Genthin l Nicole Dittler aus Genthin kommt zu königlichen Ehren. Nachdem sie am Mittwoch per Post erfahren hat, dass sie sich in einem Auswahlverfahren gegenüber einer weiteren Bewerberin durchgesetzt hat, nimmt das neue Amt nach und nach Besitz von ihr. Ein dunkelbraunes Abendkleid ist bereits bestellt, erste Absprachen mit dem Fremdenverkehrsverein sind in dieser Woche getroffen worden.

Überraschende Wahl

„Zunächst war ich aber völlig überrascht, dass die Wahl auf mich gefallen ist. Ich bin meiner Mitbewerberin zwar nicht persönlich begegnet, kenne sie auch nicht namentlich. Flüchtig habe ich beim Bewerbungsgespräch ein Foto von ihr wahrgenommen. Ich war mir danach sicher, dass sie das Rennen macht“, gesteht Nicole Dittler mit einem charmanten Lächeln auf den Lippen.

Die gebürtige Bad Wilsnackerin dürfte wissen, welch großes Engagement von ihr als Kartoffelkönigin abverlangt wird. Neu ist ihr eine Königinnenwürde allerdings nicht, denn von 2009 bis 2011 trug sie in ihrer brandenburgischen Heimat die Krone einer Pritzwalker Heidelbeerkönigin. „Ich hatte großen Spaß daran, als gekröntes Haupt in Erscheinung zu treten.“ Aus dieser Zeit kennt sie bereits Marina Conradi und Ivonne Renner, eine ihrer Kartoffelköniginnen-Vorgängerinnen.

Repräsentantin der Stadt

Vergleichbar seien die beiden Kronen allerdings nicht, schränkt Nicole Dittler ein. Als Produktkönigin habe sie im Jahr etwa sieben bis acht Auftritte zu absolvieren gehabt. Als Kartoffelkönigin repräsentiere sie die Stadt Genthin, da kämen wesentlich mehr Verpflichtungen auf sie zu. Als eine Kartoffelmajestät fühlt sich die gelernte Altenpflegerin durchaus autorisiert. „Meine Großeltern“, erzählt sie, „besaßen einen großen Bauernhof, da wurden Spargel und Kartoffeln angebaut“. Sie habe - wie zu DDR-Zeiten üblich - in den Herbstferien Kartoffeln gerackt, sortiert, eben alles gemacht.

Nicole Dittler ist zuversichtlich, Beruf, Familie und Königinnenamt unter einen Hut zu bekommen. Die gelernte Altenpflegerin ist in Brandenburg als Pflegedienstleiterin tätig, pendelt täglich zwischen Genthin und der Havelstadt. Als Pflegedienstleiterin sei sie in der vorteilhaften Situation, nicht mehr in Schichten und auch nicht mehr an Wochenende und Feiertagen arbeiten zu müssen. Das verschaffe ihr Freiraum für ihr Königinnenamt.

Zur Familie gehört der 20-jährige Sohn André, ein Industriemechaniker-Azubi. Ehemann Bernd sitzt hinter dem Lenkrad eines Busses. „Ich glaube, er ist stolz darauf, dass ich die zukünftige Kartoffelkönigin Genthins sein werde“, sagt eine aufgeweckte Nicole Dittler. Seit sechs Jahren lebt sie mittlerweile in Genthin. „Ich wollte mit meiner Bewerbung um das Amt der Kartoffelkönigin zeigen, dass Genthin mein neues Zuhause geworden ist“, sagt die zukünftige Kartoffelmajestät.