaft zur Hand. Parchen blieb stets der Lebensmittelpunkt der Jubilarin. Hier lernte sie auch ihren späteren Ehemann kennen, der als Bäckergeselle nach Parchen kam. Zwei Söhne begleitete das Ehepaar hinaus ins Leben. Wie viele Frauen ihrer Generation schaffte es Else Wendland, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen.

Mehr als 20 Jahre war sie als Pförtnerin bei dem Genthiner Rat des Kreises angestellt, wurde sogar als Aktivistin ausgezeichnet. Neben Familie und Beruf mischte Else Wendland auch viele Jahre in der Parchener Gemeindevertretung mit. Else Wendland lebt mittlerweile seit fünf Jahren im Johanniterheim Genthin-Wald.