Genthin l Das Schuljahr ist zu Ende, die Ferien haben begonnen. Bevor es aber für elf Schüler, alle 15 und 16 Jahre alt, aus der Sportschule Magdeburg in den Urlaub ging, stand eine gemeinsame Reise auf dem Plan. „Wir machen das traditionell“, berichtet Gabriela Wölfer, U-17-Trainerin in der Abteilung Rudern beim Sportclub (SC) Magdeburg.

Im Sportclub starten die jungen Ruderer während der Saison bei Wettbewerben; ein wenig lockerer ging es dieser Tage von Magdeburg auf der Elbe, dem Elbe-Havel-Kanal über Burg und Genthin in Richtung Brandenburg. Bei eher milden Temperaturen, die durch manche Windböen eher an Herbsttage erinnerten, ruderten die jungen Leistungssportler in einem Dreier- und zwei Viererbooten mit Steuermann durch das Wasser. Die Strecke hielt einiges an Natur und Bauwerken parat.

„Ich fand die Schleuse bei Zerben sehr spannend“, meinte Ruderin Lena Wölke. Zudem sei die Strecke reizvoll, da es auf dem Wasser immer wieder kleine Schiffe gäbe und es nicht langweilig werde.

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Nicht zu warm, nicht zu kalt

„Mit dem Wetter sind wir ganz zufrieden, es ist nicht unangenehm, wenn es nicht so heiß ist.“ Für ihren Kollegen Jan Henrik Raeck war die Fahrt am ersten Tag unproblematisch: „Am Tag war es sonniger, gegen Abend etwas kühler, das ließ sich gut aushalten.“ Zumal auch nicht so schnell wie im Wettkampf gerudert wurde, sondern sich eine entspannte Schlagzahl einpendelte.

In Genthin wurde im Sportjugendzentrum des Kreissportbundes in Altenplathow Rast gemacht. Empfangen wurde die Gruppe von Simone Kraaß vom Kreissportbund. „Wir haben häufig Sportler, die das Gelände für Pausen nutzen und wir präsentieren uns natürlich gern“, sagt Kraaß.

Anlage noch aus DDR-Zeiten bekannt

Einige Genthiner kennen die Anlage noch aus DDR-Zeiten. Damals war es ein Stützpunkt der Gesellschaft für Sport und Technik (GST). Manche wissen auch, dass hier ganz früher auf dem Gelände mal eine Werft gestanden hat. „Aber viele Genthiner wissen nicht, dass wir hier heute eine so tolle Anlage haben.“ Die Idee, in Altenplathow zu pausieren, hatten Carina und Ingmar Wolff aus Kade, deren Tochter Carlotta die Sportschule in Magdeburg besucht und an der Reise teilnahm. „Es ist ein schönes Gelände, das günstig angelegt ist.“ Zudem gibt es ein Volleyballfeld und eine gute Sitzgelegenheit. Das Ehepaar Wolff kredenzte den Wasserreisenden zudem frisches vom Grill und sorgte so für einen entspannten Abend.

Nach der Übernachtung gingen die Sportler gleich am Morgen wieder auf den Kanal. Besonders spannend war der zweite Tag für Carlotta Wolff, die von ihrer Familie in Genthin an der Fußgängerbrücke am Bootshaus erwartet wurde. „Die werden mir von der Brücke aus Zuschauen und Winken“, meinte Carlotta mit einem schmunzeln. Nach und nach wurden die Boote im Altenplathower Altkanal zu Wasser gelassen und schon ging es mit neuem Schwung auf die Strecke.

Reise durch den Elbe-Havel-Kanal

Vorbei am Genthiner Wasserturm, dem Yachthafen und dem Chemiepark Richtung Kader Schleuse und über die Seen zum Endpunkt nach Brandenburg. Dort wartete schon das Begleitfahrzeug mit dem Gepäck der Jugendsportler und die Wege trennten sich. Denn in Brandenburg endete der Ausflug und es begannen für alle die Sommerferien. Diese hätten sich die jungen Sportler verdient, sagte Trainerin Gabriela Wölfer, gibt es doch unter den elf Teilnehmern Deutsche Meister, Vizemeister und Bronzemedailliengewinner.

Die Athleten der U 19 und der U 17 haben noch etwas anderes geschafft: Mit 15 Medaillen holten sie für den SCM den Jugend-Pokal für den besten Verein bei einer Meisterschaft – zum ersten Mal seit der Wende. „Das ist sehr überraschend“, sagte Wölfer und ergänzte zu sechs Medaillen ihrer Mädchen und Jungs: „So viele haben wir in der Altersklasse noch nie geholt.“