Genthin l 333 Tage lebte Luise Teske aus Schlagenthin in Südafrika in der Nähe von Johannesburg. Die Mitglieder des Rotary-Clubs Burg-Genthin, begrüßte sie in einer der elf Amtssprachen des Landes „Afrikaans“. Südafrika hat zudem drei Hauptstädte, rund 25 Millionen Einwohner weniger als Deutschland, ist aber dreimal so groß.

Bei drei Familien gelebt

Die 17-Jährige berichtete mit ansteckender Begeisterung über ihr Gastland, verschwieg aber auch nicht, dass der Gegensatz zwischen der weißen Bevölkerungsminderheit und der schwarzen Bevölkerungsmehrheit zu Konflikten führt. Selbst ein Township in dem die Ärmeren leben, besuchte sie.

Bei drei Familien hat Luise gelebt. Besonders die erste Gastfamilie war eine ganz Besondere. Ihre Gastmutter kümmerte sich gemeinsam mit ihrer Tochter um Kinder, die aus verschiedenen Gründen nicht in ihren eigentlichen Familien leben können. „Ich hatte dadurch acht Geschwister“, erzählte Luise.

Projekt gestartet

Noch vor Ort startete sie ein Projekt, das ihre Gastgeschwister mit Schulmaterial unterstützte. „Ich bin dabei auch vom Rotary-Club in der Heimat unterstützt worden“, berichtete sie. Ihr Engagement begeisterte auch ihre Familie in Schlagenthin, sodass alle gemeinsam beschlossen das Projekt für die südafrikanischen Kinder in der Pflegefamilie auch weiterhin fortzuführen. Aber auch mit ihren beiden anderen Familien und ihren Gastgeschwistern kam Luise gut aus. Sehr prägend sei es gewesen, als sie Weihnachten im afrikanischen Sommer feierte – bei 35 Grad.

Mit einer österreichischen Gastschülerin übte sie ein Programm mit Weihnachtsliedern ein und brachte es zur Aufführung. Beeindruckend sei zudem eine afrikanische Hochzeit gewesen: „Das war sehr bunt, sehr fröhlich und wenig wie bei uns.“ Auch erinnerte sie sich gern an ihre südafrikanische Schule, wo der Unterricht zweisprachig in Englisch und Afrikaans gehalten wurde.

Sportlich im Ausland

Ein weiterer Rückkehrer ist Hagen Büttner aus Brettin. Er war ein Jahr in Oregon in den USA. Genauer in Beaverton, dass vielen als Sitz der Sportartikelfirma Nike ein Begriff ist. Sportlich ging es auch beim USA-Aufenthalt zu. Nicht nur in seiner Schule, wo es riesige Football- und Tennisplätze gab, auch die Gastfamilien waren sportaffin. „Ich bin Snowboard gefahren, habe einen Bootstrip gemacht und habe mich am Wrestling versucht.“

Das sei eine Variante des klassischen Ringens gewesen. Beim Fußball trug Hagen auch einige Blessuren davon. Doch dafür entschädigten Reisen nach San Francisco und Los Angeles, inklusive Hollywood. Beide Schüler beteiligten sich an Programmen der Rotary-Clubs im Ausland, mit denen anderen Menschen geholfen wird. Aber vor allem lernten sie auf Menschen in anderen Ländern zuzugehen und ins Gespräch zu kommen. Im Ergebnis haben heute beide Freunde in der ganzen Welt. „Es ist eine echte Völkerverständigung“, fand Hagen Büttner.

Schülerinnen gehen auf die Reise

Für den Jugendaustauschbeauftragten Martin Schafföner war es spannend zu sehen, wie sich die jungen Leute entwickelt haben. „Sie haben gezeigt, dass sie sich in einem anderen Land zurechtfinden und gleichzeitig Verantwortung für sich und andere übernommen“, lobte er.

So war es keine Frage, dass der Club auch im kommenden Jahr erneut Schüler ins Ausland schicken wird. Schafföner empfahl die Entsendung von zwei Schülerinnen, was von den Mitgliedern einstimmig befürwortet wurde. Voraussichtlich geht die 15-jährige Anna Buss aus Tucheim in die USA, vielleicht auch nach Italien oder Spanien. Die 15-Jährige Elisabeth Keller aus Möser möchte ein Jahr in Nordamerika oder Norwegen leben.