Die Genthiner Schwimmhalle

Eröffnet am 6. Oktober 1979

562,5 Kubikmeter Wasser fasst das Becken

Neun Kubikmeter Wasser fasst das Saunabecken

2002 Erneuerung von Schwimmbecken und Technik

2009 Sanierung Umkleidekabinen und Sanitärbereich

Neun Mitarbeiter

Genthin l Nicht ganz so häufig werden Schwimmhallenbesucher mit einem Tanz am Eingang empfangen. Am Sonnabend passierte genau das zur Feier des 40-jährigen Bestehens des Gebäudes. Die Kinder der Uhland-Grundschule sorgten mit einer schwungvollen Choreografie mit Tüchern für gute Laune bei den zahlreichen Besuchern.

Mitarbeiterin seit 40.Jahren

„Eigentlich ist der Jahrestag erst am 6. Oktober“, berichtete Stadtrat Horst Leiste, aber das Ansinnen, lieber in den Sommermonaten zu feiern, sei von der Stadtverwaltung gern aufgenommen worden. Bürgermeister Matthias Günther und Horst Leiste waren schon vor der Eröffnung des Festes in der Halle. Denn nicht nur die Schwimmhalle hatte einen Ehrentag, auch Mitarbeiterin Marlies Diekmann. Sie arbeitet seit 40 Jahren in der Schwimmhalle und kennt das Gebäude von Anfang an.

„Ich kenne das Becken noch, als es gekachelt war. Heute haben wir Edelstahl“, berichtete sie mit einem Schmunzeln. Dass sie einst in der Schwimmhalle anfing, hatte einen ganz einfachen Grund. „1979 bin ich nach Genthin gezogen und war auf Stellensuche, da habe ich gehört, dass die Stadt Mitarbeiter für die Schwimmhalle sucht und habe vorgesprochen.“

Bilder

Kinder aufwachsen gesehen

Sie bekam den Job und ist seit vier Jahrzehnten nicht mehr wegzudenken. Sie kann sich an die Zeit erinnern, als noch große Kinderfeste in der Schwimmhalle gefeiert wurden oder Künstler auftraten. Heute sei alles etwas beschaulicher. Diekmann hat Kinder aufwachsen sehen, später, als Erwachsene, kamen sie mit ihren Kindern schwimmen. „Und die haben heute auch schon Kinder.“

„Es gibt auch Besucher, die schwimmen hier seit 40 Jahren, mit denen gibt es manche Plauderei, wie unter alten Freunden“, sagt sie. Vier Jahre werde sie noch Arbeiten, dann gehe sie in Rente. Ein Leben ganz ohne ihre Schwimmhalle? Das kann sich Marlies Diekmann jetzt noch nicht vorstellen. Aber noch ist es nicht so weit, und am Sonnabend war erst einmal Feierlaune angesagt, fast wie in alten Zeiten. Denn nicht nur tanzen können die Uhland-Kinder, sondern auch Trommeln. Auch das führten sie vor.

Große Wasserrutsche aufgebaut

Die Show am Eingang zeigte: Nicht nur im Schwimmbecken, sondern auch rund um das Haus gab es jede Menge Aktion. Nicht nur die Schwimmhallenbelegschaft, sondern auch eine Reihe von Vereinen und Organisationen hatten sich in den Dienst der Festivitäten gestellt. Die DLRG sorgte für Sicherheit und hatte im Schwimmbecken die große Wasserrutsche dabei, das Morus-Jugendhaus hatte einen Spiel- und Sportstand aufgebaut, eine Kindereisenbahn zog ihre Kreise, die Feuerwehr unternahm Rundfahrten mit dem Feuerwehrauto und Pferdereiten, Eis- und Süßigkeitenstände rundeten den Tag ab.

„Hier lässt sich richtig viel machen“, fand die zehnjährige Kira Weber, die mit ihrer Schwester beim Fest war. Am Rande der Veranstaltung hatte Bürgermeister Günther gute Nachrichten für die Besucher: „Ab dem 1. September wird es wieder eine ständige Gastronomie im vorderen Bereich der Schwimmhalle geben.“ Jedoch gab es auch manch sorgenvolle Blicke in die Zukunft. Die Schwimmhalle ist in die Jahre gekommen. Während die angrenzende Sporthalle mit Stark-III-Mitteln saniert wird, gibt es diese Förderung für die Schwimmhalle nicht, da diese kommerziell genutzt wird.

Mehr als 45.000 Besucher im Jahr

Zudem ist der Betrieb ein Zuschussgeschäft für die Stadt. Die Einnahmen decken die Ausgaben bei Weitem nicht. Mehr als 45.000 Besucher hat die Schwimmhalle pro Jahr. Rund 200.000 Euro nimmt die Stadt ein, muss aber etwa 500.000 Euro für den Betrieb aufwenden. Die vor einigen Jahren genutzte Stellschraube „Eintrittspreiserhöhung“ verpuffte. Es kam nicht mehr Geld rein. Und dennoch gibt es ein deutliches Plädoyer der Mitarbeiter für den Erhalt der Halle: „Hier lernen Kinder schwimmen und sich im Wasser zu bewegen. Wir können in Genthin den Kindern diese Dinge in Kursen und im Schulschwimmen noch beibringen“, sagt Schwimmmeister Elko Bernau.

Schwimmmeisterin Antje Wöhling fügte hinzu: „Ziel ist es, dass die Kinder in der dritten Klasse ihren Freischwimmer machen und so belegen, dass sie richtig Schwimmen können.“ Für Stadtrat Leiste, der sich immer für die Halle stark macht, ist die Schwimmhalle noch mehr: Sie dient dem Kinder- und Jugendsport, der Gesundheitsförderung und letztlich auch der Gemeinschaft, „weil Menschen hier zusammenkommen“.